„Vergessen Sie die 45 Grad": Darum fällt der Hitze-Rekord jetzt doch nicht

Erst war von bis zu 45 Grad die Rede – jetzt rudern die Wettermodelle zurück. Warum der deutsche Allzeitrekord diese Woche aller Voraussicht nach nicht fällt.

Diese Woche schaut ganz Deutschland gebannt auf das Thermometer. Tagelang geisterten wahre Horrorzahlen durch die Schlagzeilen: 45 Grad, teils sogar noch mehr, sollten es angeblich werden. Ein neuer Hitze-Wahnsinn, der alles Dagewesene in den Schatten stellt.

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Doch jetzt kommt die überraschende Wende. Denn so heiß es auch wird – die ganz großen Extremwerte, die manche schon herbeigeredet haben, die bleiben aller Voraussicht nach aus.

Warum die 45 Grad reine Panikmache waren

Der Grund liegt in den Wettermodellen selbst. Vor allem ein amerikanisches Rechenmodell hatte in den vergangenen Tagen immer wieder Werte von 43, 44, sogar 45 Grad ausgespuckt – und genau diese Ausreißer landeten prompt in den Schlagzeilen.

Das Problem dabei: Dieses eine Modell neigt in solchen Wetterlagen dazu, kräftig zu übertreiben. Die europäischen Modelle, die sich in der Vergangenheit als deutlich zuverlässiger erwiesen haben, sahen von Anfang an eine ganze Ecke tiefer.

Diese Werte sind jetzt wirklich realistisch

Was kommt also tatsächlich auf uns zu? Am Höhepunkt der Hitzewelle, der für Donnerstag erwartet wird, sind entlang des Rheins und im Südwesten Spitzenwerte um die 40 Grad drin, örtlich vielleicht ein Grad mehr.

Am Donnerstag werden im Südwesten Spitzenwerte um 40 bis 41 Grad erwartet.
Am Donnerstag werden im Südwesten Spitzenwerte um 40 bis 41 Grad erwartet.

Das ist immer noch extrem heiß und alles andere als harmlos. Aber es ist eben meilenweit von den 45 Grad entfernt, mit denen tagelang Angst geschürt wurde. Zwischen diesen beiden Zahlen liegen meteorologisch gesehen ganze Welten.

Darum bleibt der Allzeitrekord stehen

Und damit ist auch klar: Der deutsche Allzeitrekord von 41,8 Grad, erst Ende Juni frisch aufgestellt, dürfte diese Woche stehen bleiben. Um ihn zu knacken, müsste alles perfekt zusammenpassen – und danach sieht es schlicht nicht aus.

Die Fachleute rechnen mittlerweile nicht mehr damit, dass die Bestmarke fällt. Rekordverdächtig wird diese Hitzewelle also eher bei der Dauer und der Zahl der heißen Tage als beim absoluten Spitzenwert.

Trotzdem kein Grund zur Entwarnung

Verstehen Sie das bitte nicht falsch: Diese Hitze ist gefährlich. Mehrere Wüstentage über 35 Grad in Folge, dazu tropische Nächte, in denen die Temperaturen kaum noch unter 20 Grad sinken – das geht gerade älteren Menschen und Kindern an die Substanz.

Besonders der Süden bekommt es dick ab. Während der Norden zum Wochenende schon aufatmen darf, schmort der Süden einfach weiter. Trinken Sie viel, meiden Sie die pralle Mittagssonne und lassen Sie niemanden im geparkten Auto zurück.

Was Sie diese Woche erwartet

Der Fahrplan ist klar: Bis Donnerstag dreht die Hitze noch einmal richtig auf, danach nähern sich von Nordwesten teils kräftige Gewitter, die für Abkühlung sorgen. Nur im Süden hält sich die Glut noch etwas länger.

Unterm Strich heißt das für Sie: Stellen Sie sich auf ein paar wirklich heiße Tage ein – aber lassen Sie sich von den kursierenden Extremzahlen nicht verrückt machen. Die 45 Grad bleiben in diesem Sommer vorerst eine Schlagzeile ohne Grundlage.