Wind-und Solarstrom in Deutschland
Deutschland galt lange Zeit als die Wiege der regenerativen Energiepolitik für Solar- und Windstrom. Die technologischen Entwicklungen bei der Photovoltaik und den Windkraftanlagen kamen zu Beginn überwiegend aus Deutschland.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gab in den vergangenen 25 Jahren wertvolle Anschubhilfe für private Investitionen.
Neue Zeiten - neue Ziele
Das Ausbautempo für Solarenergie war im Jahr 2025 mit 16,2 GW Zubau sehr hoch, was Ende 2025 zu einer installierten Solarleistung von 116,8 GW geführt hat.
Bei der Windenergie lag Deutschland im Jahr 2025, wie auch schon in den Vorjahren, hinter seinen Ausbauzielen zurück. Im vergangenen Jahr wurden lediglich 4,9 GW an Land und 0,29 GW auf dem Meer zugebaut, was zu einer gesamten installierten Windleistung von 68,1 GW führte.
Klimaziele treffen auf Realpolitik
Die Energiewende gilt als das wichtigste politische Projekt für das Erreichen der deutschen Klimaschutzziele. Bis 2030 sollen 80 Prozent des in Deutschland erzeugten Stromes aus erneuerbaren Quellen kommen.
Dies haben die vergangenen- und die aktuelle Bundesregierung mit konkrete Ausbauzielen verbunden. Auch bei wohlwollender Betrachtung sieht die Realität anders aus, denn die Quote des vergangenen Jahres lag bei nur 55,9 %.
Ausbauziele 2026
Dieses Jahr sollten nach Plänen der Bundesregierung Windkraftanlagen mit einer Leistung von 8,5 Gigawatt zugebaut werden. Die bis 31. Mai 2026 errichteten Anlagen haben eine Leistung von 2,1 Gigawatt und entsprechen damit etwa 25 Prozent der Zielvorgabe.
Bei der Solarenergie sollten 2026 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 22 Gigawatt hinzukommen. Auch hier erreichen die bisher in diesem Jahr in Betrieb genommenen Anlagen mit 5,5 Gigawatt nur etwa 25 Prozent der Zielvorgabe.
Ziele der nächsten Jahrzehnte
Bis 2030 soll die Leistung von Windkraftanlagen von 68,1 GW zum 31.12.2025 auf 145 GW steigen, was in Anbetracht der restlichen Zeitschiene und der zögernden Investitionen speziell in Süddeutschland als kaum machbar erscheint.
Bei der Solarenergie sah es im Jahr 2025 deutlich besser aus. Allerdings wird die veränderte Energiepolitik des Wirtschaftsministeriums, die ab 1.1.2027 für die regenerative Stromerzeugung eher investitionsfeindlich ist, die Ausbaupfade für Wind- und Solarstrom deutlich abbremsen.
Zum 30.5.2026 waren 123,4 GW Nennleistung an Solarstromanlagen installiert. Das Ausbauziel bis 2030 liegt bei 215 GW. Auf der Basis der absinkenden Kurve bei Neuanlagen wäre bei Fortsetzung des Verlaufs des Jahres 2025 und des bisherigen Jahres 2026 allerdings nur 188 GW realisierbar, was also ebenfalls ein Defizit von 32 GW bedeuten würde.
Noch drastischer ist die Situation bei Batteriegroßspeichern, deren dynamischer Auf- und Ausbau zur Netzstabilisierung und zur Überbrückung von Dunkelflauten unumgänglich ist. Die Nennleistung der errichteten Speicher lag bei 28,3 GW. Fraunhofer ISE sieht den Bedarf als Batteriespeichern bei 103,7 GW. bis 31.12.2030. Auf der Basis des bisherigen Verlaufs für erscheinen bei Fortsetzung der Verlaufskurve allerdings nur 65,3 GW als tatsächlich realisierbar.

