Richtiger Hochwinter mit Schnee und Eis in NRW - Meteorologe Köss: "Der Winter ist gekommen, um zu bleiben"
Wer hätte das vor einigen Wochen gedacht: Nach dem sehr milden Winterbeginn im Dezember sind jetzt Schnee, Eis und Frost in NRW mit Pauken und Trompeten angekommen und auch in den nächsten Tagen geht es mit richtigem Hochwinterwetter weiter.

Das hat es in Nordrhein-Westfalen lange nicht mehr gegeben: Richtiges Winterwetter mit Schnee, Eis und Frost bis in die Niederungen. Was auf den Straßen für Probleme sorgte, erfreute Wintersportler umso mehr! Endlich nochmal "Ski und Rodel gut" auf den Bergen der Heimat.
Dabei ging es am Freitag beim Wetter in NRW wild und turbulent zur Sache, immer wieder kam es zu kräftigen Schneeschauern und auch Wintergewitter waren mit von der Partie. Gewitter im Winter? Ja, denn extreme Höhenkaltluft mit bis zu -40 Grad in 5000 Metern Höhe sorgen für riesige vertikale Temperaturunterschiede, denn am Boden liegen die Werte nur um den Gefrierpunkt (entspricht 40° K Differenz).
Viel Neuschnee im Sauerland
Die Folge waren und sind heftige Schneeschauer, viel Wind und eben die besagten örtlichen Wintergewitter. Innerhalb kürzester Zeit kann dann extremer Flockenwirbel für mehrere Zentimeter Neuschnee sorgen. Im Stau vom Bergischen Land und dem Sauerland sind dabei die größten Schneemengen gefallen.
Die Schneeschauer sind dabei ungleich verteilt und ganz unten im Flachland gab es auch noch zarte Plusgrade, so dass die Schneehöhen am Samstagmorgen (um 7 Uhr) sehr unterschiedlich ausfielen: Spitzenreiter war natürlich der Kahle Asten (841m) im Hochsauerland mit 29 cm, aber auch in Ostwestfalen gab es verbreitet 5-10 cm Neuschnee, in Lügde-Paenbruch auf nur 258 Metern lagen stolze 16 Zentimeter der weißen Pracht.
Mittlerweile 25 cm Schnee in Winterberg #Hochsauerland pic.twitter.com/tQ16oCiL3y
— Markus Köss (@wetterkoess) January 2, 2026
Aber selbst im Münsterland, am Niederrhein und im Ruhrgebiet fielen verbreitet 1 bis 5 cm Schnee, mehr oder weniger schneefrei blieb es nur direkt am Rhein und im Eifelvorland. Hier gibt es am Wochenende aber auch noch Chancen für eine zumindest dünne Schneedecke, in etwas höheren Lagen wird die Schneedecke dagegen weiter wachsen.
Am Sonntag ist es weiterhin wechselnd bis stark bewölkt mit weiteren Schneeschauern und Glättegefahr. Bis zum Sonntagabend sind dabei in den Niederungen weitere 1 bis 5 cm, in den Staulagen der Berge 10-15 cm Neuschnee (zu den bisher gefallenen Mengen) möglich. Die Höchstwerte liegen um den Gefrierpunkt, in höheren Lagen gibt es Dauerfrost bei -4 bis -1 Grad. Weiterhin böiger Wind kann im Bergland weiterhin zu Schneeverwehungen führen!
Weiterhin hochwinterlich
In der Nacht zu Montag gibt es verbreitet Frost von -1 bis -6 Grad und dabei sind wie auch am Montag tagsüber immer noch einzelne Schneeschauer möglich, wenn auch nicht mehr so häufig und so intensiv wie am Wochenende. Die Höchstwerte reichen nur noch ganz vereinzelt am Rhein für +1 Grad, sonst herrscht vielfach Dauerfrost vor.
Ab Dienstag verstärkt sich dann der Hochdruckeinfluss und die eingeflossene Polarluft kommt zur Ruhe. Bei etwas Sonnenschein bleibt es meist trocken und eisig kalt. Selbst im Rheinland reicht es nur noch für maximal 0 Grad und verbreitet gibt es Dauerfrost. Nachts kann es bei Aufklaren und über Schnee auf bis zu -10 Grad abkühlen. Ob es Richtung nächstes Wochenende zu einer Milderung kommt oder es weiter hochwinterlich kalt bleibt, ist noch sehr unsicher und muss in den nächsten Tagen weiter verfolgt werden.