Die erste Hauptstadt in Europa verbietet Reklame für gesundheitsgefährdende und klimaschädliche Produkte

In den Niederlanden kommt es jetzt immer häufiger vor. Bevor die Metropole Amsterdam jetzt ein eindeutiges Ja zum Werbeverbot aussprach, waren die Städte Utrecht, Haarlem, Nijmegen und Den Haag schon klare Vorreiter.

Amsterdam spricht Werbeverbote aus
Amsterdam spricht Werbeverbote aus

Jetzt wird es in Amsterdam keine Werbungen mehr im öffentlichen Stadtraum geben, die beispielsweise für Hamburger bei bestimmen Fastfood-Ketten, klimaschädliche Kreuzfahrten von weltweit agierenden Reiseunternehmen, Flugangebote oder Autos mit klimaschädlichem Antrieb werben.

Raum für Neues?

So ist nun auf den Reklametafeln an Hauswänden, Bushaltestellen und in der U-Bahn viel Platz für neue Werbepartnerinnen und Partner.

Die Städte in den Niederlanden nehmen durch diese neuen Anordnungen auf klare psychologische Wirkungen von Werbung Bezug und fördern damit vielleicht sogar die Gesundheit und ein klimabewusstes Verhalten. Fakt ist, dass Werbung uns immer unterbewusst prägt.

Werbung beeinflusst uns sogar im Unterbewusstsein

So trägt Werbung dazu bei, was als „normal” und wünschenswert gilt. Die Werbetafeln, die wir im Vorbeigehen oder in der U-Bahn sehen, kommen bei uns an, ohne dass wir den Inhalt komplett wiedergeben können.

Weniger Fast-Food Werbung könnte unsere Gesundheit verbessern
Weniger Fast-Food Werbung könnte unsere Gesundheit verbessern

Unser Gehirn hat jedoch registriert worum es geht oder welche Produkte gerade günstig sind oder eben schlichtweg, dass man ja noch einen Flug nach London buchen wollte. Allein das Erfassen des groben Inhaltes kann unser Verhalten und unsere Kaufentscheidungen beeinflussen.

Einige Verbände begrüßen die Änderungen in der Hauptstadt

So begrüßt beispielsweise der niederländische Vegetarierbund die Änderungen.

„Durch die Einschränkung der Werbung für klimaschädliche Produkte entsteht Raum für andere Geschichten – über Nachhaltigkeit, Gesundheit und zukunftssichere Entscheidungen.“, erläutert Vegetariers NL.

Ab dem ersten Mai 2026 wird das Verbot in Amsterdam durchgesetzt. So ein Verbot von bestimmter Werbung wäre in Deutschland wahrscheinlich nicht durchsetzbar. Viele Lobbyverbände würden dann gegen die Stadträte und Landesregierungen aktiv werden.

Freier Raum für Werbung besteht immer noch auf Gewerbeflächen

Die Werbung in Privat- und Gewerbeflächen von Unternehmen ist weiterhin erlaubt. So kann die Werbung für das günstige Fleisch im Supermarkt immer noch Top-platziert werden.

Auch die Werbung für Imbissbuden oder Schnellrestaurants ist auf deren Grundstücken oder beispielsweise mit Flyern erlaubt.

Werbung für Hamburger jetzt wieder im Radio?

Es bleibt fraglich, ob und wie die großen und globalen Unternehmen, die neuen Verbote nutzen, um in anderen Räumen verstärkt Werbung zu machen. So könnte die Werbung für den neuen Hamburger eventuell einfach im Radio laufen oder auf der Kinoleinwand zu sehen sein.

Quellenhinweise

Der Spiegel. (2026). Amsterdam verbietet Werbung für Fleisch und fossile Energien. Amsterdam. Verbraucher und Service. Wirtschaft

Vegetariers.nl (2026). Amsterdam zegt nee tegen vleesreclame in de openbare ruimte. Nieuws.