Erst Sommerfeeling, dann der Knall – Wetterforscher Habermehl schlägt Alarm: „Das kippt schneller als gedacht“

Pünktlich zum verlängerten Wochenende knallt ein Omega-Hoch mit bis zu 27 Grad rein. Sonne pur, Grillwetter, Sommerfeeling. Doch ab Samstag kippt die Lage – und es wird richtig ungemütlich.
Was sich da gerade über Mitteleuropa aufbaut, das hat es in sich. Ein kräftiges Hochdrucksystem legt sich pünktlich zum verlängerten Maifeiertags-Wochenende genau über Deutschland und beschert uns Sonne pur. Meteorologen sprechen von einer klassischen Omega-Struktur, weil das Hoch auf der Wetterkarte aussieht wie der griechische Buchstabe Ω.
Solche Lagen gehören zu den stabilsten Wetterkonstellationen überhaupt. Die Luft kommt zur Ruhe, Wolken haben keine Chance, die Temperaturen klettern Tag für Tag nach oben. Genau das, worauf wir nach diesem zähen, oft trüben April gewartet haben.
Bis zu 27 Grad: Wo es am heißesten wird
Schon Donnerstag und Freitag knacken viele Regionen die 20-Grad-Marke locker. Am 1. Mai geht's dann richtig los: verbreitet 23 bis 25 Grad, im Osten und Südosten örtlich sogar bis 27 Grad. Besonders der Brandenburger Raum, Sachsen-Anhalt, der Berliner Speckgürtel und das östliche Sachsen dürften sich über frühsommerliche Werte freuen.
Im Westen und an der Nordsee bleibt es einen Tick frischer mit 20 bis 23 Grad. Aber auch dort: wolkenloser Himmel, kaum Wind, Sonne satt. Die Sonnenscheindauer liegt in vielen Regionen bei 14 Stunden plus. Wer den Grill rausstellen oder den ersten Biergarten-Besuch des Jahres testen will, der bekommt sein Wochenende geschenkt.
Hoher UV-Index: Sonnencreme nicht vergessen
Was viele jetzt unterschätzen: Der UV-Index klettert bereits auf Stufe 6 bis 7, im Bergland sogar darüber. Das sind Werte, die man sonst eher aus dem Hochsommer kennt. Zwei Stunden ungeschützt am See können reichen, und der Sonnenbrand sitzt. Wer am Wasser, in den Bergen oder beim Radfahren unterwegs ist, sollte umdenken.

Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 aufwärts, Kopfbedeckung, regelmäßige Pausen im Schatten sind jetzt keine Übertreibung, sondern Pflicht. Auch Allergiker bekommen es ab: Der Birkenpollenflug erreicht regional Spitzenwerte, dazu mischen sich Gräser- und Eschenpollen ins Spiel.
Doch dann der Knall: Das Hoch kippt
So schön die ersten Tage werden, die Sache hat einen gewaltigen Haken. Ab Samstag, dem 2. Mai, kippt die Hochdruckachse nach Osten weg. Von Westen schiebt sich ein Tiefdruckausläufer heran, die Atmosphäre wird zunehmend instabil, feucht-warme Luft staut sich vor den Mittelgebirgen.
Erst quellen über Rheinland, Saarland und Pfalz die ersten Wolken auf, am Nachmittag krachen die ersten kräftigen Schauer und Gewitter runter. Lokal sind dabei auch Hagel und stürmische Böen drin. Sonntag und Montag dehnt sich das Schauergebiet quer über Deutschland aus. Aus Sommer wird Aprilwetter, und das mitten im Mai.
Wie geht's weiter? Eisheilige im Anmarsch
Spannend wird vor allem die darauffolgende Woche. Die Eisheiligen stehen vor der Tür (Pankraz, Servaz, Bonifaz und die Kalte Sophie zwischen 11. und 15. Mai), und die Modelle streiten sich heftig: Bleibt es bei einem kurzen Dämpfer mit Werten um 15 Grad, oder greift arktische Polarluft samt Bodenfrost durch?
Heißt für Hobbygärtner: Tomaten, Basilikum und Co. lieber noch nicht ungeschützt rausstellen. Mein Tipp: Das verlängerte Wochenende bis Freitag voll auskosten, jeden Sonnenstrahl mitnehmen. Denn die nächste echte Sommer-Phase ist erstmal nicht in Sicht.
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