Waldbrand in NRW: Erster Ort wegen Feuerdrama evakuiert

Ein großer Waldbrand bei Hürtgenwald im Kreis Düren hat sich gefährlich nah an den Ortsteil Gey ausgebreitet. Rund 1.800 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Symbolbild: Die Feuerwehr ist in diesen Stunden in NRW im Großeinsatz (Foto: Adobe Stock)

Die Lage im Hürtgenwald (NRW) hat sich in der Nacht dramatisch zugespitzt. Seit Donnerstagnachmittag (13. August) brennt in der Gemeinde im Kreis Düren eine Waldfläche von rund 25 Hektar. Das entspricht ungefähr 35 Fußballfeldern. Besonders kritisch: Das Feuer breitete sich in Richtung des Ortsteils Gey aus.

Zunächst waren die Flammen noch rund 500 Meter vom Ort entfernt. Nach einer Änderung der Windrichtung rückte das Feuer jedoch deutlich näher heran. Die Gemeinde sprach zuletzt von rund 400 Metern Entfernung; zwischenzeitlich wurde von Einsatzkräften auch eine Distanz von etwa 200 Metern genannt. Wegen der akuten Gefahr wurde die Evakuierung angeordnet.

In Gey leben rund 1.800 Menschen. Nach Angaben des Kreises Düren haben inzwischen alle Bewohner ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Die Evakuierung verlief zunächst ohne Zwischenfälle.

NINA warnt vor "extremer Gefahr"

Die Warn-App NINA zeigte für das betroffene Gebiet die höchste Warnstufe "Extreme Gefahr" an. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, das gefährdete Gebiet zu verlassen beziehungsweise zu meiden.

Auch Verkehrswege waren betroffen. Die B399 wurde im Bereich des Waldbrandes gesperrt. Zuvor hatten die Behörden bereits dazu aufgerufen, die Bereiche Kleinhau, Gey und die L25 zu meiden.

Der Kreis Düren hat angesichts der Entwicklung einen Krisenstab eingerichtet. Dieser soll die Lage bewerten und weitere Maßnahmen koordinieren.

Bundeswehr unterstützt die Einsatzkräfte

Auch die Bundeswehr wurde zur Unterstützung herangezogen. Ein Bundeswehr-Panzer rückte nach aktuellen Berichten in das Einsatzgebiet vor. Zudem wurde mindestens ein Hubschrauber angefordert, um die Feuerwehr bei der Bekämpfung des Waldbrandes aus der Luft zu unterstützen. Bereits am Vortag hatte ein Hubschrauber Wasser über dem Brandgebiet abgeworfen; bei Einbruch der Dunkelheit mussten die Flüge zunächst beendet werden.

Die Einsatzkräfte versuchen vor allem, ein weiteres Vordringen der Flammen in Richtung Gey zu verhindern.

Pflegeheim ebenfalls von Evakuierung betroffen

Von der Evakuierung war auch ein Pflegeheim betroffen. Rettungskräfte unterstützten die Bewohner beim Verlassen der Einrichtung. Die Behörden riefen die Menschen dazu auf, bei einer Evakuierung nur das Nötigste mitzunehmen.

Dazu gehören vor allem persönliche Gegenstände, Ausweisdokumente und dringend benötigte Medikamente. Wer bei der Evakuierung Hilfe benötigt, kann sich unter der Telefonnummer 02429/3090 melden.

Als Anlaufstelle für Betroffene wurde die Grundschule Straß eingerichtet. Bei starker Rauchentwicklung sollten Bewohner außerdem Mund und Nase beispielsweise mit einem Stofftuch, einem Kleidungsstück oder einer geeigneten Maske bedecken.

Um vor dem Rauch zu schützen, wird dazu geraten, Mund und Nase zu bedecken (Foto: Adobe Stock)

Kronenfeuer sorgte für gefährliche Entwicklung

Besonders problematisch war in der Nacht ein sogenanntes Kronenfeuer. Dabei breitet sich ein Waldbrand über die Baumkronen aus und kann dadurch sehr schnell voranschreiten und die Richtung wechseln.

Landrat Ralf Nolten schilderte die Situation im WDR: "Wir haben hier knapp 300 Hektar, die gebrannt haben und wo Glutnester sind." Zugleich erklärte er: "Die offenen Flammen sind weniger geworden. Wir hatten in der Nacht eine Situation über ein sogenanntes Kronenfeuer, wo das Feuer sehr schnell die Richtung gewechselt hat und auf einen Ort zulief und da mussten wir handeln."

Die Angabe von knapp 300 Hektar bezieht sich dabei auf die vom Landrat beschriebene Fläche mit bereits verbrannten Bereichen und Glutnestern. Die aktuell gemeldete Fläche des Waldbrandes wird in anderen Berichten mit rund 25 Hektar angegeben.

Gefahr noch nicht gebannt

Auch wenn die offenen Flammen laut Landrat zurückgegangen sind, bleibt die Situation angespannt. Glutnester können erneut aufflammen, und Windänderungen können die Ausbreitung des Feuers beschleunigen.

Die Behörden raten deshalb dringend, Absperrungen und Evakuierungsanweisungen zu beachten. Gey bleibt vorerst geräumt. Hürtgenwald liegt im Westen Nordrhein-Westfalens nahe der belgischen Grenze; in der gesamten Gemeinde leben knapp 9.000 Menschen.

Artikelreferenz

WDR .... (2026). Feuerwehren im Sauerland im Großeinsatz.
Bild.de. (2026). „Extreme Gefahr“! 1800 Menschen von Flammenwand bedroht.