Nur noch 24 cm! Pegel Kaub bricht Jahrhundert-Rekord – seit 1905 gab es das nie! Wetterforscher: "Es wird schlimmer"

Der Rhein wird zum Rinnsal! Der Pegel Kaub fällt auf sagenhafte 24 Zentimeter – so wenig Wasser wie seit über 120 Jahren nicht. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Es ist ein Bild, das fassungslos macht: Wo sonst tonnenschwere Frachter durch die enge Rheinschleife bei Kaub schieben, liegen jetzt weite Kiesbänke in der prallen Sonne und glänzen Steine, die seit Jahren kein Mensch mehr gesehen hat.

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Der Fluss zieht sich Meter um Meter zurück – und ein Ende ist nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil: Die kommenden Tage könnten alles noch schlimmer machen, als es ohnehin schon ist.

Jahrhundert-Rekord seit 1905 – so tief stand der Rhein hier noch nie

Die Zahl lässt einen schlucken: 24 Zentimeter. So wenig Wasser wurde am Pegel Kaub noch nie gemessen – und an dieser Stelle wird schon seit über 120 Jahren beobachtet. Der alte Tiefstwert aus dem Dürre-Jahr 2018 lag bei 25 Zentimetern. Jetzt ist er Geschichte.

Generationen von Schiffern, Kriege, Jahrhundertsommer – all das hat der Kauber Pegel überstanden, ohne je so tief zu fallen. Genau dieser eine Zentimeter weniger macht den Montagabend zu einem historischen Datum.

Kein Landregen bis Mitte August – die Dürre hat uns fest im Griff

Die Wetterlage ist gnadenlos. Ein massives Hoch liegt wie ein Deckel über Deutschland und blockt jedes Regentief einfach ab. Bis mindestens Mitte August ist kein flächendeckender Landregen in Sicht – und genau der wäre jetzt so bitter nötig.

Kurze Hitzegewitter, die mal hier, mal da niederprasseln, bringen dem Rhein rein gar nichts. Das bisschen Nass verdunstet fast schneller, als es fällt. Der Fluss braucht tagelangen Dauerregen – keine paar Tropfen zwischendurch.

Schifffahrt am Limit – die Kosten explodieren

Für die Reedereien ist die Lage ein Albtraum. Bei diesen Pegeln dürfen Frachter nur noch halb beladen fahren, viele bleiben gleich ganz im Hafen. Was noch fährt, wird teuer – richtig teuer.

Die Folge spüren am Ende alle: Wenn Kohle, Getreide, Benzin und Chemie nicht mehr über den Rhein rollen, müssen Lkw und Bahn ran. Das kostet, das staut, das treibt die Preise. Ein Fluss, der schlappmacht, trifft die ganze Wirtschaft.

Hitze setzt dem Fluss doppelt zu

Doch es ist nicht nur die Trockenheit. Die brütende Hitze heizt das ohnehin knappe Wasser zusätzlich auf und lässt es noch schneller verdunsten. Ein Teufelskreis, der sich von Tag zu Tag weiter dreht.

Die Dürre erreicht am Rhein am Montagabend einen Höhepunkt. Der Pegel Kaub sinkt auf 24 cm - so niedrig wie noch nie.
Die Dürre erreicht am Rhein am Montagabend einen Höhepunkt. Der Pegel Kaub sinkt auf 24 cm - so niedrig wie noch nie.

Auch für Fische und Pflanzen wird es eng: Warmes Wasser speichert weniger Sauerstoff. Wo der Pegel fällt und die Temperatur steigt, gerät das ganze Ökosystem unter Stress. Der Rhein leidet – sichtbar und messbar.

Und jetzt? Erst mal keine Rettung in Sicht

Wer auf schnelle Entspannung hofft, muss stark sein. Solange das Hoch sich nicht verabschiedet, bleibt der Rhein auf Talfahrt – und das kann noch dauern. Ein, zwei kräftige Schauer reichen dafür längst nicht.

Erst breiter, ausdauernder Landregen über viele Tage könnte die Wende bringen. Doch der lässt weiter auf sich warten. Bis dahin heißt es bangen, beobachten – und hoffen, dass der Himmel endlich aufmacht.