Eine Gebühr für den Aufstieg auf den Gipfel soll Spaniens höchsten Berg entlasten

Als grandioser Aussichtspunkt ist der Teide ein beliebtes Wanderziel. Denn von oben öffnet sich ein spektakulärer Blick auf Natur, malerische Dörfer und die Nachbarinseln. Seit diesem Jahr ist der Gipfelsturm gebührenpflichtig.

Noch ein Stück zu gehen: Blick vom Vulkan Samara im Nationalpark auf den Teide. Foto: Adobe Stock
Noch ein Stück zu gehen: Blick vom Vulkan Samara im Nationalpark auf den Teide. Foto: Adobe Stock

Auf der letzten Etappe mischt sich Schwefelgeruch in die klare, kalte Luft. Hier oben ist er die einzige Erinnerung an das zerstörerische Potenzial des Vulkans. Noch eine letzte steile Biegung, dann liegen nur mehr ein paar Felsbrocken zwischen Himmel und Berg. Der Blick reicht über die Grenzen des Nationalparks und die Küstenstädte in der Morgensonne bis nach Gomera und Gran Canaria. Der Krater des Vulkans gleicht einer Mulde, und es wird sichtbar, dass der letzter Ausbruch in der Caldera stolze 400 Jahre zurück liegt.

Die Lava-Ströme und Krater in der Landschaft rings um den Teide erzählen indes auch dramatische Geschichten aus jüngerer Vergangenheit, etwa die vom Ausbruch des Chineyro im Jahr 1909. Er gehört zum Teide-Massiv und liegt etwa zehn Kilometer entfernt.

Einnahmen fließen in den Naturschutz

Der Teide schläft. Wie tief und ruhig, wird von Seismologen kontrolliert. Auch sonst wird der mit 3715 Metern höchste Berg Spaniens liebevoll bewacht. Eine Seilbahn bringt die Besucher von 2316 bis auf 3555 Meter. Von dort an führt eine Route rund um den Berg. Wer seinen Gipfel ersteigen will, braucht eine Genehmigung. Seit diesem Jahr ist sie gebührenpflichtig. Der Besucherstrom soll gelenkt, die Einnahmen zum Schutz der Natur verwendet werden. Der Betrag variiert je nach Strecke, Wochentag und Nationalität - Einheimische zahlen weniger - und beträgt maximal 25 Euro.

Berg und Gipfel sollen geschont werden

Schon vorher sollte die Beantragung der Erlaubnis es schlicht lästiger machen, die letzten Höhenmeter zu bewältigen – und somit dem Berg Besucher ersparen. Denn jeder Wanderer tritt Geröll los, unter jedem Fuß rollen ein paar Steinchen talwärts. Noch schlimmer: Mancher nimmt gleich ein paar Flechten für den heimischen Balkon mit.

Viele Teneriffa-Fans steigen bei jedem Besuch auf der Insel auf den Teide. Denn der Blick von oben zeigt zu jeder Jahreszeit, an jedem Tag, in jedem Licht, mit Schnee an den Füßen und ohne, eine andere Landschaft.

Weinberge, Eukalyptus- und Kiefernwald

Schon der Weg von der Küste bis zur Seilbahn führt durch unterschiedliche Vegetations- und mehrere Klimazonen: Am Meer blühen Büsche und Bäume in nahezu tropischen Farben, durch Obsthaine und Weinberge schlängelt sich die Landstraße aufwärts in grüne Eukalyptus- und Kiefernwälder, bis schließlich nur noch gelber Ginster, Veilchen, Margerithen und die rot und gelb blühende Tajinaste zwischen schwärzlichen Lava-Brocken leuchten.

Der Esperanza-Wald ist mit 35 Quadratkilometern der größte Wald der kanarischen Inseln. Nachdem Spanien die Insel 1496 endgültig eroberten, verarbeiteten sie ihn großzügig zu den Schiffen, mit denen sie die Neue Welt erreichten. Später wurde er wieder aufgeforstet und ist nun grüne Lunge der Insel.