Neuer Heat Dome zu den Hundstagen – wird es jetzt noch heißer als 41,8 Grad? Wetterforscher erklärt

Erst Abkühlung und Durchlüften, dann der Hammer: Ende Juli formiert sich eine neue Hitzekuppel über Europa. Werden die Hundstage 2026 heißer als der Rekord-Juni?

Endlich Luft holen! Nach Wochen mit Dauerhitze, Staub und Tropennächten dreht der Wind. Ein kleiner, aber wirkungsvoller Störimpuls reißt die Hochdruckzone über Europa auf, und aus Skandinavien schwappt frische Sommerluft bis an die Alpen. Schon am Donnerstag und Freitag krachen kräftige Gewitter durchs Land, teils mit Hagel und Sturmböen – der typische Schlussakkord einer Hitzewelle.

Sei einer der Ersten, der die neuesten Wetter-Updates erhält, indem Du unserem neuen WhatsApp-Kanal beitrittst. Folge uns und schalte die Benachrichtigungen ein.

Zum Wochenende gehen die Werte dann verbreitet auf 24 bis 28 Grad zurück, in Schauernähe sogar auf 20 Grad. Auch im Südwesten, dem Hitzepol dieses Sommers, wird es endlich wieder erträglich. Nachts sind 11 bis 18 Grad drin: Fenster auf, durchlüften, Wohnung runterkühlen. Genau das sollte man jetzt konsequent nutzen.

Ende Juli baut sich die nächste Hitzekuppel auf

Denn diese Verschnaufpause hat ein Verfallsdatum. Die Modelle rechnen zum Monatsende ein neues, riesiges Hitzereservoir über Nordafrika, Spanien und dem gesamten Mittelmeerraum. Das Azorenhoch rückt nach, verstärkt sich im Zusammenspiel mit einem Islandtief zu einer mächtigen Hochdruckzone und dreht die Grundströmung auf Südwest.

West- und Mitteleuropa stehen Ende Juli möglicherweise vor einer neuen Hitzewelle.
West- und Mitteleuropa stehen Ende Juli möglicherweise vor einer neuen Hitzewelle.

Damit wird die Wärme wie durch einen Trichter nach Mitteleuropa gepumpt. Die Temperaturen könnten bis zum 28. Juli wieder auf 28 bis 35 Grad klettern, örtlich sind bis zu 39 Grad im Spiel. Das Potenzial für eine vierte Hitzewelle bis weit in den August hinein ist hoch – und die Trockenheit verschärft sich dabei weiter.

Werden die Hundstage heißer als der Juni?

Und genau hier wird es spannend: Wir laufen direkt in die Hundstage hinein, die Zeit vom 23. Juli bis 23. August. Statistisch ist das die heißeste Phase des Jahres. Kein Zufall: Die meisten deutschen Rekordwerte stammen aus dieser Zeitspanne, der Allzeitrekord vor diesem Jahr wurde am 25. Juli 2019 mit 41,2 Grad aufgestellt.

Ob es noch heißer wird als die 41,8 Grad vom 27. Juni, entscheidet allein die Wetterlage. Aber: Ausgeschlossen ist gar nichts. Das Mittelmeer ist stellenweise bis zu 7 Kelvin zu warm, die Böden sind knochentrocken. Beides sind Turbolader für jede Hitzeglocke.

„Die Tage werden kürzer" – der große Denkfehler

Viele Leser schreiben mir: Ende Juli werden die Tage doch schon kürzer, da kann es gar nicht mehr so heiß werden. Klingt logisch – stimmt aber nicht. Der Tag verliert bis Ende Juli gerade einmal rund eine Stunde Sonnenschein gegenüber der Sonnenwende, der Sonnenstand ist nur unwesentlich flacher.

Entscheidend ist die Wärmeträgheit: Boden, Luftmasse und Meere haben sich über Wochen aufgeheizt und geben diese Energie zeitversetzt wieder ab. Deshalb hinkt das Temperaturmaximum dem Sonnenmaximum rund vier bis sechs Wochen hinterher. Trockene Böden verstärken den Effekt zusätzlich, weil kaum noch Energie in die Verdunstung geht.

Was jetzt wirklich zählt

Man sollte die Prognosen für Ende Juli trotzdem nicht in Stein meißeln. Die Kontrollläufe zeigen bis zum 28. Juli im Mittel ein Plus von 2,6 bis 3,1 Grad – zu warm, ja, aber Extremwerte jenseits der 40 Grad bilden bislang nur die heißesten Einzellösungen ab.

Sicher ist: Der Sommer 2026 liegt mit einer Abweichung von rund +2,6 Grad klar auf Rekordkurs. Und im Westen und Süden stehen schon jetzt bis zu 33 Hitzetage und zwölf Wüstentage zu Buche. Wer glaubt, das Schlimmste sei überstanden, könnte sich täuschen.

Fazit: Kurze Erholung, dann Vollgas

Die kommenden Tage sind ein Geschenk – nutzen Sie sie. Durchlüften, Vorräte auffüllen, Klimaanlagen und Ventilatoren checken, Garten wässern. Denn ab der letzten Juli-Dekade dreht der Hochsommer aller Voraussicht nach wieder auf, und dann startet der August womöglich direkt mit dem nächsten Hitze-Hammer.

Ob es für einen neuen Allzeitrekord reicht, kann heute seriös niemand sagen – dafür ist der Zeitraum schlicht zu weit weg. Aber die Zutaten liegen bereit: ein aufgeheiztes Mittelmeer, staubtrockene Böden und eine Südwestlage, die genau diese Luft zu uns schaufelt. Die Hundstage 2026 haben das Zeug zum Ausrufezeichen.