Europamodell ECMWF kippt komplett: Dieser Kipp-Punkt entscheidet über Deutschlands Winter bis Ende Februar

Ein radikaler Modellwechsel deutet auf einen großräumigen Umbruch hin. Neue Zirkulationsmuster könnten Deutschlands Wetter bis Ende Februar grundlegend verändern.


Die aktuelle Grafik zur Weather-Regime-Frequenz des europäischen Ensemble-Modells zeigt einen deutlichen Umbruch ab Anfang Februar. Bis Ende Januar dominiert nahezu vollständig NAO−, die negative Phase der Nordatlantischen Oszillation. Diese beschreibt einen abgeschwächten Luftdruckgegensatz zwischen dem Islandtief und dem Azorenhoch.

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In dieser Phase werden blockierende Hochdrucklagen begünstigt, die Mitteleuropa häufig ruhiges, teils kaltes Winterwetter bringen. Doch genau dieses stabile Muster beginnt laut Ensemble sichtbar zu bröckeln – ein erstes Warnsignal für einen bevorstehenden Großwetter-Wechsel.

NAO− verliert seine Kontrolle

Mit Beginn der ersten Februarwoche nimmt der Anteil von NAO− kontinuierlich ab. Das ist meteorologisch hochrelevant, denn NAO− steht im Winter oft für Kältepotenzial, Inversionslagen und Hochdruckdominanz. Sinkt ihr Einfluss, wird die Atmosphäre anfälliger für Umstellungen.

Die neuste Februar-Prognose deuten auf extreme Wetter-Überraschungen im Februar 2026 hin. Quelle: Europäisches Wettermodell ECMWF
Die neuste Februar-Prognose deuten auf extreme Wetter-Überraschungen im Februar 2026 hin. Quelle: Europäisches Wettermodell ECMWF


Die Grafik zeigt dabei nicht nur einen Rückgang, sondern eine zunehmende Streuung der Ensemble-Mitglieder. Das bedeutet: Das Modell rechnet nicht mehr geschlossen mit einem Szenario, sondern öffnet den Raum für neue Wetterregime – ein klassisches Zeichen für einen atmosphärischen Kipp-Punkt.

Kommt die große Kälte im Februar 2026 nach Deutschland?
Kommt die große Kälte im Februar 2026 nach Deutschland?

Blocking rückt in den Vordergrund

Parallel dazu gewinnt das sogenannte Blocking-Regime deutlich an Bedeutung. Blocking beschreibt ein kräftiges, langlebiges Hochdruckgebiet, das die normale Westströmung regelrecht blockiert.


Ab der zweiten Februarhälfte steigt sein Anteil im Ensemble zeitweise auf über 30 bis 40 Prozent. Solche Lagen führen dazu, dass sich Wetter über viele Tage kaum verändert. Für Deutschland kann das je nach Hochdruckposition entweder kalte Ostlagen mit Frost oder trockene, ungewöhnlich milde Phasen bedeuten. Entscheidend ist: Blocking erhöht die Wahrscheinlichkeit für extreme und festgefahrene Wetterlagen.

NAO+ bringt neue Dynamik ins Spiel

Zusätzlich taucht immer häufiger NAO+ auf – die positive Phase der Nordatlantischen Oszillation. In dieser Phase ist der Druckunterschied zwischen Islandtief und Azorenhoch besonders stark ausgeprägt. Das Resultat ist eine kräftige Westströmung, die milde, feuchte und windige Luftmassen nach Mitteleuropa lenkt. Die Grafik zeigt, dass NAO+ zwar nicht dominant wird, aber zunehmend mitmischt. Diese Mischung aus NAO+, Blocking und Resten von NAO− deutet auf hohe Wetterdynamik und rasche Wechsel hin.

Atlantic Ridge als unterschätzter Faktor

Ein weiterer Baustein ist das ATR-Regime (Atlantic Ridge), auf Deutsch Atlantischer Rücken. Dabei handelt es sich um einen Hochdruckrücken über dem Atlantik, der die Strömung stark nach Norden oder Süden umlenkt. Gegen Ende Februar nimmt dieses Regime im Ensemble sichtbar zu.


ATR begünstigt meridionale Wetterlagen, also starke Nord-Süd-Austausche von Luftmassen. Für Deutschland steigt dadurch das Risiko für markante Temperaturgegensätze – von spätwinterlicher Kälte bis zu ungewöhnlich milder Luft.

Fazit: Ein Februar mit klarer Kante

Die Ensemble-Prognose zeigt keinen zufälligen Trend, sondern einen strukturellen Umbruch der Großwetterlage. Weg von einer stabilen NAO−-Dominanz, hin zu einer komplexen Mischung aus Blocking, NAO+ und Atlantischem Rücken. Für Deutschland bedeutet das: weniger Berechenbarkeit, mehr Extreme und ein echter Entscheidungspunkt für den weiteren Winterverlauf. Genau deshalb sprechen Meteorologen jetzt von einem Kipp-Punkt, der das Wetter bis Ende Februar nachhaltig prägen könnte.