Orkan Luise rast heran: Diese unsichtbare Gefahr unterschätzen jetzt fast alle – Freitagabend wird es brenzlig

Orkan Luise rast heran: Diese unsichtbare Gefahr unterschätzen jetzt fast alle – Freitagabend wird es brenzlig

Orkan Luise macht den Freitag zum ersten Sturmtag des Herbstes. Was ihn so tückisch macht, hängt noch über unseren Köpfen. Am Abend droht Chaos auf Schienen und Straßen.

Jetzt ist er da, der erste richtige Herbststurm dieser Saison. Orkantief Luise, international unter dem Namen Austen unterwegs, fegt am Freitag über Deutschland hinweg und bringt verbreitet Sturmböen, auf den Bergen sogar orkanartige Böen. Wochenlang war es ruhig, der Wind hat kaum eine Rolle gespielt, viele haben sich an das gemütliche Herbstwetter gewöhnt.

Sei einer der Ersten, der die neuesten Wetter-Updates erhält, indem Du unserem neuen WhatsApp-Kanal beitrittst. Folge uns und schalte die Benachrichtigungen ein.

Das ändert sich nun schlagartig. Viele werden diesen Sturm unterschätzen, weil die Zahlen auf den ersten Blick gar nicht so spektakulär wirken. Doch genau darin liegt das Problem. Die eigentliche Gefahr steckt diesmal nicht nur im Wind selbst, sondern in den Bäumen.

Unsichtbare Gefahr: Das Laub hängt noch an den Bäumen

Ende Oktober sind die meisten Laubbäume noch dicht belaubt. Eiche, Buche, Linde, Ahorn – sie tragen ihr Blätterkleid oft noch zu großen Teilen. Jedes einzelne Blatt bietet dem Wind Angriffsfläche, und so wirkt eine volle Baumkrone plötzlich wie ein riesiges Segel.

Im Winter, wenn die Kronen kahl sind, pfeift der Sturm einfach hindurch. Jetzt aber drückt er mit voller Wucht dagegen. Kommt dann noch aufgeweichter Boden dazu, in dem die Wurzeln weniger Halt finden, kippen auch Bäume, die eigentlich gesund aussehen. Äste brechen ab, ganze Stämme stürzen um – und das schon bei Böen, die im Januar kaum jemand ernst nehmen würde.

Bis 110 km/h auf den Bergen, 70 bis 80 im Flachland

In den Hochlagen der Mittelgebirge, vor allem im Westen, sind orkanartige Böen der Windstärke 11 möglich. Das bedeutet Spitzen um 110 km/h. Auf den Gipfeln und freien Kuppen wird es richtig ungemütlich, dort sollte am Freitag niemand unterwegs sein.

Orkan Luise bringt Deutschland am Freitag den ersten Herbststurm.
Orkan Luise bringt Deutschland am Freitag den ersten Herbststurm.

Aber auch unten im Flachland wird es ruppig. Dort sind Böen von 70 bis 80 km/h drin. Das klingt erst einmal nach normalem Herbstwind, ist es diesmal aber nicht. Bei der vielen Belaubung reicht genau diese Stärke, um morsche Äste abzureißen und einzelne Bäume umzuwerfen. Wer sein Auto unter Bäumen parkt, sollte es besser umstellen.

Freitagabend wird es kritisch – Bahn im Westen besonders gefährdet

Der heikelste Zeitraum ist der Freitagabend. Genau dann, wenn Hunderttausende ins Wochenende starten, mit dem Auto zur Familie fahren oder mit dem Zug nach Hause pendeln, legt der Sturm noch einmal zu. Ein ungünstigeres Timing gibt es kaum.

Besonders auf den Bahnstrecken im Westen kann es eng werden. Ein einziger umgestürzter Baum auf den Gleisen oder in der Oberleitung reicht, um eine komplette Strecke stundenlang lahmzulegen. Dann stehen Züge auf freier Strecke, Anschlüsse platzen, Bahnsteige laufen voll. Wer kann, sollte seine Reise vorziehen oder auf Samstag verschieben.

Straßen blockiert, Warnungen sind bereits raus

Auch auf den Straßen drohen Sperrungen. Vor allem Landstraßen durch Waldgebiete sind gefährdet, wenn Äste auf die Fahrbahn krachen oder ganze Bäume quer liegen. Hinzu kommen plötzliche Seitenwindböen auf Brücken und freien Flächen, gefährlich vor allem für Anhänger, Wohnmobile und Motorradfahrer.

Endlich Regen in Deutschland. Doch reicht das aus? Ab Montag kommt schon wieder das nächste Hoch zu uns.
Endlich Regen in Deutschland. Doch reicht das aus? Ab Montag kommt schon wieder das nächste Hoch zu uns.

Die amtlichen Sturmwarnungen sind bereits ausgegeben. Waldspaziergänge sollten Sie am Freitag unbedingt meiden, lose Gegenstände auf Balkon und Terrasse sichern und Fahrten durchs Grüne lieber auf einen ruhigeren Tag legen. Auch Parks und Friedhöfe mit altem Baumbestand sind bei diesem Wetter kein guter Ort.

Sonntag noch einmal stürmisch, ab Montag kehrt Ruhe ein

Richtig durchatmen lässt uns das Wetter am Wochenende noch nicht. Am Sonntag frischt der Wind erneut kräftig auf, diesmal trifft es aber vor allem den Norden. Besonders an den Küsten und im norddeutschen Tiefland muss dann wieder mit stürmischen Böen gerechnet werden.

Ab Montag wird es dann deutlich ruhiger, der Wind schläft spürbar ein. Bis dahin gilt: aufpassen, ab und zu den Blick nach oben richten und vor jeder Fahrt kurz die Verkehrslage checken. Dieser erste Herbststurm ist kein Monster, aber durch das viele Laub deutlich tückischer, als er auf den ersten Blick aussieht.