Lassen sich Hitzesommer bald besser vorhersagen?

In Europa kommt es im Sommer immer häufiger zu Hitzeperioden, die auch lang anhalten können. Die Hitze setzt uns Menschen extrem zu und kann starke körperliche Reaktionen hervorrufen.

Der Nordatlantik beeinflusst das Wetter in Europa besonders stark
Der Nordatlantik beeinflusst das Wetter in Europa besonders stark

Nicht zuletzt führt sie häufig zu großflächigen Bränden und extremer Trockenheit und schadet damit der Natur maßgeblich.

Hitze in Europa entsteht nicht einfach so

Ein Forschungsteam des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und des Max-Planck-Instituts für Meteorologie hat eine Schlüsselrolle für die Simulation von Extremhitze entdeckt: Der Nordatlantik spielt eine große Rolle und das vor allem, wenn wir ihn uns im Detail widmen.

Die Forschungsgruppe hat sich Klimamodelle aus den letzten 100 Jahren angesehen. Ein bedeutender Faktor für längere Hitzewelle ist das Wettergeschehen im Nordatlantik.

Der Nordatlantik spielt eine wichtige Rolle

Beispielsweise haben Studien gezeigt, dass ein Wärmestau im subtropischen Nordatlantik zu extrem heißen Sommern in Europa führen kann. Zudem können sehr niedrige Meeresoberflächentemperaturen im subpolaren Nordatlantik eine Hitzewelle in Europa befördern. Das geschieht dann durch eine besondere Kettenreaktion.

„Eine außergewöhnlich kalte Meeresoberfläche in Kombination mit einem Tiefdrucksystem führt zu einem erhöhten Energieaustausch vom Ozean zur Atmosphäre und damit zu einer weiteren Abkühlung der Meeresoberfläche sowie zur Stabilisierung des Tiefdruckgebiets über dem Atlantik. Dies begünstigt, dass sich stromabwärts eine blockierende Hochdruckwetterlage ausbilden kann.“, so das Forschungsteam

Das Team konzentrierte sich bei ihren Analysen und Vergleichen besonders auf die spezielle Auflösung der Daten im Ozean.

Lange Hitzeperioden werden durch verschiedene Faktoren immer häufiger
Lange Hitzeperioden werden durch verschiedene Faktoren immer häufiger

Sie betrachteten Standardkonfigurationen mit einem groben Rechengitter und nahmen höher aufgelöste Konfigurationen zum Vergleich. So kann die Auflösung im Ozean zwischen acht und 100 Kilometern und in der Atmosphäre zwischen 18 und 200 Kilometern auseinandergehen.

„Unser zentrales Ergebnis ist, dass hochaufgelöste Klimamodelle Hitzewellen, die mit dem Nordatlantik-Mechanismus verknüpft sind, viel besser abbilden als Modelle mit grober Auflösung“, sagt Dr. Julian Krüger, Doktorand in der Forschungsgruppe Klimaextreme der Forschungseinheit Maritime Meteorologie

Die Forscherinnen und Forscher machen somit deutlich, dass eine präzise Vorhersage vor allem an einer verbesserten Simulation geknüpft ist.

Neue Modelle könnten für mehr Klarheit sorgen

Hochaufgelöste Modelle können die Wechselwirkungen zwischen Europa und dem Atlantik korrekter darstellen.

Weitere Studien in dem Bereich sollen aufzeigen, inwieweit auch eine höhere Auflösung bei der Atmosphäre bedeutende Verbesserungen bringen kann.

Quellenhinweise

GEOMAR. (2026). Klimamodelle mit hochaufgelöstem Ozean bilden europäische Hitzesommer besser ab. News. Pressemitteilungen. Service.

Julian Krüger, Joakim Kjellsson, Katja Lohmann, Daniela Matei & Robin Pilch Kedzierski (2026): Improved European heat event simulation in eddy-resolving climate models. Commun Earth Environ 7, 123.

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