Grönland-Block steht: Experte erklärt unser Wetter im Februar!

Ein stabiler Grönlandblock verändert die Großwetterlage. Der Februar gilt als Überraschungsmonat – diesmal könnten arktische Luftmassen eine zentrale Rolle spielen.


Wenn Meteorologen davon sprechen, dass der Grönlandblock steht, ist ein kräftiges, stationäres Hochdruckgebiet über Grönland gemeint. Dieses Hoch blockiert die sonst vorherrschende Westströmung über dem Nordatlantik. Normalerweise transportieren Tiefdruckgebiete milde, feuchte Luft nach Europa. Ein stabiler Block zwingt diese Tiefs jedoch auf Umwege nach Süden oder Norden.

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Die Folge: Das atmosphärische Zirkulationsmuster gerät aus dem Gleichgewicht. Für Europa entsteht damit eine Wetterlage, die Kaltluftvorstöße aus der Arktis oder aus Russland deutlich wahrscheinlicher macht.

Warum der Grönlandblock für Europa so entscheidend ist

Die Lage des Hochs ist dabei entscheidend. Sitzt der Block zentriert oder leicht ostwärts von Grönland, öffnet sich für Mitteleuropa häufig eine Nord- bis Nordostströmung. Diese Strömungen sind im Winter nahezu immer kalt. Besonders relevant ist, dass ein Grönlandblock oft mehrere Wochen stabil bleiben kann.

Auch im Februar geht die Kältewelle weiter. Die Temperaturanomalien bleiben negativ.
Auch im Februar geht die Kältewelle weiter. Die Temperaturanomalien bleiben negativ.

Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Kälte nicht nur kurzzeitig, sondern nachhaltig durchsetzt. Gerade im Februar, wenn die Sonne bereits stärker wird, können solche Lagen trotzdem markante Winterepisoden bringen.

Der Februar – statistisch unterschätzt, meteorologisch gefährlich

Der Februar gilt traditionell als Monat für späte Winterüberraschungen. Historisch traten viele markante Kältewellen erst im Spätwinter auf. Der Grund: Der arktische Kaltluftspeicher ist dann maximal ausgeprägt, während die atmosphärische Dynamik hoch bleibt.

Steht ein Grönlandblock, können sich kontinentale Luftmassen ungehindert nach Westen ausbreiten. Schneefälle sind dabei besonders wahrscheinlich, wenn Tiefs über dem Mittelmeer aktiviert werden und feuchte Luft gegen die Kälte geführt wird.

NAO negativ – aber wie negativ muss sie sein?

Der Nordatlantische Oszillationsindex (NAO) ist ein Schlüsselindikator. Eine negative NAO bedeutet: Hoher Luftdruck im Bereich Grönland, tiefer Luftdruck weiter südlich. Für winterliches Wetter in Mitteleuropa reicht oft schon eine leicht bis moderat negative NAO, wenn der Grönlandblock stabil ist. Stark negative Werte erhöhen jedoch die Chance auf lang anhaltende Kältephasen. Entscheidend ist weniger der einzelne Indexwert als die Persistenz der Großwetterlage.

Welche Wetterlage steht Deutschland im Februar bevor und welche Rolle spielt dabei ein Hochdruckgebiet bei Grönland?
Welche Wetterlage steht Deutschland im Februar bevor und welche Rolle spielt dabei ein Hochdruckgebiet bei Grönland?

Welche Wetterfolgen sind realistisch?

Mit einem stehenden Grönlandblock sind mehrere Szenarien denkbar: kalte Nordlagen, bei denen polare Luft direkt nach Mitteleuropa strömt, oder osteuropäische Kaltluftvorstöße mit trockener, sehr kalter Luft. Besonders spannend wird es, wenn sich Tiefdruckgebiete südlich etablieren. Dann kann es zu kräftigen Schneefällen bis ins Flachland kommen. Glätte, Frosttage und lokal zweistellige Minusgrade sind dann keine Ausnahme.

Fazit: Hohe Spannung für den weiteren Februar

Ein stabiler Grönlandblock ist einer der wichtigsten Bausteine für echtes Winterwetter in Mitteleuropa. In Kombination mit einer negativen NAO steigen die Chancen auf tiefwinterliche Episoden deutlich. Der Februar hat historisch bewiesen, dass er jederzeit zuschlagen kann. Ob es bei einzelnen Kaltluftstößen bleibt oder eine markante Winterphase entsteht, entscheidet sich in den kommenden Wochen – das meteorologische Potenzial ist jedenfalls vorhanden.