"So eine Sommerprognose habe ich selten gesehen" Wetterforscher ist wegen CFS-Vorhersage total perplex
Die neuesten Langfristkarten zeigen etwas, das fast verschwunden schien: Monate ohne Hitze-Signal. Warum genau das jetzt die größte Überraschung sein könnte.

Die neuesten saisonalen Berechnungen wirken auf den ersten Blick unspektakulär, doch genau darin liegt die eigentliche Story. In mehreren Läufen erscheint der Sommer 2026 im Vergleich zur Klimaperiode 1991–2020 auffällig „normal“ – weder stark zu warm noch deutlich zu trocken.
Nach Jahren voller roter Karten wirkt dieses Muster fast surreal. Für Meteorologen bedeutet das: kein dominantes Blocking, kein klares Dauerhoch-Signal. Stattdessen könnte sich eine Phase entwickeln, in der der Atlantik wieder stärker mitmischt und extreme Ausschläge seltener auftreten.
Warum „normal“ inzwischen fast kühl wirkt
Viele vergessen, wie stark sich die Referenz verschoben hat. Was heute als durchschnittlich gilt, hätte vor zwei Jahrzehnten teilweise als warmer Sommer gegolten. Genau deshalb sorgt die aktuelle Prognose für Diskussionen. Nach Serien heißer Jahre wirkt ein neutraler Trend beinahe wie ein Rückschritt. Modelle zeigen weniger flächige Hitzeanomalien, was auf eine stabilere Westströmung hindeuten kann. Das würde bedeuten: mehr wechselhafte Phasen, weniger langanhaltende Hochdrucklagen und Temperaturen, die öfter im Bereich von 22 bis 27 Grad bleiben könnten.
ENSO, Jetstream und die große Bühne
Ein entscheidender Hintergrundfaktor ist die mögliche Entwicklung im tropischen Pazifik. Übergänge zwischen La-Niña und neutralen Bedingungen können den Jetstream verändern. Wenn dieser stärker zonal verläuft, entstehen weniger blockierte Wetterlagen über Europa. Genau das passt zur aktuellen Modellidee eines „weißen“ Sommers ohne extreme Signale. Ein stabiler Polarfront-Jet würde Tiefdruckgebiete schneller durchziehen lassen, wodurch sich Hitzephasen zwar bilden können, aber oft nur kurz anhalten. Das Ergebnis wäre ein Sommer mit dynamischem Wechsel statt monatelanger Stagnation.
Der mögliche Verlauf: Juni und Juli
Der Juni könnte zunächst ruhig starten, mit klassischen Frühsommerlagen und gelegentlichen Schauern. Statt früher Hitzewellen wären eher moderate Wärmephasen denkbar. Im Juli könnte sich die Spannung erhöhen: Einzelne Hochdruckfenster bringen warme Tage, doch die Großwetterlage kippt schneller als in typischen Rekordsommern.

Genau diese Mischung würde viele überraschen, weil sie nicht in das Bild der letzten Jahre passt. Entscheidend wäre dabei die Position des Azorenhochs, das mal nach Norden ausgreift und dann wieder zurückgedrängt wird.
August: Die eigentliche Überraschung
Sollte sich das neutrale Signal halten, könnte der Spätsommer die größte Abweichung liefern. Statt Dauerhitze wären nordwestliche Strömungen möglich, die kühlere Atlantikluft nach Mitteleuropa führen. Das würde nicht zwingend einen kalten Monat bedeuten, aber einen mit spürbaren Temperaturschwankungen. Kräftige Gewitterlagen könnten häufiger auftreten, weil warme Luftmassen immer wieder von frischeren Impulsen unterbrochen werden. Ein solcher August würde zeigen, wie selten ein ausgeglichener Sommer inzwischen geworden ist.
Fazit: Ein leiser, aber spannender Sommer
Der Sommer 2026 könnte weniger durch Extreme auffallen, sondern durch das Fehlen davon. Genau das macht ihn meteorologisch spannend. Sollte sich das neutrale Muster bestätigen, wäre es eine Art Gegenentwurf zu den dominierenden Hitzesommern der letzten Zeit. Für Regionen wie Rheinland-Pfalz oder Hessen hieße das wahrscheinlich einen Wechsel aus warmen Tagen, kurzen Hitzeepisoden und immer wieder durchziehenden Tiefs. Die größte Überraschung wäre dann nicht ein Rekord, sondern ein Sommer, der sich wieder erstaunlich „normal“ anfühlt.