„Schnee auf der Wiesn – kein Problem!" – Dieses Oktoberfest-Wetter in München sorgt für Gänsehaut
onne, Bier, Dirndl – und plötzlich Schneeflocken über den Bierzelten? Auf der Theresienwiese ist genau das schon passiert. Die frostigsten Momente der Wiesn-Geschichte – und ein Ausblick auf 2026.

Blaue Bierzelte, Blasmusik, ein kühles Maß in der Hand und Sonne satt über der Theresienwiese – so kennen und lieben Millionen Menschen das größte Volksfest der Welt. Doch das Wiesn-Wetter hat auch eine völlig andere Seite, die kaum jemand auf dem Schirm hat.
Denn zwischen Lederhose und Lebkuchenherz tanzten schon echte Schneeflocken über die Festzelte – mitten in München, mitten auf dem Oktoberfest.
Schnee auf der Wiesn – das gab es wirklich
Was für viele klingt wie ein Aprilscherz, ist bittere meteorologische Realität: Auf der Theresienwiese ist es tatsächlich schon geschneit – und das gleich mehrfach. Schnee-Wiesn gab es bereits 1829, 1867, 1888 und 1956, ehe 2002 ein knackiger Wintereinbruch die feiernden Gäste völlig kalt erwischte.
Verschneite Bierzelte, frierende Wiesn-Besucher in dünnen Dirndln und Trachtenjankern, dampfender Atem statt Sommerhitze – Bilder, die so gar nicht zum Klischee vom goldenen Oktoberfest passen wollen. Kein Wunder, dass solche Wiesn-Jahre bis heute für Gesprächsstoff sorgen.
Minus 2,5 Grad – der eiskalte Rekord
Noch krasser wird es beim Blick auf die Temperaturen. Der kälteste Wiesn-Tag aller Zeiten war der 29. September 1936 mit frostigen minus 2,5 Grad – Dauerfrost mitten im Volksfest-Trubel. Schon 1973 fror es so früh, dass der Einzug der Wirte bei Schneegestöber über die Theresienwiese zog, und 1995 mussten die Festzelte am Wiesn-Ende sogar im Schnee abgebaut werden.

Wer glaubt, so etwas sei bei uns unmöglich, unterschätzt den bayerischen Herbst gewaltig. Ende September und Anfang Oktober kann das Wetter in München von einem Tag auf den anderen komplett kippen. Ein früher Kaltlufteinbruch aus dem Norden oder feuchte Luft, die sich an den Alpen staut, genügt – und schon fallen die Werte in den Keller.
Von der Glut-Wiesn zur Bibber-Wiesn
Wie extrem die Spanne ist, zeigt der Gegenpol: Erst kürzlich wurde am ersten Wiesn-Samstag mit über 30 Grad der heißeste Oktoberfest-Tag seit Beginn der Messungen gefeiert. Die Menschen standen Schlange an den Trinkwasserstellen, jeder Schattenplatz war heiß begehrt.
Sonnen-Wiesn, Glühwein-Wiesn, Bibber-Wiesn – kaum ein Volksfest schwankt so wild zwischen den Wetterextremen. Der alte Spruch, die Wiesn komme im Sommer und gehe im Herbst, trifft es oft erstaunlich genau. Nur wenige Jahre trennen also den Hitze-Rekord vom Frost – enger geht es kaum.
Darum ist die Wiesn ein echtes Wetter-Lotto
Genau das macht das Oktoberfest aus Sicht eines Wetterfans so spannend. In diesen gut zwei Wochen prallen Spätsommer und Frühherbst aufeinander – und niemand kann seriös versprechen, welche Seite gewinnt. Mal drückt spätsommerliche Wärme bis in den Oktober, mal schiebt sich eine Kaltfront quer über Bayern.
Wer clever ist, packt deshalb beides ein: Sonnenbrille für die warmen Tage und eine dicke Jacke für den Fall, dass der Herbst früh die Muskeln spielen lässt. Wetterfühlige sollten die Prognosen in dieser Zeit besonders aufmerksam verfolgen.
Und wie wird das Oktoberfest 2026?
Vom 19. September bis 4. Oktober 2026 heißt es wieder „O'zapft is". Ob uns dann eine goldene Sonnen-Wiesn, graue Regentage oder gar der nächste frostige Überraschungsgast erwartet, steht Wochen vorher noch in den Sternen.
Eines aber hat die Geschichte eindrucksvoll bewiesen: Die Theresienwiese kann jederzeit für ein weißes Wunder sorgen – und dann heißt es tatsächlich Schnee auf der Wiesn, kein Problem.