Gute Aussichten: Endlich Regen für Deutschland – doch wie nachhaltig wird der große Wetter-Umbau nach fast 40 Grad?
Noch müssen wir die nächste Hitzespitze mit fast 40 Grad überstehen. Doch über Europa gerät die Atmosphäre in Bewegung: Der Hochdruckblock bekommt Konkurrenz – und plötzlich wächst die Aussicht auf ergiebigen Regen für Deutschland.

Wer heute früh in Teilen Deutschlands vor die Tür trat, dürfte kaum an die nächste Hitzespitze gedacht haben. Gerade einmal 2,7 Grad wurden in Quickborn gemessen. Deutschneudorf-Brüderwiese kam auf 3,3 Grad, Hasenkrug-Hardebek auf 3,5 Grad und im Oberharz waren es 3,8 Grad. Gleichzeitig zeigte sich bereits das andere Gesicht dieses Augustmorgens: Konstanz meldete 19,1 Grad, Friedrichshafen 18,6 Grad. Zwischen den kältesten und wärmsten Stationen lagen damit mehr als 16 Grad.
Doch die morgendliche Frische ist lediglich eine Momentaufnahme. Über unseren Köpfen läuft die nächste Aufheizung bereits an. Heute steigt das Thermometer im Norden auf 20 bis 26 Grad, während der Südwesten schon wieder bis zu 34 Grad erreicht.
Wolken können die Sonne kaum bremsen, Regen fehlt – beste Voraussetzungen also, damit sich die Luft rasch erwärmt.
Und der Blick zurück zeigt, wie wenig Deutschland in diesem Sommer überhaupt noch aus dem Hitzemodus herauskommt: Der 27. Juli war bislang der letzte Tag, an dem an keiner Station in Deutschland ein Höchstwert von mindestens 30 Grad gemessen wurde. Seitdem ist die 30-Grad-Marke Tag für Tag irgendwo im Land gefallen.
Nun dreht die Temperaturkurve erneut steil nach oben. Donnerstag drohen 27 bis 37 Grad, am Freitag 29 bis 39 Grad. Unter besonders günstigen Bedingungen ist selbst eine auf 40 Grad gerundete Temperatur nicht ausgeschlossen.
Der Schlüssel liegt fünf Kilometer über unseren Köpfen
Warum die Temperaturen derart nach oben schießen, lässt sich besonders eindrucksvoll in rund fünf Kilometern Höhe erkennen. Dort hat sich über Mitteleuropa mal wieder, also wie mittlerweile üblich im Sommer 2026, ein mächtiger Höhenrücken aufgebaut.
Solange Deutschland unter seinem Einfluss liegt, wird die Atmosphäre stabilisiert, Wolkenbildung unterdrückt und die Augustsonne kann nahezu ungehindert ein- und aufheizen.
Gleichzeitig verändert sich die Luftmasse. In etwa 1.500 Metern Höhe werden am Freitag zwischen 15 und 23 Grad erwartet. Solche Werte liefern bei kräftiger Sonneneinstrahlung den Treibstoff für die extreme Hitze am Boden.
Doch auf den Wetterkarten beginnt etwas zu kippen
Während sich Deutschland noch aufheizt, gerät westlich von uns Bewegung in die bislang festgefahrene Wetterlage. Über Westeuropa sinkt das Geopotential, während sich der Höhenrücken weiter nach Osten orientiert. Damit öffnet sich von Westen allmählich die Tür für eine völlig andere Luftmasse.
Und genau hier liegt die Hoffnung auf Regen: Feuchtere Luft nähert sich aus Westen einer weiterhin sehr heißen Atmosphäre. Deutschland gerät damit zunehmend in den Übergangsbereich zwischen zwei völlig unterschiedlichen Luftmassen.
Samstag wird die Atmosphäre explosiver
Zunächst bleibt die Hitze aber bestehen. Am Samstag werden im Süden und Osten 30 bis 36 Grad, vom Oberrhein bis Unterfranken örtlich sogar 38 Grad erwartet. Gleichzeitig nimmt im Westen die Feuchtigkeit zu.
Damit ändern sich die Zutaten schlagartig:
Aus Sonnenschein und trockener Hitze kann schwül-heiße Gewitterluft werden. Kräftige Gewitter mit Starkregen und Hagel sind möglich, lokal besteht Unwettergefahr. In der Nacht zum Sonntag könnten die Gewitter weiter nach Nordosten vorankommen.
Wetter-Zoom Europa
— Meteored Deutschland (@MeteoredDE) August 12, 2026
️ Europa unter Hochsommer-Dampf: südliches Mitteleuropa bis 35 °C
Rund ums Mittelmeer örtlich mehr als 40 °C auch Frankreich bleibt heiß
️ Gewitter vor allem im alpinen Bergland
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Endlich Regen – aber reicht er gegen die Dürre?
Ab Sonntag wird es besonders interessant. Die Grenze zur kühleren Luft könnte Deutschland nur langsam überqueren und dabei immer wieder neue Niederschläge auslösen. Das ECMWF Wettermodell sieht ein Bodentief direkt über Deutschland am Montag. Nach aktuellem Stand wären dann bis Dienstag regional 30 bis 50 Liter pro Quadratmeter möglich.
Für die ausgetrockneten Regionen wäre das dringend benötigtes Wasser. Ob daraus allerdings wirklich flächiger und länger anhaltender Regen wird, ist noch offen.
Gerade die Entwicklung über Westeuropa entscheidet darüber, wie schnell die Wettergrenze zieht, wo sich Niederschläge konzentrieren und ob aus einzelnen Gewittertreffern tatsächlich eine nachhaltigere Entspannung der Trockenheit werden kann.