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China "modifiziert" das Klima für einen klaren Himmel

Peking ist eine der am stärksten verschmutzten Städte der Welt. Wenn jedoch eine wichtige politische Sitzung oder ein internationales Ereignis stattfindet, wird der Himmel klar und blau, und das Licht kehrt in die Stadt zurück. Ist das ein Zufall?

Künstlicher Regen
China will bis 2025 550 Millionen Hektar mit künstlichem Regen versorgen.

Laut einer Studie der Universität Peking haben die chinesischen Wetterbehörden das Wetter im Vorfeld einer großen politischen Feier in diesem Jahr erfolgreich kontrolliert.

Am 1. Juli beging die Kommunistische Partei Chinas ihr hundertjähriges Bestehen mit großen Feierlichkeiten, an denen Zehntausende von Menschen auf dem Platz des Himmlischen Friedens teilnahmen. Einer Studie der Tsinghua-Universität zufolge sorgte eine umfangreiche Wolkenimpfaktion in den Stunden zuvor für einen klaren Himmel und geringe Luftverschmutzung.

Die chinesische Regierung ist ein begeisterter Befürworter der Cloud Seeding-Technologie und gibt spätestens seit den Olympischen Spielen 2008 Milliarden von Dollar für die Manipulation des Wetters aus, um landwirtschaftliche Regionen zu schützen oder wichtige Ereignisse zu fördern.

Die ersten Forschungen zu dieser Technik begannen in den späten 1940er Jahren, hauptsächlich in den Vereinigten Staaten. Aber es gibt immer noch große Zweifel an dieser Methode.

Prozess des Regenmachens

Traditionell besteht die Regenerzeugung aus dem sogenannten Cloud Seeding, einer Technik zur Wetterbeeinflussung, bei der den Wolken Chemikalien, z. B. kleine Silberjodidpartikel, zugesetzt werden, wodurch diese zusätzlichen Kondensationskeime die Niederschlagswahrscheinlichkeit ansteigen lässt.

Kürzlich veröffentlichte die South China Morning Post eine Untersuchung, in der sie eindeutige Anzeichen dafür fand, dass eine Wolkenimpfaktion am Vorabend der Hundertjahrfeier zu einem starken Rückgang der Luftverschmutzung führte.

Die zweistündige Wolkenimpfung wurde am Vorabend der Zeremonie gestartet, und Anwohner in den nahe gelegenen Bergregionen berichteten, dass sie am 30. Juni Raketen in den Himmel geschossen hätten. Diese Raketen trugen Silberjod in den Himmel, um die Regenfälle zu triggern.

Den Forschern zufolge verringerte der künstliche Regen die PM2,5-Luftschadstoffkonzentration um mehr als zwei Drittel und veränderte den Luftqualitätsindex, der auf den Standards der Weltgesundheitsorganisation basiert, von "mäßig" auf "gut".

Letztes Jahr kündigte Peking Pläne an, sein experimentelles Programm zur Veränderung des Klimas auf ein Gebiet von der 1,5-fachen Größe Indiens - 5,5 Millionen Quadratkilometer - auszuweiten, das mit künstlichem Regen oder Schnee bedeckt ist. Der Staatsrat erklärte, er wolle bis 2025 ein System zur Veränderung des Klimas entwickeln, das eine weitere halbe Million Quadratkilometer mit Technologien zur Hagelbekämpfung umfasst.

Hagelabwehr

Es gibt immer mehr wissenschaftliche Beweise für den Erfolg dieser Technologie, aber es gibt auch eine Debatte darüber, ob die Klimamanipulation in einem Gebiet die Wettersysteme in einem anderen Gebiet stören könnte. In den fünf Jahren bis 2017 hat China Medienberichten zufolge mehr als 1,3 Billionen US-Dollar für die Technologie ausgegeben und etwa 233,5 Milliarden Kubikmeter zusätzliche Niederschläge ausgelöst.

Bis 2017 hat China mehr als 1,3 Billionen US-Dollar für die Technologie ausgegeben und etwa 233,5 Milliarden Kubikmeter zusätzliche Regenfälle ausgelöst.

Im Jahr 2019 erklärten die Behörden, dass Wetterveränderungspraktiken, bei denen in der Regel mit Jod gefüllte Granaten abgefeuert werden, um ungünstige Fronten zu unterbrechen, dazu beigetragen haben, 70 % der jährlichen Hagelschäden in den landwirtschaftlichen Regionen von Xinjiang zu verringern.