Tigermücken-Plage in Deutschland: Expertem schlagen Alarm
Warme Temperaturen, Regen und unzählige Brutplätze: Für Mücken sind die aktuellen Bedingungen nahezu ideal. Experten rechnen deshalb mit einer besonders intensiven Saison.

Der Sommer hat zwar gerade erst begonnen, doch die Mückensaison läuft bereits auf Hochtouren. Nach Regenfällen und mit steigenden Temperaturen finden die Insekten derzeit optimale Bedingungen vor, um sich rasch zu vermehren.
Besonders profitieren davon die Gemeine Hausmücke und die Asiatische Tigermücke. Für Mückenforscher ist die Entwicklung wenig überraschend. "Die Mücke schreit hurra", bringt es Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung auf den Punkt.
Vor allem in den kommenden Wochen dürfte sich die Situation weiter verschärfen. Den Höhepunkt der Populationsdichte erwartet die Expertin erst Ende August.
Die Asiatische Tigermücke breitet sich aus
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Asiatischen Tigermücke. Die invasive Art stammt ursprünglich aus Asien und benötigt für ihre Vermehrung erstaunlich wenig Wasser. Schon wenige Millimeter reichen aus, damit sie ihre Eier ablegen kann.
Ein mit Regenwasser gefüllter Blumentopf-Untersetzer, eine Vogeltränke oder andere kleine Wasseransammlungen im Garten bieten der Tigermücke bereits ideale Brutbedingungen.

Für viele Menschen könnte das den Aufenthalt im Freien deutlich unangenehmer machen. Gartenpartys, Grillabende oder entspannte Stunden auf der Terrasse könnten in diesem Sommer schnell von den kleinen Insekten gestört werden. "Das sind ganz kleine fiese Stecher", warnt Doreen Werner laut der "Bild"-Zeitung.
Krankheiten sind auf dem Vormarsch
Neben den lästigen Stichen sorgen sich die Fachleute um einen weiteren Aspekt. Nach Angaben des Umweltbundesamtes kann die Asiatische Tigermücke unter anderem Chikungunya-, Dengue-, Gelbfieber- und West-Nil-Viren übertragen.
Bislang gibt es in Deutschland allerdings keinen bekannten Fall, bei dem eine hier lebende Tigermücke Dengue- oder Chikungunya-Viren von Mensch zu Mensch übertragen hat. Experten gehen jedoch davon aus, dass dies möglicherweise nur eine Frage der Zeit ist.
Konkreter ist nach Einschätzung von Forschern die Situation beim West-Nil-Virus. Dieses wird bereits von heimischen Mücken übertragen.
Das West-Nil-Virus hat sich in Berlin etabliert
Nach Angaben von Forschern der Charité gilt das West-Nil-Virus in Berlin inzwischen als fest etabliert. Besonders in den Monaten Juli und August sowie in Friedhöfen, Kleingärten und Parkanlagen beobachten Wissenschaftler entsprechende Vorkommen. Studienleiterin Sandra Junglen erklärte: "Wir waren überrascht, so hohe West-Nil-Virus-Infektionsraten in Stechmücken in Berlin zu finden."
Das Virus zirkuliert hauptsächlich zwischen Vögeln und Mücken. Menschen und Pferde können durch infizierte Mücken gestochen werden und erkranken, geben das Virus in der Regel jedoch nicht weiter. Höhere Temperaturen können die Ausbreitung zusätzlich begünstigen.
Artikelreferenz
Bild.de. Deutschland droht eine Tigermücken-Plage.