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Unwetterserie hielt Deutschland in Atem – Große Angst im Ahrtal!

Bereits zum Start in die Woche bildeten sich in der Westhälfte kräftige Gewitter mit Starkregen. Besonders heftig hat es wieder das Ahrtal getroffen. Am Donnerstag und Freitag gab es dann verbreitet Unwetter in Deutschland!

Gewitterschäden
Vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume - die Unwetter trafen Deutschland mit großer Wucht. Die Feuerwehr war im Dauereinsatz.


So schön und hochsommerlich sich der Mai zwischenzeitlich zeigte, so bedrohlich war er in dieser Woche! Man kann von einer richtigen Unwetterwoche sprechen. Leider hat es direkt am Anfang der Woche wieder den Kreis Ahrweiler erwischt. Im Warmluftsektor des Tiefs über Großbritannien, welcher sich genau über Deutschland befand, bildete sich eine sogenannte Konvergenzlinie. In diesem Bereich treffen Winde aus entgegengesetzten Richtungen aufeinander, sodass die Luft gezwungen wird, aufzusteigen. Da sich zu diesem Zeitpunkt sehr feuchte Luftmassen in der Westhälfte befanden, waren es ideale Bedingungen für die Bildung von kräftigen Gewitterzellen.

Regenradar
Gut zu sehen sind die kräftigen Niederschläge vom Montag im südlichen NRW bzw. im nördlichen Rheinland-Pfalz. Es wurden über 40 Liter pro Quadratmeter gemessen!


Ab den Mittagsstunden verdunkelte sich dort der Himmel und es bildeten sich immer wieder über den gleichen Gebieten kräftige Gewitter. Regelrechte Sturzfluten kamen dann vom Himmel. Die Messstation in Bad Neuenahr meldete innerhalb einer Stunde über 40 Liter pro Quadratmeter Regen. Teilweise wurden in der Umgebung von privaten Messstationen sogar über 60 mm registriert. Das entspricht in etwa 2/3 der gesamten Monatsmenge im Mai! Ganze Felder verwandelten sich in Seen, Straßen standen unter Wasser und Keller liefen voll.


Viele im Kreis Ahrweiler hatten direkt wieder die schlimmen Erinnerungen und Bilder des verheerenden Jahrhunderthochwassers aus dem letzten Jahr im Kopf. Doch glücklicherweise blieb es bei den vereinzelten vollgelaufenen Kellern. Der Pegel der Ahr stieg zwar innerhalb kurzer Zeit stark an, jedoch auf keine warnrelevante Höhe. Die Gewitter verlagerten sich dann unter allmählicher Abschwächung im Verlauf des Abends in Richtung Nordosten.

Wetterberuhigung zur Wochenmitte

Am Dienstag und Mittwoch machte sich im ganzen Land Hochdruckeinfluss bemerkbar. Zwar hielten sich in der noch recht feuchten Luft am Dienstag zahlreiche Wolken am Himmel, dennoch stiegen die Temperaturen auf sommerliche Werte von 28 Grad in Waghäusel in Baden-Württemberg. Nur in der Osthälfte entwickelten sich im Tagesverlauf neuerliche Schauer und Gewitter, die allerdings für moderate Niederschlagsmengen sorgten. Der Mittwoch zeigte sich dann in ganz Deutschland von seiner hochsommerlichen Seite. Die Temperaturen kletterten auf knapp 31 Grad im Westen und 26 Grad im Osten.

Neue Unwetter am Ende der Woche

Doch schon am Donnerstag überquerte uns die Kaltfront eines Tiefs über der Nordsee. Vor der Kaltfront stiegen die Temperaturen nochmal stark an auf verbreitet Werte bis zu 32 Grad. Selbst in der Nordosthälfte, in Rostock, wurde an der 30-Grad-Marke gekratzt. Entlang der Kaltfront bildete sich eine richtige Gewitterlinie aus, die sich aus Nordwesten kommend nach Südosten ausbreitete. Starkregen (bis zu 30 mm in einer Stunde), Hagel und schwere Sturmböen sorgten für große Schäden.

In Münster wurde sogar eine orkanartige Böe von 105 km/h registriert. In der Nacht auf Freitag zog die Gewitterlinie dann nach Südosten ab und das Wetter beruhigte sich kurz. Doch die Ruhe war nur von kurzer Dauer. Bereits am frühen Morgen bildeten sich wieder in Rheinland-Pfalz und Nordhessen leichte Gewitter. Am gestrigen Freitag machte sich dann Unwettertief Emmelinde von Nordfrankreich her zu uns auf den Weg. Einzelne Schulen im Rheinland blieben geschlossen; zu gefährlich waren die Vorhersagekarten. Orkanböen und sogar Tornados konnten auftreten.


Besonders die Mitte Deutschlands war schwer betroffen. Vormittags traten bereits im Norden Frankreichs Unwetter mit großem Hagel auf. Diese Unwetter verlagerten sich dann nach Deutschland. Kräftige Hagelgewitter im Raum Koblenz und im Norden Bayerns gingen nieder. In Paderborn und in Lippstadt sollen sich sogar ein Tornado entwickelt haben! Dächer wurden beschädigt und Bäume entwurzelt!Insgesamt war es eine schlimme Unwetterwoche, die große Schäden anrichtete.


Kurze Entspannung am Wochenende

Am heutigen Samstag und auch am morgigen Sonntag bleiben wir erstmal von neuen Unwettern verschont. Es wird sogar richtig schön und angenehm, denn die Temperaturen erreichen Höchstwerte von 20 bis 27 Grad, an den Küsten 18 bis 20 Grad. Dazu wechseln sich Sonne und Wolken ab und es bleibt trocken. Doch bereits am Montag braut sich ein neues Unwettertief zusammen, welches nachmittags die West- und Südwesthälfte erreicht und neue Gewitter mit Starkregen und Hagel im Gepäck haben wird.

Wetterlage nächsten Montag
Ein Tiefdruckgebiet verlagert sich von Frankreich her in die Südwesthälfte Deutschlands. Dann sind wieder Unwetter möglich!


Daher sollte das Wochenende nochmal mit Spaziergängen im Freien gut genutzt werden!