Hoch Vukadin übernimmt die Wetterregie: Warum Freiburg 12 Stunden Sonne bekommt und Rosenheim heute keine einzige
Sonne satt oder grauer Himmel: Zwischen Freiburg und Rosenheim könnte der Unterschied heute kaum größer sein. Hoch Vukadin beruhigt zwar unser Wetter, garantiert aber längst nicht überall strahlenden Sonnenschein.

Deutschland erlebt an diesem Donnerstag im südliche Raum ein erstaunliches Wettergefälle. Während in Freiburg rund zwölf Sonnenstunden möglich sind und die Sonne damit praktisch von ihrem Aufgang bis zum Untergang freie Bahn bekommt, könnte sie sich in Rosenheim überhaupt nicht zeigen. Dabei steht ganz Deutschland inzwischen wieder unter Hochdruckeinfluss.
Nach dem turbulenten Wetterwechsel der vergangenen Tage streckt sich ein Ableger des Azorenhochs nach Mitteleuropa. Er trägt den Namen Vukadin. Weiter östlich liegt Hoch Ulrich. Beide Hochdruckgebiete verbinden sich und bilden damit eine Brücke hohen Luftdrucks, die sich über große Teile Europas erstreckt.
Warum ein Hoch nicht automatisch blauen Himmel bringt
In einem Hoch bewegt sich Luft großräumig aus höheren Schichten nach unten. Beim Absinken wird sie zusammengedrückt und wärmer. Dadurch sinkt die relative Luftfeuchtigkeit, und die Entstehung mächtiger Regenwolken wird erschwert. Wegen dieser physikalischen Gesetzgebung bringt Hochdruck trockenes und ruhiges Wetter.
Doch Vukadin kann bereits vorhandene Wolken nicht einfach wegzaubern. Unter der absinkenden Luft kann sich sogar eine Art Deckel bilden. Feuchte Luft bleibt dann in den unteren Schichten gefangen und kann sich als hartnäckige Wolkendecke halten.
Das erklärt einen Teil der gewaltigen Unterschiede beim Sonnenschein. Im Südwesten ist die Luft trockener und der Himmel kann weit aufklaren. Richtung Alpen halten sich dagegen deutlich mehr Wolken, unter anderem auch orografisch bedingt. Aber auch im Norden ziehen heute zeitweise tiefe Wolkenfelder durch.

Tiefdruckgebiete unterbrechen die Hochdruckbrücke
Ganz ungestört ist die Hochdruckzone über Europa ohnehin nicht. Vom Ligurischen Meer zieht sich eine langgestreckte Zone tieferen Luftdrucks über Osteuropa weit nach Norden bis in Richtung Barentssee. In diesem Bereich befinden sich die Tiefdruckgebiete Xenia und Wega.
Entlang dieser Tiefdruckrinne bleibt die Atmosphäre unruhiger. Dort steigt feuchte Luft auf, Wolken und Niederschläge entstehen. Ein Teil dieser Bewölkung reicht von Süden bis an die deutschen Alpen heran und sorgt dort für einen deutlich graueren Himmel. Weiter westlich kann sich dagegen der Einfluss von Hoch Vukadin stärker durchsetzen – die Luft trocknet ab, die Wolken lösen sich auf und die Sonne bekommt deutlich mehr Platz.
#WetterHeute
— Meteored Deutschland (@MeteoredDE) September 10, 2026
️ Südwesten & Ostsee: viel Sonne
️ Norden & Alpen: mehr Wolken, kaum Regen
️ 1724 °C
Ostseeküste anfangs noch Bft 7
Nachts frisch: 113 °C
️ örtlich Nebel, in Mittelgebirgstälern lokal Bodenfrost
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Nachts wird aus dem Hoch eine Kühlmaschine- auch wieder Physik
Tagsüber profitieren sonnige Regionen von Vukadin, nachts sorgt derselbe ruhige Wettercharakter jedoch für kräftige Abkühlung. Wo kaum Wolken vorhanden sind und nur wenig Wind weht, kann die am Boden gespeicherte Wärme besonders gut in die Atmosphäre und schließlich ins All abgegeben werden.
Die kommende Nacht wird deshalb ausgesprochen frisch. Die Tiefstwerte liegen zwischen 11 und 3 Grad. In geschützten Tälern der Mittelgebirge kann es unmittelbar über dem Boden sogar für Frost reichen. Stellenweise entsteht zudem Nebel.
Vom Bodenfrost zurück auf fast 30 Grad
Das Septemberwetter zeigt damit enorme Gegensätze. Schon am Freitag werden 18 bis 25 Grad erreicht, am Samstag sind am Oberrhein bis 27 Grad möglich. Am Sonntag könnte es dort sogar 28 Grad geben. Anfang kommender Woche bleibt besonders der Süden auf der wärmeren Seite – am Dienstag sind am Oberrhein nach jetzigem Stand sogar wieder 28 bis 29 Grad denkbar.