Arktischer Wirbel im Kollaps: Stratosphärenerwärmung droht Europa und Nordamerika mit weiteren extremem Winterchaos

Starke Stratosphärenerwärmung bedroht Europas Winter: Experten warnen vor Aufspaltung des Polarwirbels, die extreme Kälte und Schneestürme bringen könnte. Prognosen bis in den Frühling möglich.

Gefrorene Stadtlandschaften: Der Polarwirbel verantwortet bei Split extreme Kälte über Nordamerika und Europa. (KI-generiert)
Gefrorene Stadtlandschaften: Der Polarwirbel verantwortet bei Split extreme Kälte über Nordamerika und Europa. (KI-generiert)

Neue Wettermodellrechnungen zeigen, dass sich der Polarwirbel über der Arktis in den kommenden Wochen deutlich destabilisieren könnte. Laut Experten ist ein sogenannter „Split“ wahrscheinlich, bei dem der Wirbel in zwei Teile zerfällt.

Solche Ereignisse treten nur selten auf, können aber enorme Auswirkungen auf Nordamerika und Europa haben. Die Folge: ein plötzlicher Einbruch arktischer Kaltluft in Regionen, die normalerweise mildere Winter erleben.

Was ist der Polarwirbel?

Der Polarwirbel ist eine großräumige, rotierende Luftmasse, die die Arktis im Winter umgibt und kalte Luft im Norden einschließt. Experten unterscheiden zwischen dem oberen, stratosphärischen Wirbel und dem unteren, troposphärischen Wirbel.

Solange der Wirbel stark bleibt, verhindert er das Ausströmen kalter Luft in mittlere Breiten – für Europa und die USA bedeutet das mildere Temperaturen. Wird er geschwächt oder gespalten, strömt Kaltluft nach Süden und löst Schneestürme sowie Temperaturrückgänge aus.

Die Rolle der Stratosphärenerwärmung


Ein plötzlicher Temperaturanstieg in der Stratosphäre, bekannt als Sudden Stratospheric Warming (SSW), gilt als Hauptursache für die Destabilisierung des Polarwirbels. Klima-Forscher betonen:

Plötzliche Erwärmungen der Stratosphäre gehören zu den stärksten Störungen des atmosphärischen Zirkulationssystems.

Diese Erwärmungen erhöhen den Druck im Polarbereich, verformen den Wirbel und können ihn aufspalten. Bei einem vollständigen Kollaps steigen die Chancen für extreme Winterbedingungen in Europa und Nordamerika erheblich.

Frühe Auswirkungen in Nordamerika


Schon jetzt zeigen Analysen einen deformierten, verlängerten Polarwirbel, der kalte Luftmassen in die zentralen und östlichen USA drückt. Temperaturen fallen stellenweise um 15 bis 20 Grad Celsius unter den Mittelwert.

Erste Winterstürme haben bereits die östlichen Bundesstaaten getroffen, mit Schnee, Eisregen und stürmischem Wind. Solche Vorboten deuten auf die kommenden Wochen hin, in denen die Auswirkungen der Stratosphärenerwärmung weltweit spürbar sein könnten.

Europa muss auf kalte Wochen vorbereitet sein


Für Europa sagen die Modelle eine ähnliche Entwicklung voraus: Nach einer leichten Phase milder Temperaturen könnten nördliche und nordwestliche Regionen unter Kaltluftzufuhr leiden. Besonders Deutschland, Skandinavien und Teile Osteuropas müssen mit Schneefällen und deutlich kälteren Temperaturen rechnen. Die Prognosen reichen teilweise bis Anfang März und zeigen ein Muster, das den typischen Reaktionen nach SSW-Ereignissen entspricht.

Ein Winter mit ungewöhnlicher Dynamik


Meteorologen warnen: Die Kombination aus Stratosphärenerwärmung und Polarwirbel-Split kann nicht nur die Temperaturen dramatisch absenken, sondern auch die Wetterextreme verstärken.

Schneestürme, Frostperioden und wetterbedingte Verkehrsbehinderungen sind mögliche Folgen.

Quellen

National Weather Service (NWS). „Another Arctic Blast in the East; Eastern U.S. Winter Storm.“ Weather.gov, 2026,

Flis, Andrej. „Stratospheric Warming Confirmed: Polar Vortex Collapse to Bring Major Weather Disruption in the Coming Weeks.“ Severe Weather Europe, 30. Januar 2026,