Schon wieder Amber-Warnung! Nach Rekordhitze im Mai: England vor der zweiten großen Hitzewelle des Jahres 2026

Das Met Office schlägt Alarm, die britische Gesundheitsbehörde UKHSA hat einen Amber Heat Health Alert ausgegeben: England steht vor der zweiten großen Hitzewelle des Jahres. Bis zu 35 Grad schüren Sorgen vor Stromausfällen, Verkehrsproblemen und Gesundheitsrisiken. Das ist nicht mehr das Klischee vom verregneten England.

Das Met Office und die britische Gesundheitsbehörde UKHSA haben erneut eine Amber-Hitzewarnung ausgegeben.
Das Met Office und die britische Gesundheitsbehörde UKHSA haben erneut eine Amber-Hitzewarnung ausgegeben.

Wenn Deutsche an Großbritannien denken, haben viele noch immer Bilder von grauem Himmel, Nieselregen und frischen Temperaturen im Kopf. Doch dieses Bild bekommt im Sommer 2026 erneut tiefe Risse.

Nur wenige Wochen nach einer außergewöhnlichen Hitzewelle Ende Mai steht England bereits vor der nächsten extremen Hitzeperiode.

Das britische Wetteramt Met Office hat für große Teile Süd- und Ostenglands eine Amber-Warnung vor extremer Hitze ausgegeben.

Gleichzeitig warnt die britische Gesundheitsbehörde UKHSA (UK Health Security Agency) vor gesundheitlichen Risiken durch die anhaltend hohen Temperaturen.

Am Montag und Dienstag werden verbreitet Höchstwerte von 34 bis 35 Grad erwartet. In Ballungsräumen könnten die Temperaturen selbst nachts nicht mehr unter 20 Grad sinken. Meteorologisch ausgedrückt steht England vor Tropennächten.

ZWEITE AMBER-WARNUNG IN NUR WENIGEN WOCHEN

Besonders bemerkenswert ist nicht allein die Hitze selbst, sondern die Häufung der Warnungen. Bereits Ende Mai hatte die britische Gesundheitsbehörde UKHSA die erste Amber-Hitzewarnung des Jahres 2026 ausgegeben. Es wurden Temperaturen von bis zu 35 Grad gemessen.

In den Londoner Kew Gardens wurden 34,8 Grad registriert – der heißeste Maitag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Großbritannien. Fast 100 Messstationen des Met Office meldeten damals Temperaturen von mindestens 30 Grad.

Nun folgt nur wenige Wochen später die nächste Amber-Warnung. Das Met Office erwartet erneut Höchstwerte von bis zu 34 oder 35 Grad. Damit erlebt England bereits die zweite markante Hitzewelle innerhalb von rund drei Wochen.

Noch vor einigen Jahren galten Amber-Hitzewarnungen auf den Britischen Inseln als seltene Ausnahme. Die aktuelle Entwicklung zeigt, wie häufig extreme Wärme inzwischen auch in Regionen auftritt, die viele Menschen eher mit Regen, Wind und milden Temperaturen verbinden.

SORGE UM GESUNDHEIT, VERKEHR UND INFRASTRUKTUR

Die britischen Behörden warnen ausdrücklich vor den möglichen Folgen der Hitze. Besonders ältere Menschen, chronisch Kranke und andere gefährdete Gruppen können gesundheitlich stark belastet werden.

Doch die Auswirkungen reichen weit darüber hinaus.

Das Met Office weist auf mögliche Probleme im Straßen-, Bahn- und Flugverkehr hin.

Auch die Energieversorgung könnte unter Druck geraten. Hitzeempfindliche technische Systeme könnten ausfallen, was regional sogar Stromunterbrechungen zur Folge haben kann.

Für ein Land, dessen Infrastruktur traditionell eher auf kühles und wechselhaftes Wetter ausgelegt ist, stellen Temperaturen von 35 Grad eine erhebliche Herausforderung dar.

BRITISCHE BEHÖRDEN RUFEN ZUR VORSICHT AUF

Die UKHSA (UK Health Security Agency), die für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung in England zuständig ist, empfiehlt ausreichend Flüssigkeit zu trinken, die Mittagshitze zu meiden und Wohnräume möglichst kühl zu halten.

So ernst ist die Lage: Das Met Office warnt vor „weitreichenden Auswirkungen auf Menschen und Infrastruktur“. In der Amber-Warnung werden unter anderem folgende Risiken genannt:

  • Mehr Menschen werden Küsten, Seen und Flüsse aufsuchen, wodurch das Risiko von Wasserunfällen steigt.
  • Besonders gefährdete Personen müssen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch die extreme Hitze rechnen.
  • Auch die allgemeine Bevölkerung könnte unter Sonnenbrand, Hitzeerschöpfung, Dehydrierung, Übelkeit, Müdigkeit und anderen hitzebedingten Erkrankungen leiden.
  • Im Straßen-, Bahn- und Flugverkehr sind Verzögerungen möglich.
  • Arbeitsabläufe und tägliche Routinen könnten angepasst werden müssen.
  • Hitzeempfindliche technische Systeme könnten ausfallen, was örtlich zu Stromausfällen und dem Ausfall weiterer Versorgungsleistungen führen kann.

Artikelreferenz

UK Health Security Agency (UKHSA): UKHSA issues amber and yellow heat-health alerts across England (22. Mai 2026, Update 18. Juni 2026). (https://www.gov.uk/government/news/ukhsa-issues-amber-and-yellow-heat-health-alerts-across-england#full-publication-update-history). Met Office: Amber Warning for Extreme Heat (22.–23. Juni 2026.