Rettung für die Pangoline: Weltweit wird gegen das Aussterben des bei Millionären begehrten Säugetiers gekämpft
Pangoline sind die am häufigsten geschmuggelten Säugetiere der Welt. Ihr Fleisch erfreut sich als Luxusgut höchster Beliebtheit. In Südostasien werden sie in großem Umfang illegal gehandelt. Hinweise aus der Bevölkerung und Hotlines von NGOs führen dennoch immer wieder zu Rettungen.

Pangoline, auch Schuppentiere genannt, nehmen eine zentrale Rolle im internationalen illegalen Wildtierhandel ein. Sie sind die am häufigsten geschmuggelten Säugetiere weltweit. Nach Angaben von Naturschutzorganisationen geraten jedes Jahr Millionen Tiere in den Handel.
Pangoline gibt es wahrscheinlich schon seit mehr als 50 Millionen Jahren. Sie kommen heute vor allem in Südostasien und Afrika vor. Alle acht bekannten Arten stehen unter strengem Schutz durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES.
Zentraler Umschlagplatz Südostasien
Südostasien gilt als einer der wichtigsten Hotspots des illegalen Wildtierhandels. Hier laufen Fang, Schmuggel und Weiterverkauf zusammen. Die Tiere werden über Landrouten, Fahrzeuge und lokale Netzwerke transportiert, häufig zwischen ländlichen Fanggebieten und urbanen Absatzmärkten.
Der Großteil der Tiere überlebt den Transport nicht. Gründe sind extreme Stressbelastung, ungeeignete Haltungsbedingungen und lange Transportwege. Die Nachfrage wird vor allem durch traditionelle Medizin und den Handel mit exotischem Fleisch getrieben.
NGOs berichten, dass lebende Tiere sowie Tierprodukte parallel gehandelt werden. Während Pangoline häufig für Fleisch oder Schuppen bestimmt sind, werden andere Arten als exotische Haustiere oder für traditionelle Heilmittel verkauft. Die Strukturen des Handels sind schwer zu durchbrechen, da sie flexibel organisiert und oft grenzüberschreitend operieren.
Hotlines und zivile Hinweise
Da staatliche Kontrollen in vielen Regionen begrenzt sind, spielen Hinweise aus der Bevölkerung eine entscheidende Rolle bei der Aufdeckung von Schmuggelaktivitäten. NGOs betreiben Hotlines oder nutzen soziale Medien, um Meldungen zu erhalten und weiterzuleiten.

Ein Beispiel ist die Organisation Education for Nature-Vietnam. Ihre Hotline führte seit 2021 zur Beschlagnahmung von fast 52.000 Tieren. „Etwa 60 Prozent der Hinweise führen zur Sicherstellung lebender Tiere“, sagt Doug Hendrie, Leiter der Abteilung gegen Wildtierhandel der Organisation. Die betroffenen Arten umfassen Otter, Plumploris, Meeresschildkröten, Eulen und Tiger.
– Brian Crudge, Regionaldirektor von Free the Bears für Südostasien
Auch in Laos existieren mit der Tierschutzorganisation Free the Bears vergleichbare Strukturen. Dort gingen im Jahr 2025 99 Hinweise ein, die 176 Tiere aus 81 Arten betrafen. Die Meldungen erfolgen häufig über Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Facebook. Während in Vietnam jedoch ein größerer Anteil der Fälle zu Beschlagnahmungen führt, werden in Laos viel weniger Fälle umgesetzt.
Grenzen der Auswilderung
Inwiefern Maßnahmen gegen den Wildtierhandel durchgesetzt werden können, hängt stark von lokalen Ressourcen ab. In einigen Fällen fehlen Kapazitäten oder finanzielle Mittel für Einsätze. NGOs berichten zudem von zusätzlichen Kosten, die bei Kooperationen mit Behörden entstehen.
In Laos wurden beispielsweise in einzelnen Fällen Gebühren für Einsätze fällig, die mehrere hundert Dollar pro Rettung betragen können. Die strukturellen Hürden wirken sich direkt auf die Zahl erfolgreicher Beschlagnahmungen aus.
Trotzdem liefern die Hotlines wichtige Daten über Handelsmuster, Routen und betroffene Arten. Sie gelten damit nicht nur als Rettungsinstrument, sondern auch als Frühwarnsystem für neue Trends im illegalen Handel.

Gerettete Pangoline benötigen häufig intensive medizinische Betreuung. Die Tiere sind extrem stressanfällig und ernähren sich ausschließlich von Ameisen und Termiten, was ihre Versorgung in Gefangenschaft erschwert.
In vielen Ländern fehlen spezialisierte Einrichtungen, um diese Anforderungen zu erfüllen. NGOs übernehmen daher oft die Erstversorgung und Stabilisierung, bevor Tiere in Schutzstationen gebracht werden.
Die Rückführung in die Wildnis ist aufwendig. Tiere werden häufig weit entfernt von ihrem ursprünglichen Fangort entdeckt, was eine artgerechte Auswilderung erschwert. Freilassungen können schlimmstenfalls dazu führen, dass Tiere nicht überleben oder sich untypisch verhalten. Trotzdem gelten Pangoline im Vergleich zu anderen Arten noch als grundsätzlich auswilderungsfähig, sofern sie den Fang und Transport überleben.
Der Handel mit Pangolinen bleibt ein globales Problem. Die Tiere stehen im Zentrum eines Netzwerks aus Nachfrage, Schmuggel und begrenzter Strafverfolgung.
Gleichzeitig zeigen die hohen Fallzahlen erfolgreicher Beschlagnahmungen durch Hotlines und NGOs, dass Hinweise aus der Bevölkerung ein entscheidender Faktor im Kampf gegen den illegalen Wildtierhandel geworden sind.
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