Juli-Extrem-Wetter-Wahnsinn! 118 Orte gestern unter 20 Grad – und 40 Orte schwitzten teils seit Tagen bei über 30 Grad
Deutschland steckt im Juli-Extrem-Wetter-Wahnsinn: Während 118 Orte gestern unter 20 Grad blieben, schwitzen 40 Stationen teils seit Tagen bei über 30 Grad. Wie geht es jetzt weiter?

Deutschland erlebt derzeit eine Wetterlage, die kaum gegensätzlicher sein könnte. Während an zahlreichen Küstenorten, in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Teilen Norddeutschlands nicht einmal 20 Grad erreicht wurden, meldeten Wetterstationen im Südwesten erneut Temperaturen von über 30 Grad.
Besonders bemerkenswert:
118 Stationen verzeichneten Tageshöchstwerte unter der 20-Grad-Marke. Gleichzeitig registrierten 40 Stationen einen Hitzetag mit mindestens 30 Grad. Zwischen der Zugspitze mit lediglich 3,6 Grad und Alzey in Rheinland-Pfalz mit 32,0 Grad lag eine Temperaturspanne von fast 30 Grad.
Kein Wunder also, dass die Meinungen derzeit weit auseinandergehen. Die einen hoffen nach mittlerweile wochenlanger Hitze (s.Oberrheingraben / Markgräferland / Breisgau) auf eine nachhaltige Abkühlung, die anderen sehnen sich endlich nach beständigem warmen und sonnigen Sommerwetter.
Ein ungewöhnliches Sturmtief mischt die Wetterkarten neu
Verantwortlich für die außergewöhnlichen Gegensätze ist ein für die Jahreszeit ungewöhnlich kräftiges Tiefdruckgebiet über Südschweden und dem Ostseeraum. Zeitweise fällt sein Kerndruck sogar unter 990 hPa.
An seiner Südflanke wird kühlere und feuchtere Luft aus dem Nordatlantik nach Norddeutschland gelenkt. Gleichzeitig sorgt ein kräftiges Hochdruckgebiet über Westeuropa dafür, dass sich im Südwesten weiterhin sehr warme Luft behaupten kann.
Zwischen beiden Wettersystemen entsteht ein starkes Druckgefälle. Die Folge sind teils kräftige Windböen, Regenfelder im Norden und Osten sowie große Temperaturunterschiede über vergleichsweise kurzer Distanz.
Die Atmosphäre stellt die Weichen neu
Bereits zur Wochenmitte beginnt sich die Wetterlage umzubauen. Das Sturmtief zieht zum Baltikum weiter und verliert allmählich an Kraft. Gleichzeitig wölbt sich über Westeuropa ein kräftiger Höhenrücken auf.
Meteorologen sprechen von einer blockierenden Wetterlage.
Mit diesem Prozess steigen auch die Temperaturen wieder an. Besonders im Westen und Südwesten setzt sich immer wärmere Luft durch. In rund 1500 Metern Höhe werden dort bis zum Wochenende erneut Werte zwischen 18 und 20 Grad erreicht – ein deutliches Signal für hochsommerliche Temperaturen am Boden.
Heat Dome im Anmarsch
— Meteored Deutschland (@MeteoredDE) July 6, 2026
Die nächste Hitzewelle baut sich über Deutschland auf
️ Von 17 Grad im Nordosten auf bis zu 35 Grad am Wochenende
️ Nach Regen und Wind übernimmt wieder die Hitzeglocke.
Alle Infos zum Wetter gibt es hier
https://t.co/dxKrUw1khu pic.twitter.com/aK23h1rKzP
Neue Hitzewelle oder nur Sommer auf Zeit?
Ab Donnerstag und vor allem zum Wochenende nimmt der Hochdruckeinfluss deutlich zu. Im Südwesten sind vielerorts wieder Temperaturen über heiße 30 Grad zu erwarten. Lokal könnten entlang des Oberrheins sogar 36 Grad Wüstenhitze erreicht werden.
Im Norden und Nordosten bleibt die Entwicklung etwas gedämpfter. Dort wirkt das ehemalige Sturmtief über Osteuropa noch nach, sodass die große Hitze zunächst langsamer vorankommt.
Nach aktuellem Stand spricht jedoch vieles dafür, dass sich die Wärme nicht nur im Verlauf des Wochenendes weiter ausbreitet, sondern das sie sich auch halten wird. Die große Extremhitze, wie die der vergangenen Juni- Hitzewelle mit ihren Allzeitrekorden, wird zwar momentan nicht gestützt, dennoch stehen vielen Regionen erneut, bzw. weiterhin heiße Sommertage bevor.
Die Frage lautet deshalb nicht mehr, ob der Sommer zurückkehrt – sondern wie weit die nächste Hitzewelle nach Deutschland vorankommen wird und wie lange die Hitze im Süden noch blieben wird.