Astronomen entdecken neue Hinweise auf das wahre Alter des Universums
Nach der Analyse des Alters von mehr als 155.000 Sternen sind Astronomen zu einer Schätzung gelangt, die bestätigt, dass das Universum 13,8 Milliarden Jahre alt ist.

Das Alter des Universums, das auf etwa 13,8 Milliarden Jahre geschätzt wird, wird mithilfe verschiedener Beobachtungsmethoden bestimmt. Die wichtigste Schätzung basiert auf Messungen der kosmischen Mikrowellen-Hintergrundstrahlung in Verbindung mit dem Standardmodell der Kosmologie (ΛCDM).
In den letzten Jahren kursierten in den sozialen Medien Behauptungen, wonach das Universum weit älter als 13,8 Milliarden Jahre sei. Diese Vorstellung beruht größtenteils auf Fehlinterpretationen von Studien zu sehr alten Sternen, die vom James-Webb-Weltraumteleskop beobachtet wurden.
Nun liefert eine neue Studie unabhängige Belege für die Schlussfolgerung, dass das Universum 13,8 Milliarden Jahre alt ist. Durch die Analyse des Alters von mehr als 155.000 Sternen in der Milchstraße gelangten die Forscher zu einer Schätzung, die mit dem vom kosmologischen Standardmodell vorhergesagten Wert übereinstimmt.
Hubble-Spannung
Eine der zentralen Fragen im Zusammenhang mit dem Alter des Universums ist die sogenannte „Hubble-Spannung“, also die Diskrepanz zwischen den Messwerten der Hubble-Konstante, die mit unterschiedlichen Beobachtungsmethoden ermittelt wurden. Beobachtungen des frühen Universums deuten auf eine geringere Expansionsrate hin als Messungen, die auf nahen kosmischen Objekten basieren.
Da die Hubble-Konstante in direktem Zusammenhang mit der Expansionsrate des Universums steht, beeinflusst ihr Wert die Altersschätzungen, die sich aus kosmologischen Modellen ergeben.
Eine schnellere Expansion deutet auf ein jüngeres Universum hin, während eine langsamere Expansion zu einem etwas älteren Universum führt.
Warum 13,8 Milliarden Jahre?
Die Schätzung von 13,8 Milliarden Jahren wird durch das Zusammenwirken mehrerer unabhängiger Beweislinien gestützt. Dazu gehören Messungen der kosmischen Mikrowellenhintergrundstrahlung, baryonische akustische Oszillationen, die Entwicklung von Sternhaufen sowie das Alter der ältesten Sterne.

Die Untersuchung der ältesten Sterne der Milchstraße liefert eine Altersgrenze, die mit den kosmologischen Vorhersagen übereinstimmt. Insgesamt machen die vorliegenden Beweise ein Alter von etwa 13,8 Milliarden Jahren zu einer der fundiertesten Schlussfolgerungen in der Kosmologie.
Neue Analyse
In einer neuen Studie wurde das Mindestalter des Universums anhand der ältesten Sterne der Milchstraße unabhängig geschätzt. Dazu analysierten die Forscher 247.103 Unterriesensterne, die im Rahmen der LAMOST- und Gaia-Durchmusterungen beobachtet worden waren. Nach Qualitätsprüfungen wurde die endgültige Stichprobe auf 155.600 Sterne reduziert.
Die Ergebnisse zeigten, dass der älteste Stern in der Stichprobe etwa 13,73 Milliarden Jahre alt ist. Da sich die ersten Sterne etwa 200 Millionen Jahre nach dem Urknall zu bilden begannen, stimmt diese Messung mit einem etwa 13,8 Milliarden Jahre alten Universum überein.
Die James-Webb-Kontroverse
Diese neue Erkenntnis ist von Bedeutung, da sie einen weiteren unabhängigen Beleg dafür liefert, dass das Universum 13,8 Milliarden Jahre alt ist. In den letzten Jahren wurden die ersten Beobachtungen des James-Webb-Weltraumteleskops in den sozialen Medien häufig falsch interpretiert.

Die neue Schätzung, die auf dem Alter der ältesten Sterne in der Milchstraße basiert, untermauert diesen wissenschaftlichen Konsens, indem sie einen anderen Ansatz verfolgt als Analysen, die auf der kosmischen Mikrowellenhintergrundstrahlung beruhen. Die Übereinstimmung zwischen den beiden Methoden verringert die Wahrscheinlichkeit, dass das geschätzte Alter des Universums falsch ist, noch weiter.
Artikelreferenz
Banik et al. (2026). The age of the Universe from a large sample of the oldest Galactic stars.