Schnee ohne Ende! Der Arlberg ist ein wahres Schneeloch in den Alpen!

Der Arlberg ist vielen vor allem aufgrund seines riesigen Skigebiets bekannt. Gemeint ist die Region zwischen den österreichischen Bundesländern Vorarlberg und Tirol, die durch den Arlbergpass verbunden wird. Klimatisch gesehen gilt der Arlberg ein wahres Schneeloch. Doch warum ist das so?

Arlberg
Der Arlberg ist ein wahres Schneeloch und profitiert von Stauwetterlagen (Foto Markus Köss am 08.02.24 auf dem Arlbergpass)


Zum Arlberggebiet gehören die bekannten Wintersportorte St. Anton, St. Christoph, Stuben, Zürs, Lech und Warth-Schröcken. 97 Liftanlagen und 340 Kilometer Pisten machen aus der Region ein weltbekanntes Skigebiet. Dabei gilt der Arlberg als ein wahres Schneeloch.

Was ist ein Schneeloch?

In manchen Regionen der Alpen liegt für gewöhnlich mehr Schnee als in anderen und das bezogen auf die gleiche Höhenlage. In der Regel versteht man unter einem Schneeloch einen Ort oder eine Region, in dem oder in der besonders viel Schnee liegt.

Viele Skigebiete in den Alpen bezeichnen sich gerne selbst als Schneeloch, um sich als Ort darzustellen, der als sehr schneesicher gilt, um so möglichst viele Touristen anzulocken. Im Falle des Arlbergs ist der Begriff aber durchaus berechtigt. Warum aber liegt in der Region zwischen Vorarlberg und Tirol häufig deutlich mehr Schnee als anderswo?

Nicht nur beim Verkehr gibt es Stau, sondern auch in der Meteorologie. Ähnlich wie beim Verkehr vor einer Baustelle oder bei einem Unfall, entsteht auch beim Wetter überall dort ein Stau, wo die Luft auf ein Hindernis (ein Gebirge!) trifft.

Trifft die Luft also auf ein Gebirge, wird sie gezwungen aufzusteigen, um dieses Hindernis überwinden zu können. Damit wird der in der Luft vorhandene Wasserdampf in höhere Luftschichten transportiert. Dort ist die Luft aber kälter und kann deutlich weniger Wasserdampf halten. Als Folge kommt es zum Abregnen oder es gibt Schneefall. Hält dieser Effekt über eine längere Zeit an, können erhebliche Niederschlagsmengen zusammenkommen.

Der Staueffekt ist dabei umso größer, je feuchter die Luftmasse, je stärker der Wind und je größer das Gebirge, welches überwunden werden muss. Auf der windabgewandten Seite (Luv), hinter dem Hindernis, sinkt die Luft wieder ab, wird wärmer und trocknet ab. Daher fällt hier deutlich weniger Niederschlag als auf der windzugewandten Seite (Lee). Dieses Wetterphänomen nennt man daher auch Luv-Lee-Effekt.

Der Arlberg profitiert vom Weststau

Zurück zum Arlberg: Das Gebirge zwischen dem Bregenzerwald und den Lechtaler Alpen ist bei den in Mitteleuropa am häufigsten vorkommenden West- und Nordwestwetterlagen das erste große Hindernis für die oft sehr feuchten Luftmassen.

Mit dem mehr oder weniger starkem West- bis Nordwestwind wird die feuchte Luft am Arlberg gestaut und es kommt zu teils intensiven Niederschlägen, im Winter aufgrund der Höhenlage des Arlbergs häufig als Schnee.

Auch in diesem Winter gab es überdurchschnittlich viel Niederschlag in Mitteleuropa und auch in den Alpen. Der Arlberg "profitierte" dabei von den zahlreichen Westwetterlagen und so liegt hier, trotz des bisher extrem warmen Februars, noch jede Menge Schnee.