Astronomen entdecken das erste Sternpaar, das eine doppelte Supernova-Explosion überstanden hat
Ein Team von Wissenschaftlern hat das erste bekannte Doppelsternsystem identifiziert, bei dem beide Sterne Supernova-Explosionen durchlaufen haben – eine Entdeckung, die unser Verständnis davon erweitern könnte, wie Doppelsternsysteme entstehen und sich entwickeln.

Ein internationales Team von Astronomen hat überzeugende Hinweise darauf gefunden, dass die beiden Supernova-Überreste IC 443 (auch bekannt als „Quallennebel“) und G189.6+3.3 möglicherweise das Ergebnis der Entwicklung desselben Doppelsternsystems sind.
Sollte sich dies bestätigen, wäre es das erste Mal, dass Astronomen ein Kandidatensystem identifiziert hätten, in dem beide Sterne ihr Leben in Supernova-Explosionen beendet haben – ein Szenario, das von theoretischen Modellen schon lange vorhergesagt, aber bisher noch nie überzeugend beobachtet wurde.
Die Ergebnisse zeigen, dass IC 443 und G189.6+3.3 sich in derselben physikalischen Umgebung befinden und fast denselben Abstand zur Erde haben, was darauf hindeutet, dass sie im Weltraum sehr nahe beieinander liegen. Aufgrund dieser Nähe ist es unwahrscheinlich, dass es sich lediglich um einen Zufall handelt, und dies untermauert die Hypothese, dass sie aus zwei gemeinsam entstandenen Sternen hervorgegangen sind, die sich zu einem Doppelsternsystem entwickelt haben.
Sollte sich diese Hypothese bestätigen, würden die beiden Überreste als natürliches Labor dienen, um die Entwicklung massereicher Sterne und die gegenseitigen Einflüsse, die sie während ihrer gesamten Lebensdauer aufeinander ausüben, besser zu verstehen.
IC 443, auch bekannt als der „Quallennebel“, ist einer der am besten erforschten Supernova-Überreste
Supernova-Überreste sind Wolken aus Gas, Staub und anderen Trümmern, die nach der Explosion eines Sterns zurückbleiben. Während sie sich ausdehnen, interagieren sie mit dem interstellaren Medium, prägen die Umgebung und reichern sie mit chemischen Elementen an, die im Inneren von Sternen entstanden sind.

Obwohl bekannt ist, dass es in der Milchstraße Hunderte dieser Überreste gibt, stellt die Ermittlung von Zusammenhängen zwischen ihnen nach wie vor eine Herausforderung dar, insbesondere in dicht besiedelten Regionen mit hohem Gas- und Staubgehalt, in denen sich mehrere Strukturen entlang derselben Sichtlinie überlappen können.
IC 443 befindet sich im Sternbild Zwillinge, etwa 6.000 Lichtjahre von der Erde entfernt, und ist einer der am intensivsten untersuchten Supernova-Überreste, vor allem weil er in einer besonders komplexen Region liegt. Nach Schätzungen der Forscher explodierte der Stern, aus dem G189.6+3.3 hervorging, zwischen 20.000 und 100.000 Jahren vor dem Stern, aus dem IC 443 entstand.
Simulationen deuten darauf hin, dass es sich bei dieser Konfiguration wahrscheinlich nicht um eine zufällige Anordnung handelt
Statistische Analysen deuten darauf hin, dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass diese Konfiguration auf Zufall zurückzuführen ist, was die Hypothese untermauert, dass es sich bei beiden Objekten um die Überreste zweier Sterne aus einem uralten Doppelsternsystem handelt.
Diese Entdeckung liefert neue Erkenntnisse über die Entwicklung massereicher Sterne und könnte Wissenschaftlern helfen, besser zu verstehen, wie sich diese Systeme entwickeln, bis beide Sterne ihr Leben in Supernova-Explosionen beenden.
Artikelreferenz
Michailidis, M., Lemoine-Goumard, M., Willcox, R. et al. (2026). Shared cloud interactions unveil a candidate binary-system supernova pair with no known analogue.
SINC. (2026). Discovery of a possible binary supernova system.