Besucherströme besser lenken: Diese ikonischen öffentlichen Orte kosten jetzt Eintritt
Ob Sie auf den höchsten Berg Spaniens klettern oder für einen Schnappschuss vor dem Trevi-Brunnen in Rom posieren wollen: An immer mehr Instagram-tauglichen Orten werden Reisende zur Kasse gebeten.

In Venedig müssen Tagesgäste an bestimmten Daten im Jahr eine Eintrittsgebühr zahlen. Sie beträgt je nach Datum ab drei bis zehn Euro und soll dazu beitragen, den Druck durch Kurzbesucher zu mildern, die wenig Geld in der Stadt lassen, dafür aber leere Wasserflaschen und Pizzakartons.
Die Eintrittsgebühr soll an besonders populären Daten die Besucherströme regulieren- denn die Online-Zahlung bedarf einer (kleinen) Anstrengung.
Ritueller Münzwurf jetzt gebührenpflichtig
Auch Rom sieht sich genötigt, einen besonders heftig geliebten Ort mit einer Gebühr zu belegen. Seit Anfang Februar kostet es zwei Euro, ans Becken des Trevi-Brunnens zu treten, um die obligatorische Münze über die Schulter zu werfen - das Ritual soll eine Rückkehr in die Ewige Stadt garantieren. Der Blick auf den Brunnen vom Vorplatz bleibt kostenlos.
Und auch Frühaufsteher werden an zwei Tagen belohnt: Montags und freitags wird der Eintritt während der Zeit von 11.30 bis 22 Uhr fällig, an den übrigen Tagen zwischen 9 und 22 Uhr.
Trekking Card für die Cinque Terre
Die Wanderwege der Cinque Terre sind mittlerweile ebenfalls kostenpflichtig. Die Cinque Terre Card zur Nutzung der Pfade kostet je nach Saison 7,50 oder 15 Euro pro Erwachsenem und Tag. Kinder bis vier bis elf Jahren zahlen 4,50 oder 9 Euro pro Tag. Teurer sind Karten, die auch die Nutzung der Bahnen zwischen den Orten abdecken. Von Anfang November bis Mitte März sind die Wege kostenfrei begehbar.
Spanien: Anwohner entlasten und den Teide schonen
Spanien ringt seit längerem mit Overtourism. Allerdings in erster Linie, weil Kurzzeitvermietungen die Wohnungssuche für Normalbürger erschweren und die Mieten in Städten wie Barcelona ohnehin hoch sind. Um Wohnviertel für die Anwohner leichter zugänglich zu machen, wurde auch ein Teil des Parks Güell mit einer Eintrittsgebühr belegt. Wer die Monumentalzone im Zentrum des Parks besichtigen möchte, muss online ein Ticket buchen. Kostenpunkt: rund 21 Euro.
Und wer vom höchsten Gipfel Spaniens (3718 Meter) aus das Panorama aus dem Nationalpark, der restlichen Insel und dem Atlantik betrachten möchte, muss sich (mindestens einige Wochen) vorher anmelden - das ist schon seit langem so.
Nun ist für die Gipfelbesteigung des Teide auf Teneriffa zusätzlich eine Gebühr fällig. Auch sie soll dazu beitragen, Besucherströme besser zu lenken. Der Preis beträgt - je nach Route zum Gipfel und Tag - maximal 25 Euro. Ausgenommen sind Kinder bis 14 Jahren und Insulaner. Die übrigen Wanderwege am Berg bleiben kostenlos.
Auch Madeira will Wandergäste lenken
Auf Madeira greift seit Jahresbeginn ein Gebührensystem für die Nutzung der Wanderwege. Individuell wandernde Besucher zahlen 4,50 Euro. Der besonders beliebte Höhenwanderweg Vereda do Areeiro soll nach Instandhaltungsarbeiten im April wieder geöffnet werden. Für seine Nutzung zahlen Individualwanderer dann 10,50 Euro. Wer mit einem zertifizierten Anbieter unterwegs ist, zahlt etwas niedrigere Preise.

In Dubrovnik, neben Venedig eine weitere überrannte Adria-Perle, ist der Spaziergang durch die Altstadt weiterhin kostenlos. Wer aber über die Stadtmauer flanieren möchte, muss sich von etwas mehr Geld trennen. Im Sommer zahlen Erwachsene etwa 35 Euro, Kinder rund 15 Euro. Der Besuch der Festung Lovrijenac ist in diesen Preisen inbegriffen.