Trump lässt beide NASA-Klimasatelliten zur CO₂-Überwachung abschalten- Ein Desaster für die globale Klimaforschung

Ein Rückschritt von historischem Ausmaß: Die Vereinigten Staaten wenden sich von der Klimawissenschaft ab. Die Abschaltung zweier Satelliten markiert einen gefährlichen Wendepunkt der US-Klimapolitik.

Wenn Trump wegschaut und die Klimaforschung ignoriert, droht nicht nur der Verlust lebenswichtiger Daten, sondern auch eine gefährliche Blindheit gegenüber den Folgen des Klimawandels.
Wenn Trump wegschaut und die Klimaforschung ignoriert, droht nicht nur der Verlust lebenswichtiger Daten, sondern auch eine gefährliche Blindheit gegenüber den Folgen des Klimawandels.

Mit einem Federstrich droht die US-Regierung unter Präsident Donald Trump einen unverzeihlichen Rückschritt im globalen Klimamonitoring zu vollziehen.

Wie jüngst die Associated Press (7. August 2025) sowie das renommierte Wochenmagazin The Week US (veröffentlicht am 20. August 2025) berichteten, hat die Trump-Administration beschlossen, die Finanzierung zweier zentraler Satellitenmissionen der NASA zur Überwachung des atmosphärischen Kohlendioxids vollständig zu streichen

– und damit die wissenschaftliche Beobachtung des globalen Klimageschehens empfindlich zu schwächen.

Zwei Missionen von unschätzbarem Wert

Betroffen sind die beiden Instrumente Orbiting Carbon Observatory‑2 (OCO‑2) und Orbiting Carbon Observatory‑3 (OCO‑3). OCO‑2 ist seit 2014 als freifliegender Satellit im Einsatz, OCO‑3 wurde 2019 auf der Internationalen Raumstation (ISS) installiert.

Beide Missionen haben über ein Jahrzehnt lang hochpräzise Daten zur globalen CO₂-Verteilung sowie zur Photosyntheseaktivität vegetativer Flächen geliefert – Daten, die in ihrer Genauigkeit und wissenschaftlichen Relevanz weltweit unerreicht sind.

Wissenschaftliche Bedeutung: Unersetzlich und bewährt

Die NASA selbst bezeichnete diese Missionen in einem internen Evaluationsbericht von 2023 als „Datenquelle von außergewöhnlicher Qualität“.

David Crisp, der emeritierte NASA-Wissenschaftler und leitende Entwickler der OCO-Satelliten, betont gegenüber der AP, dass ihre Erkenntnisse wesentlich zum Verständnis von Kohlenstoffflüssen – etwa in der Amazonasregion oder den borealen Wäldern Sibiriens – beigetragen haben.

Auch das Monitoring von Ernteausfällen und Dürren, potenziellen Auslösern humanitärer Krisen, stützt sich auf diese Technologien.

Politische Kehrtwende: NASA soll nur noch „explorieren“

Und dennoch: Der Haushalt der Regierung für das Fiskaljahr 2026 sieht keinerlei Mittel mehr für diese Programme vor. NASA-Interimschef Sean Duffy erklärte gegenüber Fox Business unverhohlen, dass sich die Behörde künftig ausschließlich auf Weltraumexploration konzentrieren solle – Erdbeobachtungen stünden nicht mehr auf der Agenda.

Wissenschaftliche Kritik: Lähmung der Forschung befürchtet

Dies ist mehr als ein technokratischer Kurswechsel. Es ist ein aktiver Versuch, wissenschaftliche Erkenntnis zu marginalisieren, Klimaüberwachung zu unterminieren und der Weltöffentlichkeit das Instrumentarium zu entziehen, mit dem sich menschengemachte Veränderungen der Atmosphäre objektiv beobachten lassen.

Das Los Angeles Times-Kolumnist Michael Hiltzik formuliert es treffend: Diese Entscheidung werde „die Klimaforschung für Jahrzehnte lähmen“. In seinem Artikel warnt Hiltzik eindringlich davor, dass die massiven Kürzungen im NASA-Haushalt nicht nur aktuelle Forschungsprojekte gefährden, sondern auch die zukünftige wissenschaftliche Basis und damit die Fähigkeit der USA, auf die wachsenden Herausforderungen des Klimawandels angemessen zu reagieren, nachhaltig schwächen.

Die Hoffnung liegt beim Kongress

Die Befürchtung liegt nahe, dass sich hier ein politisches Kalkül offenbart:

Die Reduktion der Erhebung von Klimadaten scheint nicht auf sachlichen Notwendigkeiten zu beruhen, sondern folgt der Logik des Wegsehens.

Wenn man die Krise nicht misst, kann man sie auch leugnen.

Es bleibt die leise Hoffnung, dass der US-Kongress sich dieser verantwortungslosen Agenda entgegenstellt. Erste Stimmen aus dem Senat sprechen sich für den Erhalt der OCO-Missionen aus. Doch ob ein entsprechender Haushalt verabschiedet – und von Präsident Trump unterzeichnet – wird, ist ungewiss.

Eine globale Verantwortung steht auf dem Spiel

In einer Zeit, in der die globale Klimakrise eskaliert, ist die Abkehr von ihrer wissenschaftlichen Erfassung nicht nur ignorant, sondern gefährlich.

Quellen

Associated Press, „Trump moves to shut down NASA missions that measure carbon dioxide and plant health“, 7. August 2025

The Week US, „NASA is moving away from tracking climate change — Climate missions could be going dark“, 20. August 2025

Hiltzik, Michael. „Trump wants NASA to destroy climate satellite.“ Los Angeles Times, 9. Juni 2025.