Die vielleicht letzte große Hitzewelle 2026 rollt an – Berlin hat ein Schwimmbecken mehr: Sind jetzt alle glücklich?

Ein Sprung ins Wasser direkt vor einem der bekanntesten Theater Berlins: Was zunächst wie eine ziemlich verrückte Antwort auf den Großstadtsommer klingt, ist seit wenigen Tagen Realität. Die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz hat zum Beginn ihrer neuen Intendanz für acht Wochen das VOLKSBAD eröffnet.

Mitten in Berlin sorgt ein Schwimmbecken für hitzige Debatten – jetzt liefert das Wetter das stärkste 'Pro-Argument': Die große Hitze kommt.
Mitten in Berlin sorgt ein Schwimmbecken für hitzige Debatten – jetzt liefert das Wetter das stärkste 'Pro-Argument': Die große Hitze kommt.

Vor dem Gebäude erstreckt sich eine 25 Meter lange Schwimmbahn, dazu gibt es eine Pommesbude. Baden ist kostenlos und ohne Ausweispflicht möglich.Die urbane Intervention könnte meteorologisch kaum passender terminiert sein. Denn ausgerechnet jetzt dreht der Sommer noch einmal kräftig auf – und auch Berlin bekommt die nächste Portion Hitze ab.

Umstrittenes Bad trifft auf die nächste Hitzewelle

Während Berlin über Sinn und Unsinn des ungewöhnlichen Schwimmbads diskutiert, liefert das Wetter nun ausgerechnet die Bedingungen, für die ein Becken mitten in der aufgeheizten Großstadt wie gemacht scheint.

In den kommenden Tagen klettern die Temperaturen deutlich über die 30-Grad-Marke.

Damit bekommt die Debatte um das VOLKSBAD eine neue Facette: Zwischen heißem Asphalt, dicht bebauten Straßenzügen und intensiver Sonneneinstrahlung dürfte ein Platz im Wasser plötzlich ziemlich begehrt sein.

Hoch RALF macht den Weg für die Hitze frei

Heute liegt Deutschland unter einem mächtigen Höhenrücken. Gleichzeitig hält sich Hoch RALF mit seinem Zentrum östlich von Deutschland. Die Luft sinkt großräumig ab, Wolken haben es schwer und die Sonne kann nahezu ungestört einheizen.

Dabei dreht die Strömung zunehmend auf südöstliche bis südliche Richtungen. Die deutlich heißere Luft, die zunächst vor allem den Westen und Südwesten erfasst, breitet sich weiter aus.

Während dort heute bereits bis zu 37 Grad möglich sind, bleibt Berlin zunächst noch etwas unter den extremsten Werten.

Am Freitag dreht der Hochsommer 2026 auch in Berlin voll auf: deutlich über 30 Grad, intensive Sonne – bevor am Wochenende die Wetterwende näher rückt.
Am Freitag dreht der Hochsommer 2026 auch in Berlin voll auf: deutlich über 30 Grad, intensive Sonne – bevor am Wochenende die Wetterwende näher rückt.

Am Freitag erreicht die Hitzewelle ihren Höhepunkt

Das ändert sich am Freitag. In rund 1.500 Metern Höhe steigt die Temperatur selbst im Osten Deutschlands auf etwa 16 Grad, während im Südwesten 21 bis 22 Grad erreicht werden. Am Boden überschreitet die Temperatur praktisch deutschlandweit die 30-Grad-Marke.

Auch Berliner müssen sich auf einen heißen Sommertag einstellen. Deutschlandweit werden 31 bis 38 Grad erwartet. Gleichzeitig bleibt die Atmosphäre außergewöhnlich trocken. Trotz der zunehmenden Hitze sind tagsüber kaum Schauer oder Gewitter zu erwarten.

Gerade in der dicht bebauten Hauptstadt wird dann auch die Nacht zum Thema. Beton und Asphalt speichern einen Teil der tagsüber aufgenommenen Energie und geben sie nur langsam wieder ab.

Samstag beginnt der Angriff auf den Hochdruckblock

Noch einmal wird es am Samstag vor allem im Osten und Süden heiß. Doch von Westen verändert sich die Wetterlage grundlegend. Ein Atlantiktrog rückt näher, eine Tiefdruckrinne greift auf Deutschland über und feuchtere Luft erreicht zunächst den Westen und Nordwesten.

Damit steigt dort die Gefahr kräftiger Schauer und Gewitter. In der Nacht zum Sonntag verlagert sich diese Zone weiter ostwärts. Starkregen, Hagel und stürmische Böen können die Gewitter begleiten.

Ist das schon der Abschied von der großen Sommerhitze?

Am Sonntag erreicht der Luftmassenwechsel schließlich auch den Osten. Hinter der durchziehenden Kaltfront dreht die Strömung auf Nordwest, deutlich kühlere Luft breitet sich aus. Deutschlandweit werden nur noch etwa 20 bis 31 Grad erwartet.

Ob damit tatsächlich die letzte große Hitzewelle des Sommers 2026 endet, lässt sich Mitte August noch nicht seriös festschreiben. Die Modelle sprechen aber für einen markanten Einschnitt: Auch in der kommenden Woche stehen die Zeichen zunächst stärker auf wechselhaft, kühler und endlich wieder häufiger nass.

Und bis dahin besitzt Berlin einen ziemlich ungewöhnlichen Logenplatz für diese Hitzewelle: eine 25-Meter-Schwimmbahn direkt vor der Volksbühne.