Auf Holzstegen übers Moor: Dieser Erlebnisweg führt in eine geheimnisvolle Landschaft
Libellen, Torf und blaue Frösche: Das Otternhagener Moor bei Hannover bildet einen faszinierenden, aber wenig bekannten Naturraum. Auch Vogelbeobachter können sich hier auf Spannung gefasst machen.

Messen, die Herrenhäuser Gärten und sogar Butterkekse werden mit Hannover in Verbindung gebracht - wilde Natur dagegen eher selten. Dafür ist die Hauptstadt des Landes Niedersachsen einfach zu urban. Oder nicht?
Tatsächlich befinden sich ganz in ihrer Nähe gleich mehrere Moorlandschaften, darunter die Hannoversche Moorgeest und das Altwarmbüchener Moor.
Natur aus nächster Nähe erleben
Damit diese Naturlandschaft aus nächster Nähe zu erleben ist, wurde in Resse in der Wedemark, einem 2500-Einwohner-Dorf, ein Moorerlebnispfad angelegt.
Ausflügler haben die Wahl zwischen zwei Rundwegen: Ein kurzer Gang von einem Kilometer Länge eignet sich für einen schnellen Einblick, während die längere Strecke über zwei Kilometer noch tiefer in die Moorlandschaft führt.

Der kürzere Weg verläuft durch das Otternhagener Moor und führt auf etwa 350 Metern über einen Holzsteg direkt durch das sensible Naturgebiet. Informationstafeln und Aussichtsplattformen vermitteln Wissenswertes über die Entstehung und Bedeutung des Moores.
Über dem Moor schweben Libellen
Wer sich für die längere Route entscheidet, kann den Erlebnisweg nördlich des Holzstegs fortsetzen. Dort führt ein mit Holzhackschnitzeln befestigter Pfad weiter durch die Landschaft und vorbei an einem Gewässer, das zahlreichen Libellenarten als Lebensraum dient.
An mehreren Stationen wird die Geschichte und Besonderheit des Moores erlebbar. Besucher können selbst im Torf treten, einen Schautorfstich besichtigen oder eine Schwingrasenbrücke testen.
So lässt sich nachvollziehen, wie sich Moor anfühlt und wie Menschen früher mit dieser Landschaft lebten und sie nutzten.

Ein besonderes Erlebnis bietet der nachgebildete Knüppeldamm. Solche Wege entstanden einst, indem Baumstämme quer über die nassen Moorflächen gelegt wurden.
Sie ermöglichten es den Menschen, die sumpfigen Gebiete sicher zu durchqueren.
Heute können Besucher auf einem solchen historischen Wegabschnitt selbst nachvollziehen, wie beschwerlich das Vorankommen im Moor einst war.
Gute Aussichten für Vogelbeobachter
Neben den besonderen Naturerlebnissen bietet der Pfad auch zahlreiche Möglichkeiten zur Vogel- und Tierbeobachtung. Mit etwas Glück lassen sich verschiedene Vogelarten und andere Moorbewohner entdecken.
Ein Höhepunkt im Frühjahr ist die Beobachtung der Moorfrösche. Während der kurzen Laichzeit färben sich die Männchen auffällig blau - ein seltenes Naturschauspiel, das nur wenige Wochen zu sehen ist.
Wer dieses besondere Ereignis erleben möchte, sollte einen Besuch im nächsten Frühjahr einplanen.
Der Moorerlebnispfad liegt etwa 20 Kilometer von Hannover entfernt und ist von der Landeshauptstadt aus in etwa 25 Minuten erreichbar.
Quellenhinweis:
T-Online (2026). https://hannover.t-online.de/region/hannover/id_101165062/ausflug-hannover-moor-erlebnispfad-in-resse-natur-auf-historischen-wegen.html