Jetzt schlagen die Wettermodelle Alarm: „Es wird noch heißer" – und dann kommt DAS im September
Kein Ende der Glut in Sicht: ECMWF und CFS rechnen weit über den Hochsommer hinaus zu warm – und viel zu trocken. Für Böden, Flüsse und Wälder wird das zur Belastungsprobe.

Deutschland glüht. Nach dem zweitwärmsten Juni seit Beginn der Wetteraufzeichnungen läuft auch der Juli komplett aus dem Ruder. Gerade einmal rund 15 Prozent des üblichen Monatsniederschlags sind bis jetzt gefallen, an ganzen zwei Tagen kam überhaupt nennenswert etwas vom Himmel.
Und es kommt noch dicker. Die nächste Hitzewelle steht bereits in den Startlöchern, im Südwesten sind wieder Wüstentage jenseits der 35-Grad-Marke drin, örtlich sogar 37 Grad. Doch die eigentliche Nachricht steckt nicht im Wochenendwetter. Sie steckt in den Langfristkarten der großen Rechenzentren.
Zwei Modelle, eine Aussage – und das macht es brisant
Normalerweise streiten sich die Amerikaner und die Europäer. Das US-Modell CFSv2 und das europäische ECMWF liegen bei Langfristprognosen selten auf einer Linie, oft trennen sie Welten. Diesmal nicht.
Beide Systeme berechnen für die kommenden Wochen und Monate über Mitteleuropa eine deutlich positive Temperaturanomalie. Der Süden und die Mitte Deutschlands liegen dabei am weitesten im roten Bereich, der Norden zieht abgeschwächt mit. Wenn zwei unabhängige Rechensysteme dieselbe Signatur zeigen, steigt die Aussagekraft erheblich. Genau das passiert gerade.
Der Regen fehlt – und das wird zum Problem
Viel entscheidender als die Temperatur ist der Niederschlag. Und da sieht es düster aus. Die Karten zeigen bis weit in den Monat hinein ein massives Niederschlagsdefizit, insbesondere südlich der Linie Köln–Bayerischer Wald.

Die Böden sind nach einem zu trockenen Frühjahr längst ausgezehrt. Flusspegel sinken, Wiesen sind braun, die Waldbrandgefahr klettert in die höchsten Stufen. Wer sich die Bilder aus dem Juni angeschaut hat, weiß, was das bedeutet. Ein einzelnes Hitzegewitter mit 20 Litern in zehn Minuten löst keine Dürre auf – es spült die Erde weg.
August: heiß, aber die Modelle zicken
Beim letzten Sommermonat wird die Sache spannend. Die europäischen Läufe halten stur am Wärmesignal fest und sehen auch den August zu warm und regional zu trocken.
Das amerikanische Modell schert teilweise aus und rechnet vor allem im Norden mit erhöhten Niederschlagsmengen durch durchziehende Tiefausläufer. Zu warm bleibt es trotzdem – die Abweichung liegt je nach Rechenlauf bei ein bis zweieinhalb Grad über dem langjährigen Mittel.
Eine flächendeckende Extremdürre wie 2018 ist damit nicht das wahrscheinlichste Szenario. Ausgeschlossen ist sie aber auch nicht.
Und dann kommt der September
Hier wird es richtig interessant. Die saisonalen Läufe hören ja nicht am 31. August auf. Und sie zeigen: Das Wärmesignal reißt zum Herbstbeginn nicht ab.

Der Hintergrund ist physikalisch nachvollziehbar. Ein geschwächter Jetstream erzeugt amplitudenreichere Wellen, das begünstigt blockierende Hochdrucklagen über Mitteleuropa. Solche Blocking-Ereignisse haben seit 1980 spürbar zugenommen. Kommt ein extrem warmes Mittelmeer als Energielieferant dazu, kann sich eine Wetterlage wochenlang festfahren. Meteorologen nennen das Erhaltungsneigung. Für den Spätsommer heißt das: Ein früher, kühler Herbsteinbruch ist derzeit die unwahrscheinlichere Variante.
Was das für die kommenden Wochen bedeutet
Klar ist: Eine Langfristprognose sagt niemandem, ob es am 12. September regnet. Sie liefert Wahrscheinlichkeiten, keine Gewissheiten. Wer etwas anderes behauptet, verkauft Kaffeesatz.
Klar ist aber auch: Das Signal ist ungewöhnlich stabil, es zeigt in eine Richtung, und es zeigt schon seit Wochen dorthin. Zu warm. Zu trocken. Über den Hochsommer hinaus. Für die Landwirtschaft, für die Wälder und für alle, die bei Hitze schlecht schlafen, wird das ein zäher Endspurt. Der Sommer 2026 zeigt die Krallen – und er denkt gar nicht daran, sie einzufahren.