Minus 40 Grad: Kommt die Horrorkälte bald auch nach Deutschland?

Kanada und Teile der USA bibbern seit Tagen aufgrund einer großen Kälte. Lokal sinken die Werte in der Nacht auf minus 40 Grad. Kommt diese extreme Kälte bald auch auf Deutschland zu? Wir schauen uns das mal etwas genauer an.

Leon Beurer Leon Beurer 30 Jan 2019 - 06:00 UTC
Kältewelle
Bis minus 40 Grad in Kanada und den USA. Kann es auch in Deutschland so kalt werden?

Nordamerika ist teilweise unter Schnee, Eis und extremen Frost gefangen. In den USA leidet besonders der Nordosten des Landes unter einer starken Kälte. In Chicago werden zeitweise nur Temperaturen um minus 30 Grad gemessen. Bei uns in Deutschland ist die von einigen Medien angekündigte "mehrwöchige sibirische Kältewelle" bisher ausgeblieben - zum Glück! Temperaturen von minus 20 Grad und tiefer sind für das allgemeine Wohlbefinden alles andere als förderlich.

Eine ähnliche Kältewelle wie in Nordamerika ist bei uns im Mitteleuropa allerdings aktuell nicht in Sicht. Bei uns hat es so eine extreme Kälte auch eher schwer. In den USA und Kanada strömt vom Nordpol immer wieder Polarluft nach. Und diese Luft ist eisig. Sie zieht dabei durchweg über Festland und bleibt daher auch extrem kalt. Bei uns kann das nicht passieren. Warum?

Milde Nord- und Ostsee verhindern in Deutschland extreme Kälte

Wenn aus Nordeuropa bzw. vom Nordpol kalte Luft Richtung Deutschland strömt, dann muss sie letztlich Meerwasser überqueren. Da ist die Nord- oder etwa die Ostsee im Weg. Das bedeutet das sich die kalte Luft auf dem Weg zu uns nach Deutschland immer noch erwärmen kann. Daher kommt die Luftmasse bei weitem nicht so kalt bei uns in Mitteleuropa an, wie sich ganz weit oben im Norden gestartet ist.

Daher sind bei uns so extreme Kaltluftvorstöße wie in den USA und Kanada nahezu ausgeschlossen. Eisige Kälte kommt bei uns meist aus Osten, aus Russland bzw. Sibirien. Ein kräftiges Winterhoch kann Kälte bringen und das besonders nachts. Werte bis minus 20 Grad sind dann auch in den deutschen Niederungen möglich. Über Schnee kann es aber auch in Deutschland mal bis auf minus 25 oder knapp minus 30 Grad runter gehen. Aber das ist dann lediglich in einzelnen Alpen- oder Mittelgebirgslagen über Schnee drin.

In Deutschland keine sibirische Kälte in Sicht

Bei uns in Deutschland müssen wir uns erstmal nicht auf Dauerfrost einstellen, wohl aber auf glatte Straßen und weitere Schneefälle. Kritisch sind die Nächte. Dann sinken die Temperaturen immer wieder auf 0 Grad oder leicht darunter und dann kommt es besonders in der Nacht zu Donnerstag und zu Freitag aus Westen zu neuen Niederschlägen. Die fallen meist als Schnee, teils als gefrierender Regen und das immer wieder genau zum morgendlichen Berufsverkehr.

Neuer Schnee
Nach den Schneefällen am Mittwochmorgen, kommt es am Donnerstag- und Freitagmorgen zu neuen Niederschlägen. Diese fallen teils als Schnee, teils als gefrierender Regen.

Besonders betroffen sind am Donnerstagmorgen Rheinland-Pfalz, das Saarland, Hessen und der Westen von Baden-Württemberg. Am Freitagmorgen kann es dann auch Teile von Nordrhein-Westfalen treffen. Plant also morgens durchaus mal etwas mehr Zeit auf dem Weg zur Arbeit ein. Erst zum Freitagmittag wird es bis zu 6 Grad mild. Dann ist Glätte in den Niederungen erstmal kein Thema mehr.

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