Die Unterschiede zu den großen Investitionen in China und Indien
Grundsätzlich liegt der Unterschied im aktuellen politischen Willen zur Umstellung auf regenerative Energieträger. Wären sich China und Indien, wie viele andere Länder der Welt, entschieden haben, ihre Energiewirtschaft kurz und mittelfristig komplett umzustellen, setzt man in Deutschland weiterhin auf eineMischung von fossilen und regenerastiven Energieträgern.
Ein Beleg dafür ist das vom Kabinett verabschiedete Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) sowie die Planungen für den Bau neuer Gaskraftwerke zur Überbrückung von Schwankungen bei der Erzeugung von erneuerbarem Strom - anstelle von Ausbauzielen für Batteriegroßspeicher.
Größenvergleiche
Ich muss bei einer Betrachtung der regenerativen Stromerzeugung die Größenverhältnisse von Ländern wie China berücksichtiugen. Hinzu kommen spezielle geographische Gegebenheiten, die es in Deutschland so nicht gibt.
Die Bevölkerung unseres Landes entspricht nur 6 % der Bevölkerung Chinas. Insofern bietet es sich an, das Größenverhältnis der installierten Nennleistung für Wind- bzw. Solarstrom der Einfachheit halber in diese sechsprozentige Relation setzen.
Insgesamt gesehen hat Deutschland viele Jahre Vorsprung bei der Errichtung und dem Ausbau der erneuerbaren Energien. Dies zeigt sich im Größenvergleich von Windkraft - und PV-Anlagen.
Deutschland hat mit der Nennleistung seiner derzeit installierten Windkraftanlagen einen Anteil von 6 Prozent von allen in der Welt installierten Anlagen. Deren Nennleistung lag am 31.12.2025 bei 1.346 GW. Der Anteil Chinas liegt mit mehr als 680 GW bei über 50% der gesamten Nennleistung für Windstrom in der Welt.
In Relation zur Bevölkerung Chinas liegt unser Prozentsatz bei 12 %. Allerdings zeigt die Dynamik des Zubaus in China deutlich aufwärts, wogegen Windprojekte in Deutschland nur sehr mühsam vorankommen, so dass dieser „Vorsprung“ bis 2030 nicht haltbar ist.
Beim Ausbau von Solarstrom profitiert unser Land ebenfalls vom jahrelangen Vorsprung und den Vorteilen des EEG. Die weltweite Nennleistung für Photovoltaik -Strom per 31.12.2025 lag bei 2172,8 GW. Der Anteil unseres Landes an der gesamten Nennleistung liegt ebenfalls bei knapp 6 %.
Hier lohnt sich ein Vergleich mit Europa als Ganzes: Ein Drittel aller PV-Anlagen wurde in Deutschland installiert. Mit 404 GW hat Europa einen Anteil von 20% an der gesamten PV-Nennleistung der Welt.
Auch hier zeigt die Dynamik des Zubaus in China stark nach oben, während das Interesse am Bau von neuen PV-Anlagen in Deutschland durch die geänderte Priorität des Wirtschafsministeriums „pro Fossile“ stark abgenommen hat. Der „Vorsprung“ im Vergleich zu China, bezogen auf die Größe beider Länder wird bis 2030 ebenfalls nicht haltbar sein.
Bei den Batteriespeichern fehlt noch Datenmaterial, zumal sich der Markt zwischen Heimspeichern (BTM = Behind-the-meter-Speichern) und Großspeichern (FTM = Front-of-the-Meter-Speichern) aufteilt.
Während BTM vor dem Stromzähler installiert sind und den Stromverbrauch zu Hause unterstützen, werden FTM direkt auf Netzebene betrieben. Sie befinden sich also „vor dem Stromzähler eines einzelnen Verbrauchers“ und sind unmittelbar mit dem Stromnetz verbunden.
Das Interesse an Netzanschlüssen für FTMs ist durchaus vorhanden. Allerdings sind 80 % der derzeit installierten Batteriespeicher-Kapazität von knapp 25 GWh als BTM-Speicher, also als Heimspeicher, installiert.
Quellennachweise:
Statistiken zu globaler Windenergie
Hughlights der Erneuerbaren in 2025
Zubau weltweiter PV-Anlagen 2025
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