Bar-Hopping quer durch Europa: Diese Kneipen werden Sie garantiert nie vergessen

Diese Orte sind nicht nur Kneipen, sie sind kulturelle Treffpunkte, an denen Musik, Literatur und manchmal sogar Geschichte geschrieben wurde. Ihre Atmosphäre ist noch immer eine Klasse für sich.

Traditionstränke in Liverpool: Hier nahmen schon die Beatles gelegentlich ein Bier. Foto: Adobe Stock
Traditionstränke in Liverpool: Hier nahmen schon die Beatles gelegentlich ein Bier. Foto: Adobe Stock

Ein Pint mit Sir Paul: The Philharmonic, Liverpool

Der gegenüber der Liverpooler Philharmonie gelegene Pub „The Philharmonic Dining Rooms", von Stammgästen liebevoll „The Phil" genannt, entstand an der Wende zum 20. Jahrhundert, als die Stadt dank ihres Hafens besonderen Wohlstand genoss. Man konnte es sich leisten, bei der Ausstattung von Kneipen Aufwand zu treiben wie in anderen Zeiten beim Bau von Kirchen.

In der denkmalgeschützten Pracht-Kneipe hatte 2018 einer der berühmtesten Söhne der Stadt einen besonderen Auftritt: Sir Paul McCartney gab vor 60 glücklichen Gästen ein Überraschungskonzert.

Zur Beichte in den Pub: The Crown, Belfast

Fein gemusterte Fliesen, korinthische Säulen, Gaslampen an der Decke und dazu mit italienischem Schnitzwerk getäfelte Nischen, hinter deren diskreten Holztüren sich nötigenfalls auch eine Beichte abnehmen ließe: „The Crown" ist eine Klasse für sich. Das barocke Juwel Belfasts hat seine Wurzeln im 19. Jahrhundert. 1947 setzte Regisseur Carol Reed ihm mit dem Film „Ausgestoßen" (Odd Man Out) ein Denkmal.

Das Schmuckstück überstand während der Troubles zahlreiche Bombenanschläge aufs Hotel Europa gegenüber und erwarb als Lieblingskneipe des „katholischen Bullen" Sean Duffy in den Krimis des nordirischen Bestseller-Autors Adrian McKinty literarischen Ruhm.

Dem Geist verpflichtet: Les Deux Magots, Paris

Oscar Wilde, Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre, Ernest Hemingway, Pablo Picasso und später Umberto Eco machten die 1885 eröffnete Bar in Saint-Germain-des-Prés zur Legende. Vor allem in den dreißiger und fünfziger Jahren nahm hier die geistige Elite ihrer Zeit auf roten Polsterbänken oder in Korbstühlen vor dem Haus Platz.

Kein Wunder, dass in diesem glamourösen Künstler- und Literatentreff nicht nur Pastis und Rosé ausgeschenkt, sondern mit dem Prix des Deux Magots auch ein eigener Literaturpreis ausgelobt wird - und das schon seit 1933.

Austern in der Grille: La Cigale, Nantes

1895 eröffnet, seit 1964 als historisches Monument geschützt, ist die Jugendstil-Brasserie der womöglich schönste Ort im Westen Frankreichs zum Champagner- und Austernschlürfen - vielleicht sogar im ganzen Land.

Bunte Fliesen, Gemälde und üppiger Stuck zieren die hohen Räume der von Stammgästen wie dem Dichter Jacques Prévert und dem Surrealisten André Breton geschätzte Brasserie.

Cocktails und Art Déco: Museo Chicote, Madrid

Als sich die Verhältnisse in Spanien zum Bürgerkrieg zuspitzten, eröffnete Perico Chicote im Herzen Madrids die erste Cocktail-Bar im Land. Für das Art Déco-Design zeichnete Architekt Luis Gutierrez Soto verantwortlich. Fortan mixte Chicote hier Cocktails, die ihn schließlich zur Legende machten. Er starb 1977, doch bis heute haben Bar und Interieur nahezu unverändert überdauert.

Hier nehmen Sie auf dem Sofa Platz, auf dem einst Filmgöttin Ava Gardner am Drink nippte. Schon in frühen Tagen lockte die Bar amerikanisches Publikum, darunter trinkfreudige Reisende wie Ernest Hemingway und Frank Sinatra, aber auch Grace Kelly und Bette Davis.

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