Zu voll am Gardasee? Dann schauen Sie sich den heimlichen Star unter Italiens Bergseen an
Italien am Wasser erleben, aber auf Trubel und Stau auf den Uferstraßen verzichten? Kein Problem: Im Trentino gibt es eine wenig bekannte Alternative zu den vielgeliebten Bergseen des Nordens.

Der Gardasee kann viel: Palmen an der Uferpromenade, Segelboote vor Bergkulisse, malerische Dörfer - das ist alles schlicht unwiderstehlich. Und es lockt entsprechend viele Menschen an.
Dabei ist der Lago di Garda ebenso wenig wie der Iseo- und der Comer See die einzige Perle Oberitaliens. Bildschön und viel ruhiger ist der Lago di Tovel, der umgeben von den Bergen des Naturparks Adamello-Brenta auf 1178 Metern im Val di Tovel im Trentino liegt.
Schon die Anfahrt beweist, dass hier ein anderes Tempo gilt. Von Tuenno windet sich die Straße zwölf Kilometer durch das Tal, vorbei an Wäldern und Berghängen.
Zu Fuß einmal rund um den See
Und dann funkelt zwischen Bäumen das glasklare Wasser des Sees. Er ist klein genug, um ihn zu Fuß zu umrunden, und groß genug für ein Panorama, das sich ständig verändert. Über ihm ragen die Gipfel der Brenta-Dolomiten auf, bewaldete Hänge erstrecken sich an den Ufern.

Die klassische Runde um den Lago di Tovel ist 4,2 Kilometer lang und in eineinhalb Stunden zu schaffen. Der Weg verläuft meist nah am Wasser, durch Wald und über felsige Abschnitte und öffnet immer neue Blicke auf den See.
Es ist nicht die einzige Wanderroute; längere Bergtouren führen etwa in Richtung Malga Tuena und weiter in die Hochlagen des Naturparks.
Einst färbte sich sein Wasser rot
Momente größeren Ruhms erlebte der Lago di Tovel vor über sechs Jahrzehnten - und das aus einem ungewöhnlichen Grund. Bis in die 1960er-Jahre färbte sich das Wasser im Sommer stellenweise rot.
Verantwortlich war eine Alge, die unter bestimmten Bedingungen diesen beunruhigenden Effekt verursachte.
1964 trat das Phänomen zum letzten Mal auf. Heute bleibt vom „Roten See“ vor allem die Geschichte - und die Erinnerung daran, dass sich seine Farbe einst mit den Jahreszeiten veränderte wie das Laub der Bäume an seinen Ufern.

Anderes ist geblieben, wie es war. So reihen sich hier im Gegensatz zu den großen Seen Oberitaliens keine Bars, Strandbäder und Bootsstege aneinander. Stattdessen dominiert die Natur: Wasser, Wald, Fels und Berge.
Entspannte Anreise
Wer mit dem Auto anreist, kann zwischen mehreren Parkplätzen wählen. Lago liegt direkt am See, Lavacel einen Kilometer entfernt, Glare 2,5 Kilometer und Capriolo 4,5 Kilometer. Zwischen den weiter entfernten Parkplätzen und dem See verkehren Shuttlebusse.
Noch entspannter ist die Anreise ohne Auto: Der Val di Tovel Express fährt von Cles über Tuenno direkt zum Lago di Tovel - täglich bis zum 6. September, anschließend an den Wochenenden bis zum 1. November. Die Plätze lassen sich online reservieren.
Artikelreferenz
Michèle Förster. (2026). Dieser Bergsee in Italien ist die ruhige Alternative zum Gardasee und Iseosee.