Ausgetrocknet! Diese Flüsse und Quellen in Deutschland sind schon betroffen

Der außergewöhnlich trockene und vor allem heiße Sommer hat Spuren hinterlassen. In zahlreichen Regionen sind Flüsse, Bäche und Quellen inzwischen ganz oder teilweise versiegt, wie eine aktuelle Liste zeigt.

Dürre in Deutschland: Die Hitzewelle des Sommers hat Schäden angerichtet (Foto: Adobe Stock)

Wenn von Niedrigwasser die Rede ist, denkt man zunächst an große Flüsse wie Rhein, Elbe oder Donau. Doch die Trockenheit macht sich 2026 auch dort bemerkbar, wo man sie weniger erwartet: bei kleinen Bächen, Nebenflüssen und sogar Quellen.

In mehreren Bundesländern sind Flussbetten auf längeren Strecken vollständig trocken. Mancherorts bleiben nur einzelne Pfützen oder feuchte Kiesflächen zurück. Für die Tierwelt kann das dramatische Folgen haben. Fische sitzen in kleinen Restwasserstellen fest, andere Gewässerabschnitte sind bereits komplett unbewohnbar. Gleichzeitig geraten Landwirte unter Druck, weil ihnen Wasser für Tiere fehlt.

Besonders alarmierend ist, dass auch Quellen betroffen sind. Versiegen sie, fehlt der natürliche Zufluss, der normalerweise Bäche und Flüsse speist.

In Baden-Württemberg versiegen Quellen und Flüsse

Besonders umfangreich ist die Liste in Baden-Württemberg. Bei March-Neuershausen im Raum Freiburg ist die Dreisam auf einem längeren Abschnitt trockengefallen. Das Wasser verschwindet dort im Untergrund und tritt flussabwärts wieder aus.

Auch Neumagen und Möhlin führen abschnittsweise kein Wasser. Vollständig ausgetrocknet ist der Haslacher Dorfbach im Freiburger Stadtgebiet. Am Wagensteigbach im Dreisamtal mussten verbliebene Fische aus Restwasserstellen gerettet werden.

Im Nordschwarzwald ist der Steinbach bei Baden-Baden nahezu trocken. Gleichzeitig sorgen hohe Wassertemperaturen für zusätzlichen Stress und Fischsterben. Auch die Jagstquelle bei Walxheim ist im August versiegt.

Besonders schwierig ist die Situation für Höfe im Schwarzwald. Auf der Hochebene bei Bernau sind mehrere Quellen versiegt, weshalb Viehhalter Wasser zu ihren Tieren transportieren müssen. Eine Hofquelle bei Bollschweil liefert ebenfalls nicht mehr genug Wasser für die Versorgung des Hofs und der Tiere. Rund um den Feldberg sind weitere abgelegene Quellen stark zurückgegangen oder ausgefallen. Für betroffene Höfe wird deshalb eine Ersatzwasserversorgung vorbereitet.

Bayern: Fischsterben und trockene Bachläufe

Auch Bayern kämpft mit zahlreichen trockenen Gewässern. In Unterfranken ist die Streu bei Mellrichstadt und Stockheim abschnittsweise vollständig verschwunden. Die Folge ist ein massives Fischsterben.

Im Raum Aschaffenburg ist der Welzbach im Schönbusch komplett ausgetrocknet. Gleich mehrere Gewässer im Landkreis Weilheim-Schongau weisen trockene Abschnitte auf: Peitnach, Waitzackerbach und Kinschbach führen teilweise überhaupt kein Wasser mehr.

Auch der Hüllgraben zwischen München und Aschheim ist 2026 ausgetrocknet. An der Schlierach im Landkreis Miesbach existieren stellenweise nur noch sehr flache Restwasserbereiche. Im Alpenvorland sind außerdem Kringsgraben und Mühlenbach betroffen.

Im Allgäu ist die Situation am Mühlbach bei Ottobeuren besonders problematisch: Die Wasserführung ist so stark zurückgegangen, dass Fische verenden. Auf den Almflächen bei Wackersberg ist zudem etwa die Hälfte der natürlichen Quellen versiegt.

Auch für die Tiere können versiegende Quellen und Flüsse zur Gefahr werden (Foto: Adobe Stock)

Brandenburg und Sachsen: Schwarze Elster betroffen

In der Lausitz zeigt sich die Trockenheit ebenfalls deutlich. Bei Senftenberg ist die Schwarze Elster auf längeren Abschnitten komplett trockengefallen.

Auch im sächsischen Raum Hoyerswerda führt der Fluss abschnittsweise kein Wasser mehr. Im weiteren Verlauf Richtung Brandenburg setzt sich die Austrocknung fort. In Sachsen ist zudem das Flussbett der Prießnitz an ihrer Mündung zur Elbe trocken.

Hessen: Selbst Quellgebiete führen kaum Wasser

Im Hochtaunus sind mehrere Gewässer betroffen. Die Weil ist bei Weilrod fast vollständig trocken, ebenso der Sattelbach. Auch die Usa ist in ihrem Oberlauf bei Usingen weitgehend ausgetrocknet.

Im Raum Groß-Gerau führt der Mühlbach in weiten Teilen kein Wasser mehr. Besonders kritisch ist die Situation in den Quellbereichen von Emsbach und Liederbach: Dort gibt es aktuell kaum noch Wasser.

Sorge auch im Saarland und in Schleswig-Holstein

Auch im Saarland gibt es einen deutlichen Ausfall. Der Steinbach bei Thalexweiler im Landkreis Saarlouis ist aktuell vollständig ausgetrocknet. Selbst im vergleichsweise wasserreichen Norden zeigen sich die Folgen. Die Struckdieksau in Kiel-Hassee/Russee ist auf nahezu ihrer gesamten Länge trocken. Lediglich einzelne Restpfützen sind übrig geblieben.

Besonders bemerkenswert ist die Situation an der Alsterquelle bei Henstedt-Ulzburg. Sie ist versiegt, während der Oberlauf der Alster auf mehreren hundert Metern trockenliegt.

So sieht die Alsterquelle aktuell leider nicht mehr aus (Adobe Stock)

Wasser fehlt nicht nur in den Flüssen

Die Liste der betroffenen Gewässer macht deutlich, wie weit die Folgen der Trockenheit inzwischen reichen. Es geht nicht mehr ausschließlich um niedrige Pegelstände großer Flüsse. Auch kleinste Zuflüsse und natürliche Quellen verlieren ihre Wasserführung.

Für die Ökosysteme ist das problematisch, weil mit jedem trockengefallenen Abschnitt Lebensräume für Fische, Insekten und andere Wasserbewohner verschwinden. Gleichzeitig verschärft sich die Situation für Landwirtschaft und Tierhaltung dort, wo natürliche Wasserquellen nicht mehr ausreichen.

Artikelreferenz

Bild.de. (2026). Diese Flüsse und Quellen sind schon trocken.