"Heute fliegt der Deckel hoch" – Wetterdienst warnt vor Lila-Unwetter mit Tornados, Festivals in höchster Gefahr

Heute fliegt der Deckel hoch – so dramatisch ist die Lage. Der Wetterdienst METEORED ruft die höchste Warnstufe Lila aus. Tornados, Orkanböen und Sturzfluten drohen, mitten im Festival-Wochenende. Es wird brandgefährlich.

Heute fliegt buchstäblich der Deckel hoch. Über Deutschland hat sich tagelang die Hitze gestaut – und genau diese aufgeheizte Luft wird jetzt zum Pulverfass. Die Meteorologen von METEORED schlagen Alarm und holen die höchste Warnstufe Lila aus der Schublade.

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Es ist die Stufe, die nur kommt, wenn es richtig ernst wird. Tornados, Orkanböen, Hagel und Sturzfluten – heute ist fast alles möglich. Und das ausgerechnet zum Start eines der größten Festival-Wochenenden des Jahres.

Erst der Norden, dann zünden die Mittelgebirge

Schon am Tage ist im Norden Schluss mit ruhig. Einzelne Gewitter ziehen nach Osten, teils mit kräftigem Starkregen, ab Mittag eng begrenzt auch mit Hagel und ersten Sturmböen. Wer dort unterwegs ist, sollte den Himmel im Blick behalten.

Doch das ist erst das Vorspiel. Ab Mittag bis in den Abend hinein legen die Mittelgebirge nach. Von dort schießen kräftige Gewitter in die Höhe, die es faustdick in sich haben – und sie wandern langsam weiter ins Land.

Wenn die Energieluft explodiert

Ein Blick auf die aktuelle Wetterkarte sagt alles. Über weiten Teilen des Landes lagert glühend heiße, hochlabile Luft mit bis zu 3000 Joule pro Kilogramm. Das ist purer Zünder, ein Energiespeicher, der nur auf den Auslöser wartet.

Ab Freitagnachmittag setzen aus Westen schwere Gewitter und Unwetter ein.
Ab Freitagnachmittag setzen aus Westen schwere Gewitter und Unwetter ein.

Genügt ein kleiner Anstoß, rastet die Atmosphäre aus. Dann steigen die Luftmassen explosionsartig auf, türmen sich zu kilometerhohen Gewittertürmen und entladen sich mit voller Wucht. Genau dieser Mechanismus macht den heutigen Freitag so gefährlich.

Lila Warnstufe und sogar Tornados

Konkret drohen Starkregen mit über 25 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit und Hagel über zwei Zentimeter Durchmesser. Im Extremfall fallen sogar mehr als 40 Liter – Mengen, bei denen Straßen in Minuten zu reißenden Bächen werden.

Damit ist die lila Warnstufe kein leeres Drohwort mehr. Aus den heftigsten Superzellen können sich sogar kurzlebige Tornados bilden. Vor allem in Südbaden und Schwaben sind schwere Sturmböen bis 100 km/h drin – das ist glatte Orkanstärke.

Hurricane und Southside mitten in der Gefahrenzone

Pikant: Genau jetzt starten die Zwillingsfestivals. In Scheeßel in Niedersachsen rollt das «Hurricane» an, im baden-württembergischen Neuhausen ob Eck das «Southside». Zehntausende strömen auf die Gelände – und beide liegen mittendrin im Schussfeld.

Besonders heikel wird es im Süden: Das «Southside» sitzt direkt im Schwaben-Korridor, wo Orkanböen und die lila Warnstufe drohen. Für ein Open-Air mitten im Grünen, zwischen Zelten und Bühnentürmen, ist das eine brisante Mischung.

Auch die Nacht bringt keine Ruhe

Am Abend und in der Nacht zum Samstag klingen die Gewitter zunächst langsam ab. Doch im Westen ist die Sache längst nicht ausgestanden: Von Benelux her ziehen neue, verbreiteter auftretende Gewitter heran, vor allem in der ersten Nachthälfte erneut mit Unwetterpotenzial.

Mein Rat: Durchsagen der Veranstalter ernst nehmen, bei aufziehenden Gewittern sofort feste Unterstände oder das Auto aufsuchen – weg von Zelten und Bäumen. Eine ruhige Sommernacht wird das nicht. Bis zum Samstagmorgen bleibt die Lage brandgefährlich.