WM-Studie 2026: WM wird zum Dauerereignis – Public Viewing boomt, Streaming gewinnt massiv an Bedeutung

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 dürfte in Deutschland deutlich mehr Aufmerksamkeit erhalten als das Turnier 2022. Besonders gemeinsames Fußballschauen erlebt eine Renaissance, derweilen Streaming und digitale Angebote an Einfluss gewinnen.

Eine neue Studie zeigt, dass die diesjährige Fußball-WM auf noch mehr Kanälen verfolgt werden wird als in den vorherigen Jahren. Bild: Omar Faruque/Pixabay/KI-generiert
Eine neue Studie zeigt, dass die diesjährige Fußball-WM auf noch mehr Kanälen verfolgt werden wird als in den vorherigen Jahren. Bild: Omar Faruque/Pixabay/KI-generiert

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird von vielen Deutschen wieder intensiver verfolgt werden als die Winter-WM vor vier Jahren, auf die vergleichsweise verhalten reagiert wurde. Das geht aus einer neuen Studie hervor. Demnach entwickelt sich das Turnier zu einem ständigen Begleiter im Alltag.

„Fans konsumieren Spiele, Inhalte und Diskussionen heute deutlich flexibler und über wesentlich mehr Kanäle als noch vor wenigen Jahren.“

– Prof. Dr. Markus Voeth, Marketingforscher, Universität Hohenheim

Für die repräsentative WM-Studie von der Universität Hohenheim wurden 1000 Menschen befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Turnier allmählich zu einem allgegenwärtigen gesellschaftlichen Großereignis entwickelt – zwischen Streaming, Social Media, Public Viewing und Arbeitsplatz.

Fernsehen bleibt Nummer 1

Das Fernsehen bleibt trotz wachsender Konkurrenz die wichtigste Informationsquelle rund um die Weltmeisterschaft. Gleichzeitig gewinnen Streaming-Dienste und Online-Angebote weiter an Bedeutung und belegen inzwischen Rang zwei der bevorzugten Kanäle.

Knapp vier von zehn Befragten schreiben digitalen Plattformen für die WM 2026 eine größere Bedeutung zu als bei früheren Turnieren. Social Media hat sich inzwischen fest etabliert, während Radio- und Audioangebote weiter an Relevanz verlieren.

Das Fernsehen bleibt bei den Informationskanälen Spitzenreiter, derweilen Hörmedien immer unwichtiger werden. Bild: Ibrahim Guetar/Unsplash
Das Fernsehen bleibt bei den Informationskanälen Spitzenreiter, derweilen Hörmedien immer unwichtiger werden. Bild: Ibrahim Guetar/Unsplash

Kritisch sehen viele Fans die zunehmende Vermarktung des Turniers. Rund 38 Prozent bewerten Premium- und Hospitality-Tickets skeptisch, weil dadurch der Eindruck entstehen könne, die WM sei nicht für alle gleichermaßen zugänglich.

Junge Fans treiben Public Viewing an

Besonders auffällig ist das Comeback des Public Viewings. Fast die Hälfte der Befragten möchte die Spiele der deutschen Nationalmannschaft gemeinsam mit anderen verfolgen. Nach dem deutlichen Rückgang während der Winter-WM 2022 kehrt damit ein wichtiger Bestandteil der Turnierkultur zurück.

„Vor allem die Rückkehr sommerlicher Rahmenbedingungen sorgt dafür, dass kollektives Fußballschauen wieder attraktiver wird“, sagt Co-Studienleiter Julius Schmid.

Vor allem Menschen unter 35 Jahren zeigen großes Interesse an öffentlichen Übertragungen. Als wichtigste Motivation nennen sie die besondere Stimmung. Menschenmengen, Sicherheitsbedenken und teils ungewohnte Anstoßzeiten sorgen jedoch für Vorbehalte.

WM auch im Büro

Die Befragten erwarten 2026 mehr Toleranz von Arbeitgebern gegenüber WM-Themen während der Arbeitszeit. Gleichzeitig steigt die erwartete Beschäftigung mit Turnierinhalten auf durchschnittlich 26 Minuten pro Arbeitstag.

„Die WM bleibt auch während der Arbeitszeit ein relevantes Gesprächsthema“, erklärt Julius Schmid. „Digitale Medien machen es Beschäftigten heute deutlich einfacher, Turnierinhalte parallel zum Arbeitsalltag zu verfolgen.“

Als Werbeplattform bleibt die WM attraktiv, auch wenn die tatsächliche Kaufwirkung begrenzt bleibt. Besonders stimmig bewerten die Befragten die Kooperation zwischen Lamine Yamal und Adidas. Im Ranking der beliebtesten TV-Experten liegt Jürgen Klopp knapp vor Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller.

Insgesamt zeigt die Studie, dass die WM 2026 wieder zu einem allgegenwärtigen Medien- und Gesellschaftsthema wird.

Quellenhinweis:

Universität Hohenheim (2026): FIFA WM 2026 – Was denkt die deutsche Bevölkerung?

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