„Es liegt was in der Luft": Schafskälte läuft nach Plan – dann stellt der Lostag die Sommerweiche

Noch hält die Schafskälte Deutschland im Griff – doch das Blatt wendet sich. Ab Mitte nächster Woche kommt die große Wärme. Und der Lostag könnte alles entscheiden.


Noch zeigt sich der Juni von seiner ungemütlichen Seite – und das ganz nach Drehbuch. Pünktlich zur Monatsmitte hat die berüchtigte Schafskälte zugeschlagen: kühle Luft, viele Wolken, der ein oder andere Schauer. Von Hochsommer keine Spur.

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Doch dieser Kälterückfall ist nur ein Intermezzo. Hinter den Kulissen bahnt sich bereits die nächste große Wende an – und die hat es in sich. Die spannende Frage: Stellt sich ausgerechnet jetzt die Sommerweiche für die kommenden Wochen?

Ab Mitte nächster Woche kippt das Wetter komplett

Der Fahrplan der Rechenmodelle ist eindeutig: Schon zum Start der neuen Woche lässt die Schafskälte nach, die Temperaturen klettern verbreitet wieder auf 22 bis 26 Grad. Doch das ist erst der Anfang.

Ab Mitte der Woche schiebt sich ein kräftiger Hochdruckrücken heran und dreht die Wärme Tag für Tag weiter auf. Zum kommenden Wochenende – pünktlich zum kalendarischen Sommeranfang – sind verbreitet 28 bis 33 Grad drin, im Südwesten örtlich sogar 34 bis 35 Grad.

Was die Schafskälte überhaupt bedeutet

Die Schafskälte ist eine sogenannte Singularität – eine Wetterlage, die Jahr für Jahr um den 11. Juni mit auffälliger Regelmäßigkeit auftritt. Kühle, feuchte Atlantikluft strömt nach Mitteleuropa und konnte früher den frisch geschorenen Schafen gefährlich werden.

Mitte kommender Woche setzt ein markanter Luftmassenwechsel ein. Es wird deutlich wärmer und sogar heiß.
Mitte kommender Woche setzt ein markanter Luftmassenwechsel ein. Es wird deutlich wärmer und sogar heiß.

In diesem Jahr läuft sie wie nach Lehrbuch ab. Doch anders als in manch anderem Sommer bleibt sie diesmal ein kurzes Gastspiel: Der nötige Nachschub an Kaltluft versiegt rasch, und das Hoch macht sich startklar.

Erster Wüstentag des Jahres rückt näher

Damit rückt auch der erste Wüstentag 2026 in greifbare Nähe – ein Tag mit mindestens 35 Grad, den wir in diesem Jahr noch gar nicht erlebt haben. Die besten Karten dafür haben der Oberrhein und das Rhein-Main-Gebiet.

Reicht die Sonneneinstrahlung über mehrere Tage aus und bleibt die Luft trocken genug, kann die magische 35-Grad-Marke zwischen Donnerstag und Sonntag tatsächlich fallen. Der Südwesten würde damit zum heißesten Fleck der Republik.

Der Lostag steht bevor – und mit ihm eine alte Bauernregel

Jetzt kommt der wohl spannendste Teil: der Siebenschläfertag am 27. Juni. Er gilt als klassischer Lostag – ein Stichtag, an dem sich nach alter Überlieferung das Wetter für die kommenden Wochen entscheidet.

Auch das US-Wettermodell GFS dreht zum nächsten Wochenende bei den Temperaturen voll auf.
Auch das US-Wettermodell GFS dreht zum nächsten Wochenende bei den Temperaturen voll auf.

Die berühmte Bauernregel verspricht: „Wie's Wetter am Siebenschläfertag, so es sieben Wochen bleiben mag." Stabilisiert sich also pünktlich zu diesem Termin das Hoch, könnte das die Sommerweiche Richtung Hitze stellen – mit Folgen bis weit in den Juli hinein.

Wie sicher ist die Hitze – die Prognose in Zahlen

Klartext für alle, die es genau wissen wollen: Dass es ab Mitte nächster Woche hochsommerlich wird, ist mit rund 80 bis 85 Prozent so gut wie sicher. Bei der extremen Hitze über 35 Grad liegt die Wahrscheinlichkeit dagegen eher bei 30 bis 40 Prozent – und das nur in wenigen Hotspots im Südwesten.

Der große Trend aber steht: Mit etwa 80 Prozent fällt der Sommer 2026 deutlich zu warm aus. Im Hochsommer, allen voran im Juli, halten die Modelle bei kräftigen Hitzewellen sogar Spitzen von 34 bis 38 Grad für realistisch. Die Sommerweiche, so scheint es, ist längst gestellt.