Über 80l/qm Regen als Rekordwert in Brandenburg und eine markante High-over-Low-Wetterlage- wie passt das zusammen?

Am gestrigen Sonntag war 'Land unter angesagt' in Brandenburg und Berlin , wo mehrere Wetterstationen außergewöhnlich hohe Niederschlagsmengen registrierten. Ungewöhnlich war dabei dass der Regen in Zusammenhang mit einer markanten High-over-Low-Wetterlage fiel und der klassische Westdrift ausgeheblelt war.

Die Front von „Waltraud“ war okkludiert bzw. eine schleifende Okklusion, die den Dauerregen getragen h hat und bis nach Brandenburg und Berlin brachte.
Die Front von „Waltraud“ war okkludiert bzw. eine schleifende Okklusion, die den Dauerregen getragen h hat und bis nach Brandenburg und Berlin brachte.

Am deutlichsten sticht Wittstock/Dosse mit der Station Rote Mühle hervor: Dort fielen 81,3 mm Regen, deutlich über dem bisherigen Monatsmaximum von 34,1 mm und nahe am Allzeitrekord der Station. Auch in Lärz wurden mit 75,5 mm sehr hohe Mengen registriert, ebenfalls im Bereich historischer Spitzenwerte der langjährigen Reihe.

In Berlin zeigen die jüngeren Messstationen ebenfalls markante Werte: In Zehlendorf-Düppel wurden 47,1 mm, in Haselhorst 44,7 mm gemessen. Zwar reichen diese Werte dort noch nicht an absolute Rekorde heran, sie liegen aber klar im oberen Bereich der kurzen Messreihen und unterstreichen die außergewöhnliche Regenlage.

Wetterwahnsinn durch Tiefdruckrinne, eingebettete Okklusion und High-over-Low

Auslöser der Situation war eine High-over-Low-Wetterlage, bei der ein kräftiges Hoch über Nordeuropa die Wetterlage blockierte, während über Osteuropa ein Tiefdrucksystem lag. Dazwischen bildete sich eine ausgeprägte Tiefdruckrinne mit eingebetteter Okklusion. Diese Konstellation führte zu lang anhaltendem, gebietsweise kräftigem Regen.

Islandhoch gewinnt an Dominanz

Im weiteren Verlauf setzt sich die großräumige High-over-Low-Wetterlage immer stärker durch. Ein kräftiges Hochdruckgebiet über dem Nordmeer und Skandinavien stabilisiert sich und greift zunehmend auf Mitteleuropa über. Gleichzeitig löst sich der Tiefdruckeinfluss über Osteuropa langsam auf und verliert an Bedeutung.

Ab Dienstag dominiert damit zunehmend trockene und kühlere Festlandluft. In der Nordhälfte Brandenburgs und in Berlin stellt sich häufig sonniges Wetter ein, während sich in der Südhälfte zeitweise noch Quellbewölkung und vereinzelt schwache Schauer halten können. Der Nordostwind bleibt spürbar, erreicht aber meist keine kritischen Stärken mehr.

Am Tag kann das Thermometer milde 16 Grad anzeigen, doch muss mit Bodenfrost in der Nacht zu Mittwoch gerechnet werden, wobei die zwei Meter Temperaturen ebenfalls Werte unterhalb des Gefrierpunktes erreichen könne.

Zur Wochenmitte etabliert sich ein ausgeprägtes Hochdruckregime über ganz Deutschland. Das Wetter zeigt sich überwiegend freundlich mit längeren sonnigen Abschnitten.

Aber Achtung: die einfließende Luftmasse ist weiterhin polaren Ursprungs und

entsprechend kühl, sodass die Temperaturen trotz Sonne nur moderat ansteigen.

Die wärmsten Tageshöchstwerte gibt es am Mittwoch mit 18 Grad. In der zweiten Wochenhälfte sine die Tageshöchstwerte nicht in der nähe der magischen 20 Gradmarke zu erwarten, werder in der Hauptstadt, noch im Umland.

In den Nächten bleibt es sehr frisch. Bei klarem Himmel sinken die Temperaturen verbreitet in den Frostbereich, insbesondere in Brandenburg ist gebietsweise leichter Luftfrost möglich, dazu nahezu flächendeckend Bodenfrost.

Hauptsächlich trocken, vielfach sonnig, manchmal Wolken, des Nachts frostig am Boden- die Aussichten:

Zum Ende der Woche bleibt der Hochdruckeinfluss zwar bestimmend, allerdings deuten Modellprognosen auf eine leichte Abschwächung der Blockierung hin. Der osteuropäische Trog könnte erneut etwas nach Westen ausholen und einzelne schwache Störungen in den Süden und Osten führen.

Ein grundlegender Wetterwechsel ist jedoch zunächst nicht in Sicht. Doch sollte man zum Tagesstart am Donnerstag nicht zu enttäuscht sein, wenn der Himmel zum Sonnenaufgang doch mit Wolken verhangen sei wird, diese lichten sich dann bis zum Mittag und die Sonne strahlt des öfteren bei gro0en Wolkenlücken.

Islandhoch setzt sich durch- und zwar in ganz Deutschland

Insgesamt prägt der hohe Luftdruck die gesamte dritte April-Woche: ein unruhiger, teils nasser Start unter Tiefdruckeinfluss, gefolgt von einer stabilen, trockenen und kühlen Hochdruckphase mit deutlichem Temperaturtagesgang und klaren Nächten.

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