In diesen deutschen Städten scheitern die meisten Ehen

Viele Paare versprechen sich ewige Liebe, doch die Scheidungsstatistik spricht eine andere Sprache. In welchen Städten Ehen besonders häufig geschieden werden? Hier gibt’s die Antwort.

Auf immer und ewig? Dieses Versprechen hält leider deutlich weniger als man denkt (Foto: Adobe Stock)

Es gibt Städte, die für Romantik, Hochzeiten und große Liebesgeschichten stehen. Und dann gibt es eben auch Orte, an denen statistisch betrachtet deutlich mehr Ehen wieder auseinandergehen. Ein aktuelles Ranking zeigt nun, wie groß die regionalen Unterschiede bei Scheidungen in Deutschland sind.

Für eine Überraschung sorgt dabei vor allem die Spitze: Denn Leverkusen ist seinen Ruf als “Scheidungs-Hauptstadt los”. Den höchsten Wert unter den untersuchten deutschen Großstädten erreicht 2025 ein anderer Ort.

Bremerhaven führt die Scheidungs-Liste an

In Bremerhaven wurden im vergangenen Jahr 182 Ehen geschlossen, gleichzeitig aber 155 Ehen geschieden. Rechnerisch kommen damit 85,2 Scheidungen auf 100 Eheschließungen. Damit liegt Bremerhaven deutlich vor dem bisherigen Spitzenreiter Leverkusen. Die Stadt in Nordrhein-Westfalen kommt auf 79,9 Scheidungen je 100 Hochzeiten. Auf dem dritten Platz landet Neumünster mit 76,2 Prozent.

Auffälliges Muster im Ruhrgebiet

Wer auf die weitere Rangliste blickt, erkennt schnell: Auch mehrere Städte im Ruhrgebiet beziehungsweise in Nordrhein-Westfalen weisen hohe Werte auf.Duisburg erreicht eine Quote von 68,9 Prozent, Hagen kommt auf 64,6 Prozent. Ebenfalls weit oben im bundesweiten Vergleich finden sich Oberhausen und Herne.

Das Ranking bedeutet allerdings nicht, dass dort tatsächlich fast sieben von zehn frisch geschlossenen Ehen wieder geschieden werden. Die Quote setzt vielmehr die Zahl der Scheidungen eines Jahres ins Verhältnis zu den Eheschließungen desselben Jahres. Es handelt sich also um eine statistische Momentaufnahme – nicht um eine Prognose für einzelne Paare.

Hamburg landet vor Berlin und München

Interessant wird der Vergleich auch bei den größten deutschen Städten. Unter den Millionenstädten liegt Hamburg vorn. 2025 kamen dort 50,1 Scheidungen auf 100 Eheschließungen. Dahinter folgt Berlin mit 48,5 Prozent. München liegt mit 39,7 Prozent deutlich darunter.

Besonders überraschend fällt der Blick nach Köln aus. Die Stadt am Rhein, die mit Karneval, Herzchen und dem berühmten Dom nicht gerade als lieblos gilt, landet mit 31,1 Scheidungen je 100 Eheschließungen vergleichsweise weit hinten.

Wenn die Streitigkeiten häufiger werden, denke viele Paare über eine Scheidung nach (Foto: Adobe Stock)

Hier halten Ehen statistisch am häufigsten

Am unteren Ende des Rankings sieht die Welt ganz anders aus. Die niedrigsten Werte weisen Freiburg im Breisgau, Ulm und Heidelberg auf. In Freiburg kommen 2025 lediglich 16,5 Scheidungen auf 100 Eheschließungen. Ulm folgt mit 16,6 Prozent, Heidelberg mit 17,5 Prozent.

Doch auch diese Zahlen sollten nicht als Beweis dafür verstanden werden, dass Menschen in diesen Städten grundsätzlich glücklicher verheiratet sind. Eine Stadt mit einer niedrigen Quote ist nicht automatisch ein Paradies für Paare – genauso wenig wie eine hohe Quote bedeutet, dass Beziehungen dort grundsätzlich zum Scheitern verurteilt sind.

Wenn Geld und Zukunftssorgen die Beziehung belasten

Warum die Unterschiede zwischen den Städten so groß ausfallen, lässt sich aus den Zahlen allein nicht ablesen. Die Psychologin Borbála Rozsnyik nennt gegenüber BILD allerdings mögliche Faktoren, die Beziehungen unter Druck setzen können. Dazu gehören unter anderem finanzielle Belastungen, Unsicherheit und dauerhafter Stress.

Gerade wenn Menschen sich Sorgen um ihre wirtschaftliche Situation oder ihre Zukunft machen, kann das auch das Zusammenleben als Paar beeinflussen. Konflikte entstehen dann laut der Expertin nicht zwangsläufig wegen großer grundsätzlicher Probleme. Manchmal entzündet sich ein Streit an einer scheinbaren Kleinigkeit – während dahinter viel größere Ängste stehen.

"Finanzieller Druck kann langfristig zum Beziehungsproblem werden", sagt Rozsnyik. Hinter wiederkehrenden Auseinandersetzungen können demnach beispielsweise Fragen nach Sicherheit, Vertrauen oder der gemeinsamen Zukunft stehen.

Was das Ranking tatsächlich aussagt

Die Grundlage für den Vergleich bilden Zahlen des Statistischen Bundesamtes zu Eheschließungen und Scheidungen im Jahr 2025. Das Online-Portal Erotik.com hat diese Daten für die 102 kreisfreien Großstädte Deutschlands ausgewertet.

Bei aller Aussagekraft der Zahlen sollte man das Ranking jedoch nicht überinterpretieren. Die Statistik verrät, wo das Verhältnis von Scheidungen zu Eheschließungen im vergangenen Jahr besonders hoch beziehungsweise niedrig war. Sie kann aber nicht erklären, warum eine konkrete Ehe funktioniert – oder warum sie scheitert.

Wer also in Freiburg heiratet, hat statistisch nicht automatisch die besseren Chancen auf eine lebenslange Ehe. Und auch ein Paar in Bremerhaven muss sich keineswegs Sorgen machen, nur weil seine Stadt im Ranking ganz oben steht. Denn am Ende entscheidet nicht die Postleitzahl darüber, wie lange eine Liebe hält.

Artikelreferenz

Bild.de. (2026). Hier gehen in Deutschland die meisten Ehen kaputt.