NASA plant neue Raumstation: Auftrag über 34,1 Milliarden Dollar soll die ISS-Nachfolge sichern
Die NASA bereitet sich auf das Ende der Internationalen Raumstation vor. Für eine Nachfolgestation stellt sie eine Beauftragung mit einem Gesamtvolumen von bis zu 34,1 Milliarden Dollar in Aussicht. Mehrere private Raumfahrtunternehmen konkurrieren nun um den milliardenschweren Vertrag – der auch langfristige Einnahmen verspricht.

Die Internationale Raumstation (ISS), deren Aufbau 1998 begann, nähert sich ihrem geplanten Ende. Ursprünglich war sie für eine Lebensdauer von 15 Jahren ausgelegt. Nach 2030 soll sie nun aus dem Verkehr gezogen bzw. aus dem Orbit gebracht werden.
SpaceX soll die Station gezielt zum Absturz bringen. Sie soll in der Erdatmosphäre verglühen und anschließend im Ozean untergehen. Die NASA will das Unternehmen dafür mit 850 Millionen Dollar bezahlen.
Milliardenvolumen und langfristige Einnahmen
Für die wissenschaftliche Forschung wird also eine Nachfolgelösung benötigt. Am 9. Oktober hat darum die NASA ihre offizielle Ausschreibung für den Bau neuer Raumstationen veröffentlicht. Interessierte Unternehmen müssen ihre Angebote bis zum 8. Dezember einreichen.
„Wir werden weiterhin einen Ort benötigen, an dem wir Forschung betreiben, Technologien entwickeln, Besatzungen ausbilden und uns auf Missionen zum Mond und zum Mars vorbereiten können“, sagt NASA-Administrator Jared Isaacman. „Kommerzielle Raumstationen könnten diese Möglichkeiten bieten.“

Die US-Weltraumbehörde plant, mindestens zwei Teams für eine erste Entwicklungsphase auszuwählen. Dafür stellt sie mindestens 100 Millionen Dollar pro Team bereit. Das Geld soll erst einmal der Vorbereitung dienen, nämlich von Planung, technischer Entwicklung und Konstruktion.
Für eine zweite Phase, in der die Stationen entwickelt und zertifiziert werden, sind weitere Mittel vorgesehen. Erst danach fällt die Entscheidung über die eigentliche Umsetzung.
Der größte finanzielle Anreiz wartet in der dritten Phase. Für den Betrieb einer neuen Station plant die NASA zunächst einen achtjährigen Vertrag von April 2027 bis April 2035. Verlängerungsoptionen um vier und anschließend drei Jahre könnten die Laufzeit bis April 2042 ausdehnen.
Über den gesamten Zeitraum veranschlagt die Behörde Ausgaben von bis zu 34,1 Milliarden Dollar, die Summe stellt allerdings eine Obergrenze dar. Sollten mehrere Stationen entstehen, müssten sie sich das vorgesehene Auftragsvolumen teilen. Hat nur ein Anbieter Erfolg, könnte er einen Großteil des Budgets erhalten, abzüglich der Kosten für verworfene Konzepte.

Zum Vertrag gehören mindestens vier bemannte Missionen und acht Versorgungstransporte innerhalb der ersten vier Jahre. Für das Jahr 2030 rechnet die NASA mit 325 Millionen Dollar pro bemannter Mission und 300 Millionen Dollar pro Versorgungsflug. Daraus ergibt sich ein erhebliches Umsatzpotenzial, das durch weitere Dienstleistungen und Studien noch zunehmen könnte.
Vier Bewerber kämpfen um den Auftrag
Zu den Interessenten zählen Axiom Space, das von Blue Origin angeführte Projekt Orbital Reef, das Konsortium Starlab und das Unternehmen Vast. Welches Konzept sich durchsetzt, ist noch offen.
Für Anleger ist insbesondere Starlab interessant, weil das Konsortium mehrere börsennotierte Unternehmen umfasst. Dazu gehören Voyager Technologies als führender Partner sowie Hilton Worldwide, Leidos, Northrop Grumman und Palantir. Die übrigen Bewerber werden von privaten Unternehmen kontrolliert, was direkte Aktieninvestitionen erschwert.
Ein Zuschlag an Starlab könnte deshalb auch für Investoren relevant sein. Eine Garantie für den Milliardenauftrag gibt es jedoch nicht. Letztlich werden technische Umsetzbarkeit, Finanzierung und die Anforderungen der NASA über die Vergabe entscheiden.
Artikelreferenz
NASA. (2026). NASA Seeks US Industry Plans for Commercial Space Stations.