Sie finden die Dürre jetzt schon schlimm? Dann sollten Sie erst die September-Prognose sehen

Erst der Rekordsommer, jetzt das: Eine brandneue Langfristprognose zeigt für den September ausgerechnet noch weniger Regen. Trifft es zu, droht Deutschland ein knochentrockener Herbststart.
Kaum ist der heißeste Teil des Sommers überstanden, sorgt schon die nächste Karte für lange Gesichter. Ich habe die frische Monatsprognose für den September heute Morgen aufgerufen – und ehrlich gesagt kurz zweimal hingeschaut. Was sich da für Deutschland und weite Teile Mitteleuropas andeutet, hat mit einem goldenen, milden Spätsommer herzlich wenig zu tun.
Über der Mitte des Kontinents leuchtet die Karte in kräftigem Orange und Rot – und diese Farben stehen ausgerechnet für eines: deutlich zu wenig Regen. Wenn das so kommt, wird der September nicht der ersehnte Erlöser nach dem Dürresommer, sondern legt womöglich noch eine Schippe drauf.
Warum diese Karte Meteorologen alarmiert
Das Entscheidende ist nicht ein einzelner trockener Tag, sondern das großflächige Muster. Von Frankreich über die Beneluxstaaten bis nach Polen und ins Baltikum zeigt die Prognose eine negative Niederschlagsbilanz – teils fast einen Millimeter pro Tag unter dem langjährigen Mittel.

Für einen kompletten Monat summiert sich das zu einem gewaltigen Regendefizit. Dahinter steckt meist ein hartnäckiges Hoch, das die Tiefs samt Regenfronten außen vor hält. Solche blockierenden Wetterlagen haben uns schon den halben Sommer beschert. Setzt sich das fort, bekommen die Böden genau dann keine Erholung, wenn sie sie am dringendsten bräuchten.
Böden am Limit – die Dürre frisst sich weiter
Das eigentliche Problem liegt unter der Oberfläche. Nach Wochen mit Hitze und ausbleibendem Regen sind die Böden vielerorts bis in tiefe Schichten ausgetrocknet. Ein paar kurze Schauer würden da kaum etwas ausrichten – das Wasser versickert oder verdunstet, bevor es unten ankommt.
Bleibt der September so trocken wie angedeutet, verschärft sich die Lage weiter. Niedrige Pegel an Rhein und Elbe, sinkende Grundwasserstände und gestresste Wälder wären die Folge. Für die Landwirtschaft, die auf Herbstregen für die neue Aussaat hofft, wäre das ein herber Rückschlag.
Waldbrandgefahr bleibt hoch
Was viele unterschätzen: Trockenheit hört nicht auf, wenn die große Hitze vorbei ist. Auch bei milderen Temperaturen trocknen totes Holz, Gras und Nadelstreu bei anhaltendem Sonnenschein und niedriger Luftfeuchte immer weiter aus.
Damit bleibt die Waldbrandgefahr auch im Frühherbst ein echtes Thema – gerade in Regionen, die schon im Sommer mit Bränden zu kämpfen hatten. Ein einziger Funke reicht dann, um aus knochentrockenem Untergrund ein Feuer zu machen. Genau deshalb schaue ich bei solchen Karten inzwischen sehr genau hin.
Ein Trost – und ein großes Aber
Jetzt die gute Nachricht: Solche Langfristkarten sind kein in Stein gemeißeltes Schicksal. Sie zeigen einen Trend, keine Punktlandung. Eine einzige Umstellung der Großwetterlage – ein kräftiges Tief aus Westen – kann das Bild binnen Tagen drehen und uns doch noch Regen bringen.
Trotzdem gilt: Wenn gleich mehrere Berechnungen in dieselbe trockene Richtung deuten, sollte man das ernst nehmen. Und im Moment ist das Signal für einen zu trockenen September überraschend deutlich – deutlicher, als mir lieb ist.
Mein Fazit für den September
Fassen wir zusammen: Der Sommer 2026 hat vielen den letzten Nerv geraubt – und der September könnte nahtlos anschließen. Statt des erhofften Regen-Comebacks droht laut aktueller Prognose eher ein goldener, aber staubtrockener Spätsommer mit allen Nachteilen, die eine anhaltende Dürre mit sich bringt.

Mein Rat: Genießen Sie die vermutlich vielen Sonnenstunden, aber behalten Sie den Wasserverbrauch im Blick – im Garten wie im Haushalt. Ich beobachte die Entwicklung für Sie weiter Tag für Tag.
Sollte sich am trockenen Trend etwas ändern, erfahren Sie es hier zuerst. Bis dahin heißt es: Daumen drücken für ein paar kräftige Landregen.