Grandiose Architektur: Warum eine kleine Stadt im Harz derzeit Tourismusrekorde bricht
Ausgerechnet dieser überschaubare Ort ist die größte Fachwerkstadt der Welt. Er zählt nicht nur zum UNESCO-Welterbe, er hat nun noch einen weiteren Titel errungen - und dabei attraktive Mitbewerber hinter sich gelassen.

Sie hat schon wieder einen Titel eingesammelt: Die Stadt im Harz, von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, wurde im Altstadt-Ranking 2026 des Reiseportals kurzurlaub.de zur schönsten Altstadt Deutschlands gekürt.
Besuchermagnete landeten auf den Plätzen
Mit 92,15 von 100 möglichen Punkten setzte sie sich gegen renommierte Konkurrenten wie Regensburg, Bamberg und Rothenburg ob der Tauber durch. Grundlage der Untersuchung waren 97 historische Stadtkerne und Altstadtviertel aus allen 16 Bundesländern.
In die Bewertung flossen fünf Faktoren ein: der historische Charakter, die Qualität des Hotelangebots, die Erreichbarkeit und Attraktivität für Fußgänger, das Interesse im Internet sowie die Preise in der Gastronomie.

Quedlinburg landete mit seinem nahezu vollständig erhaltenen historischen Stadtbild, in dem der malerische Marktplatz, der Schlossberg und die Stiftskirche dicht beieinanderliegen, auf dem ersten Platz.
Keine andere Stadt besitzt so viele Fachwerkhäuser
Dass Quedlinburg weltweit eine Ausnahmestellung einnimmt, beweisen die Zahlen: Die 90 Hektar großen Altstadt besitzt mehr als 2100 Fachwerkhäuser aus 800 Jahren. Mehr als 770 davon sind als Einzeldenkmäler geschützt.
Keine andere Stadt besitzt eine vergleichbare Dichte an Fachwerkbauten. Selbst Celle mit seinem europaweit bekannten Ensemble aus rund 500 restaurierten Fachwerkhäusern bleibt deutlich dahinter zurück.
Die außergewöhnliche historische Bausubstanz brachte Quedlinburg bereits 1994 die Anerkennung als UNESCO-Welterbe ein. Zugleich zählt der Stadtkern zu den größten Flächendenkmälern Deutschlands.
Die DDR wollte hier „Platten“ bauen
Dass dieses einzigartige Ensemble heute noch existiert, ist nicht selbstverständlich. Denn in den 1960er-Jahren sahen Planungen der DDR vor, weite Teile der Altstadt abzureißen und durch Plattenbauten zu ersetzen.
Das Vorhaben scheiterte zunächst aus finanziellen Gründen. Während der politischen Umbrüche 1989 verhinderten engagierte Bürger schließlich eine großflächige Zerstörung.

Nach der Wiedervereinigung wurde der historische Stadtkern mit großem Aufwand restauriert und schrittweise saniert.
Fünf ostdeutsche Städte in den Top Ten
Bemerkenswert ist die starke Präsenz ostdeutscher Städte in der Spitzengruppe. Gleich fünf der zehn bestplatzierten Altstädte liegen in den neuen Bundesländern.
Neben Quedlinburg schafften es Weimar, Stralsund, Potsdam und Wismar unter die ersten Zehn. Sie punkten mit gut erhaltenen historischen Stadtkernen und vergleichsweise moderaten Preisen.

Ebenfalls unter den Top Ten vertreten ist das niedersächsische Goslar. Die UNESCO-Welterbestadt im Harz verfügt über rund 1.500 Fachwerkhäuser und profitiert zusätzlich von ihrer Nähe zum historischen Erzbergwerk Rammelsberg.
Dies sind die zehn schönsten Altstädte Deutschlands 2026
- Quedlinburg (Sachsen-Anhalt) – 92,15 Punkte
- Regensburg mit Stadtamhof (Bayern) – 90,56 Punkte
- Bamberg (Bayern) – 89,03 Punkte
- Goslar (Niedersachsen) – 87,50 Punkte
- Weimar (Thüringen) – 82,67 Punkte
- Lübeck (Schleswig-Holstein) – 82,66 Punkte
- Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern)
- Trier (Rheinland-Pfalz) – 81,20 Punkte
- Potsdam, Holländisches Viertel (Brandenburg) – 80,23 Punkte
- Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) – 79,91 Punkte
Artikelreferenz
Ulrike Hagen. (2026). Deutschlands schönste Altstadt: Kleiner Fachwerk-Ort im Harz bricht alle Rekorde.
Kurzurlaub.de. (2026). Deutschlands schönste Altstädte 2026: Das Ranking.