Rekordhitze in den Alpen setzt den Gletschern massiv zu - Meteorologe: "Weiterhin große Hitze, örtliche Unwetter"
Der Alpensommer 2026 bricht mal wieder zahlreiche Hitzerekorde und ist nach dem schneearmen Winter der "worst case" für die Gletscher, die weiter im Eiltempo abschmelzen. Eine Entspannung ist derweil nicht in Sicht, die große Hitze bleibt.

Der Hitzesommer 2026 sorgt in den Alpen nicht nur für zahlreiche Rekordtemperaturen, sondern setzt auch für die Alpengletscher eine kritische Wegmarke. Nach dem erneut äußerst schneearmen Winter sorgten außergewöhnlich früh einsetzende, lange und intensive Hitzewellen dafür, dass die schützende Schneedecke auf vielen Gletschern schon Ende Juni abgeschmolzen war.
Am Schweizer Rhonegletscher etwa datierten Glaziologen der ETH Zürich den sogenannten Gletscherschwundtag - den Zeitpunkt, ab dem die Eismasse ungeschützt der Sommerwärme ausgesetzt ist - auf den 29. Juni. Früher lag dieser Termin nur im Rekordjahr 2022 (26. Juni).
Gefahr für Wanderer und Bergsteiger
In Bayern schmelzen die letzten vier verbliebenen Gletscher, darunter der Nördliche Schneeferner und der Höllentalferner an der Zugspitze, so rasant, dass Fachleute ihr vollständiges Verschwinden bereits für die 2030er-Jahre erwarten. Der Nördliche Schneeferner auf dem Zugspitzplatt ist durch die große Hitze in diesem Sommer schwer gekennzeichnet.
Der Rückgang der schützenden Schneeauflage führt zudem zur sogenannten Eis-Albedo-Rückkopplung: Freigelegtes, dunkles Altschnee- und Gletschereis absorbiert mehr Sonnenstrahlung und beschleunigt so die weitere Schmelze zusätzlich. Gletscher sind dabei die empfindlichsten und sichtbarsten Indikatoren einer Klimaveränderung und zeigen den fortschreitenden anthropogenen Klimawandel durch massiven Masseverlust, Längen- und Flächenrückgang direkt an.
Der kümmerliche Rest vom Schneeferner auf dem Zugspitzplatt #Zugspitze pic.twitter.com/EPdEK7RiEc
— Markus Köss (@wetterkoess) July 30, 2026
In den Alpen verschärfen sich die Bedingungen für Bergsteiger und Wanderer. Fachleute warnen vor den Gefahren, denn neben der zunehmenden Gefahr von Steinschlag und Felsstürzen durch das Auftauen von Permafrost, sorgen auch fehlende Schneebrücken auf Gletscherspalten und immer größere Randspalten für immer mehr Probleme.
Die Hitzewelle wird sich in den Alpen in dieser Woche weiter fortsetzen. Dabei könnten erneut Rekordtemperaturen erreicht werden bei einer Nullgradgrenze von rund 4500 Metern Höhe. So gibt es am Dienstag erneut einen heißen Hochsommertag mit reichlich Sonne bei Höchstwerten von 30 bis 35 Grad, selbst auf 2000 Meter hat es um 23 Grad, auf 3000 Meter um 15 Grad. Am Nachmittag und Abend sind einzelne Hitzegewitter möglich.
Weiterhin schwül-warm und gewittrig
Der Mittwoch beginnt ebenfalls verbreitet sonnig, ab Mittag kann es aber jederzeit auch ein heftiges Hitzegewitter mit Starkregen und Hagel geben. Dazu bleibt es außerhalb der Gewitter sehr heiß mit 28 bis 34 Grad, auf 2000 Metern um 20 Grad. Am Donnerstag wird es sehr schwül und neben zeitweiligem Sonnenschein kann es schon von der Früh weg zu einzelnen Schauern und Gewittern kommen. Es wird nicht mehr ganz so heiß bei 25 bis 30 Grad.
Am Freitag könnte es vorübergehend mal unbeständiger und mit 20 bis 25 Grad auch etwas kühler werden, doch schon am Wochenende setzt sich wahrscheinlich das schwül-warme und zu Gewittern neigende Wetter in den Alpen fort. In den Tälern liegen die Höchstwerte bei 26 bis 32 Grad und die Leidenszeit der Alpengletscher wird sich weiter fortsetzen.