Deutschland in der Wettergefahren-Zange! Gleich zwei Gefahrenzonen mit Föhntief und Kaltfront: Vorsicht Unwetter drohen!
Extreme Schwüle und orkanartige Böen gestern, heute droht die nächste Gefahr: Föhntief und Kaltfront sorgen für einen brisanten Freitag. Wo schwere Gewitter, plötzliche Sturmböen und satte Orkanböen mit bis zu 120 km/h auch ohne Donner möglich sind erfahrt iht hier im Artikel.

109,4 Kilometer pro Stunde am Weinbiet, 100,1 in Frankfurt am Main: Schon gestern zeigte der Wind seine gefährliche Seite. Am Weinbiet in Rheinland-Pfalz wurden damit orkanartige Böen erreicht.
In Kleve schüttete es innerhalb einer Stunde 27,1 Liter Regen pro Quadratmeter herunter. Dazu kam extreme Schwüle, die örtlich neue Höchstwerte brachte. Doch nach diesem turbulenten Donnerstag folgt heute keine verlässliche Ruhepause: Föhntief und Kaltfront sorgen für unterschiedliche, teilweise gleichzeitig auftretende Unwetter-Gefahrenzonen.
Taupunktrekorde und Wüstentemperaturen = Energieboost
Schwitzen, klebrige Haut, kaum Abkühlung: Schon gestern wurde die feuchtwarme Luft zur Belastungsprobe. Selbst die Messwerte setzten neue Marken! Kreuth erreichte 24,5 Grad Taupunkt – Stationsrekord in der verfügbaren Datenreihe seit November 2021. In Saarbrücken-Ensheim bedeuteten 21,9 Grad einen neuen Augusthöchstwert. Keine deutschlandweiten Rekorde, aber deutliche Zeichen extremer Feuchtigkeit.
Nicht einfach warm, sondern heiß: Gestern knackten Öhringen und Waghäusel-Kirrlach mit jeweils 35,1 Grad sogar die Wüstentag-Marke! Bei solchen Temperaturen kann besonders viel Wasser gasförmig bleiben; die hohen Taupunkte belegten den enormen Wasserdampfgehalt.
Am Körper bremste die Feuchtigkeit die Verdunstung des Schweißes. In aufsteigender, abkühlender Luft liefert derselbe Wasserdampf dagegen zusätzlichen Antrieb: Bei der Bildung von Wolkentröpfchen wird Wärme frei, die kräftige Aufwinde weiter verstärken kann.
Gestern schwer erträgliche Schwüle, heute regional erneut gefährliches Gewitterpotenzial: Mit Hebung an der Kaltfront und starker Windscherung drohen heftiger Starkregen, Hagel und schwere Böen.
Zwei Gefahren, ein brisanter Freitag
Nicht nur Gewitter machen diesen Freitag gefährlich. Am Alpenrand könnte auch ein abrupter Windwechsel zum Problem werden: Zunächst sorgt Föhn für zusätzliche Wärme. Zieht das Föhntief weiter, kann ein Drucksprung folgen – mit Sturmböen, die nicht an Blitz und Donner gebunden sind.
Gleichzeitig hält das Tief Raphaela Richtung nördliche Nordsee die Gewitterentwicklung in Gang. Seine Kaltfront kommt im Süden nur langsam voran; davor bleibt feuchtwarme, energiereiche Luft erhalten.
Besonders im Südosten treffen dabei über 2.000 Joule pro Kilogramm potenzielle Gewitterenergie auf ausgeprägte Windscherung. Das kann langlebige Gewitter mit rotierenden Aufwinden ermöglichen: Superzellen. Grund ist eine Störung 500 hPa die die Hebung weiter anregt.
In Südostbayern drohen die heftigsten Entwicklungen
Im äußersten Südosten sind heute nochmals bis zu 32 Grad möglich, sonst überwiegend 22 bis 29 Grad. Doch die Wärme hat eine gefährliche Kehrseite: sie ist der Energiebooster!
Schon vor dem Mittag können vom Südwesten bis in die mittleren Regionen kräftige Gewitter auftreten. Später rücken Bayern und Gebiete Richtung Sachsen stärker in den Fokus.
Besonders brisant ist die Lage in Südostbayern. Dort drohen örtlich heftiger Starkregen, Hagel und Böen von 100 bis über 120 Kilometern pro Stunde. Diese möglichen Orkanböen gehören zum Schwergewitterpotenzial – sie sind nicht pauschal dem Föhntief zuzuschreiben.
Auch nach der Kaltfront bleibt Vorsicht nötig:
Dahinter reicht die Energie regional noch für neue kräftige Gewitter. Im Westen und Nordwesten können sich Gewitterlinien bilden, deren größte Gefahr heftige Windstöße sind. Die durchgezogene Front ist heute deshalb kein verlässliches Entwarnungssignal.
ZUM START IN DEN TAG
— Meteored Deutschland (@MeteoredDE) August 28, 2026
️ Unruhige Nacht: Gewitter breiteten sich vom W Richtung Mitte und N aus
️ Feuchtwarme Luft und starke Windscherung begünstigten organisierte Gewitter
️ Früh bereits Unwetterwarnungen im SW die Gefahr ist nicht vorbei!
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Am Wochenende wieder raus? Mit einem Blick auf die Regenpausen
In der Nacht lässt die Gewittergefahr vielerorts nach, in Südostbayern örtlich erst nach Mitternacht. Für Samstag haben Süden und Osten die besseren Chancen auf freundliche Stunden. Deutschlandweit werden 21 bis 27 Grad erreicht. Im Nordwesten stören zeitweise Regenfälle die Wochenendpläne.
Sonntag bleibt es mit Spitzen bis 28 Grad spätsommerlich warm, doch der Südwestwind macht sich mit kräftigen Böen bemerkbar. In der folgenden Nacht kommen neue Regengebiete und einzelne Gewitter hinzu. Montag wechseln sich besonders im Norden Schauer und windige Abschnitte ab; andernorts bleibt mehr Raum für trockene Stunden.