Partielle Mondfinsternis am 28. August: Frühaufsteher erleben ein seltenes Himmelsschauspiel

Nur zwei Wochen nach der Sonnenfinsternis folgt am 28. August eine partielle Mondfinsternis. In Deutschland ist sie allerdings früh am Morgen, kurz vor Sonnenaufgang, und darum nur eingeschränkt zu sehen.

Teleskopaufnahme der partiellen Phase der totalen Mondfinsternis vom 21. Januar 2019 bei einem Bedeckungsgrad, der in etwa der Ansicht der Mondfinsternis vom 28. August 2026 beim Maximum der Finsternis entspräche, allerdings bei größerer Horizonthöhe. Bild: Carolin Liefke/HdA
Teleskopaufnahme der partiellen Phase der totalen Mondfinsternis vom 21. Januar 2019 bei einem Bedeckungsgrad, der in etwa der Ansicht der Mondfinsternis vom 28. August 2026 beim Maximum der Finsternis entspräche, allerdings bei größerer Horizonthöhe. Bild: Carolin Liefke/HdA

Am 28. August 2026 lohnt sich für Interessierte das frühe Aufstehen. Gut zwei Wochen nach der Sonnenfinsternis vom 12. August folgt eine partielle Mondfinsternis, die in Deutschland allerdings nur unter schwierigen Bedingungen zu verfolgen ist.

Sonnen- und Mondfinsternisse treten häufig in engem zeitlichem Abstand auf. Ursache ist die sogenannte Finsternis-Saison: Auf eine Sonnenfinsternis folgt oft rund zwei Wochen später eine Mondfinsternis. Dass beide Ereignisse vom selben Ort aus sichtbar sind, kommt dagegen seltener vor.

Der Mond verschwindet im Erdschatten

In Deutschland sind beide Finsternisse dieses Mal tatsächlich beobachtbar – allerdings jeweils nur als partielle Variante. Während die Sonnenfinsternis am Taghimmel stattfand, ereignet sich die Mondfinsternis in den frühen Morgenstunden und spielt sich tief über dem West- beziehungsweise Südwesthorizont ab.

Ablauf der partiellen Mondfinsternis am 28. August 2026 zentriert auf den Kernschatten der Erde. (Angaben zu Höhe und Azimut für den Ort 50 Grad Nord / 10 Grad Ost zur Sommerzeit Monduntergang 6:39 Uhr bei Azimut 256°.) Bild: Vereinigung der Sternfreunde e. V.
Ablauf der partiellen Mondfinsternis am 28. August 2026 zentriert auf den Kernschatten der Erde. (Angaben zu Höhe und Azimut für den Ort 50 Grad Nord / 10 Grad Ost zur Sommerzeit Monduntergang 6:39 Uhr bei Azimut 256°.) Bild: Vereinigung der Sternfreunde e. V.

Eine Mondfinsternis entsteht, wenn der Mond auf seiner Bahn durch den Schatten der Erde läuft. Dieser besteht aus dem dunkleren Kernschatten und einem äußeren Halbschatten. Am 28. August beginnt der deutlich erkennbare Teil des Ereignisses um 4:33 Uhr mit dem Eintritt des Mondes in den Kernschatten.

Anschließend sinkt der Mond immer weiter in Richtung Horizont. Gleichzeitig setzt die Morgendämmerung ein und macht den Himmelskörper zunehmend schwerer sichtbar. Ein Fernglas kann deshalb hilfreich sein, sofern der Südwesthorizont frei und der Himmel klar ist.

Im Westen sind die Chancen besser

Die stärkste Verfinsterung wird um 6:13 Uhr erreicht. Dann befinden sich jedoch einige Beobachtungsorte in Ostdeutschland bereits außerhalb des günstigen Zeitfensters: Der Mond ist dort schon untergegangen (standortabhängig 6:12 Uhr in Görlitz bis 6:49 Uhr in Saarbrücken), während die Sonne aufgeht (standortabhängig 6:06 Uhr in Görlitz bis 6:42 Uhr in Saarbrücken).

Schematische Darstellung der Konfiguration von Sonne, Erde und Mond während einer Mondfinsternis. Bild: Vereinigung der Sternfreunde e. V.
Schematische Darstellung der Konfiguration von Sonne, Erde und Mond während einer Mondfinsternis. Bild: Vereinigung der Sternfreunde e. V.

Im äußersten Westen Deutschlands verschieben sich Sonnenaufgang und Monduntergang um etwas mehr als eine halbe Stunde nach hinten. Dadurch bleibt dort mehr Zeit, die Finsternis zu beobachten. Der Austritt aus dem Kernschatten um 7:53 Uhr erfolgt jedoch überall in Deutschland erst nach Monduntergang und Sonnenaufgang.

In anderen Regionen herrschen bessere Bedingungen: Im Westen Spaniens, in Westafrika und auf den Kanarischen Inseln lässt sich beinahe der gesamte Durchgang durch den Kernschatten verfolgen. Besonders gut ist die Sicht im Osten der USA und Kanadas sowie in ganz Südamerika.

Hierzulande wird der Mond maximal zu 93 Prozent vom Kernschatten der Erde bedeckt. Es handelt sich daher nicht um eine totale, sondern um eine partielle Mondfinsternis: Ein Teil der Mondoberfläche bleibt während des gesamten Ereignisses hell.

Trotzdem könnte sich im Westen Deutschlands ein Hauch der für totale Mondfinsternisse typischen kupferroten Färbung zeigen. Für Fotografen bietet sich zudem ein reizvolles Motiv: Der teilweise verfinsterte Mond kann unmittelbar über dem Horizont zusammen mit einem passenden Vordergrund aufgenommen werden.