Grippesaison beginnt: Ärzte empfehlen Impfung für Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranke und Schwangere
Mit dem Herbst steigt auch wieder das Risiko, an Grippe zu erkranken. Die Infektionskrankheit unterscheidet sich von einem grippalen Infekt dadurch, dass man schlagartig hohes Fieber bekommt und sich mit Kopf- und Gliederschmerzen im Bett herumwälzt. Nicht selten besteht auch Lebensgefahr – zum Beispiel bei Risikogruppen.

Mit sinkenden Temperaturen beginnt wieder die Zeit der Grippe. Die vergangene Influenza-Saison 2025/26 startete bereits Ende November – und bis März 2026 wurden bundesweit mehr als 240.000 Fälle bestätigt. Rund 65.000 Erkrankte wurden sogar in Kliniken eingewiesen, und mehr als 2000 Menschen sind nachweislich an Influenza gestorben – 95 Prozent davon waren Personen ab 60 Jahren.
Die Zahl der Todesfälle variiert deutlich von Grippewelle zu Grippewelle. Als Richtwert für durchschnittliche Influenzawellen werden in Deutschland jährlich etwa 3.000 bis 10.000 Todesfälle genannt. Die Grippewelle 2017/2018, die stärkste der vergangenen Jahrzehnte, forderte schätzungsweise 25.100 Menschenleben.
Schutz für Risikogruppen
Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt die Grippeschutzimpfung insbesondere älteren und chronisch kranken Menschen, Schwangeren sowie Beschäftigten im Gesundheitswesen.
Besonders Menschen mit Grunderkrankungen – und zwar Kinder wie Erwachsene – sind oft nur unzureichend immunisiert. Zu solchen Erkrankungen zählen etwa Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegsbeschwerden, chronische Nieren- und Leberkrankheiten oder Immunschwäche wie bei HIV oder Chemotherapie.

Im Gesundheitswesen geht es neben dem eigenen Schutz auch darum, weitere Übertragungen zu vermeiden. Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden etwa reagiert mit einer internen Impfaktion, bei welcher der betriebsärztliche Dienst und die Klinikapotheke die Impfung direkt im Arbeitsumfeld anbieten. In den kommenden Wochen kommen entsprechende Impfteams zu den Stationen, Verwaltungsbereichen und in die Kliniken.
„Wir freuen uns über eine möglichst hohe Anzahl an Mitarbeitenden, die sich impfen lassen“, sagt Mirko Radloff, Pflegedirektor am Universitätsklinikum Dresden. „Wir müssen auf die Menschen, die wir versorgen sowie die Risikogruppen in unserem persönlichen Umfeld besonders achten.“ Infektionswege müssen unterbrochen werden, so Radloff. Zum Start der Aktion ließ sich das Leitungsteam der Pflege impfen – und das ist wichtig.
Denn viele Menschen, die eine schwere Grippe überleben, haben mit langfristigen gesundheitlichen Folgen zu kämpfen. Dazu zählen Organschäden, kognitive Einschränkungen, chronische Erschöpfung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie ein erhöhtes Risiko für Neuinfektionen und erhöhte Sterblichkeit in den Folgemonaten.
Was – und wann impfen?
Laut PTAheute wurden für die Grippesaison 2026/27 acht trivalente (gegen drei Influenzastämme wirksame) Impfstoffe zugelassen, die eine aktuelle Antigenkombination nach WHO-Empfehlungen enthalten. Influvac ist für Erwachsene vorgesehen und wird auch Schwangeren empfohlen. Weitere Impfstoffe, die bereits als sechs Monaten eingesetzt werden, sind Influsplit, Vaxigrip und Xanaflu.
Fluad sowie der Hochdosisimpfstoff Efluelda werden Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Flucelvax kommt ohne Hühnereiweiß aus und eignet sich damit auch für Personen mit Hühnereiweißallergie. Fluenz ist der einzige Lebendimpfstoff und wird für Kinder von 2 bis 17 Jahren als Nasenspray angeboten.
Laut Robert-Koch-Institut (RKI) dauert es nach der Impfung noch 10 bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Daher sollte man, um rechtzeitig geschützt zu sein, die jährliche Impfung im Herbst/Winter (ab Oktober bis Mitte Dezember) vornehmen lassen.