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Dauerfrost und neuer Schnee: Setzt sich der Winter jetzt fest?

In der neuen Woche reißt die Serie an Tiefdruckgebieten nicht ab. Der Atlantik tobt, Irland droht ein Mega-Orkan. In Deutschland bleibt es aber frühwinterlich!

Weihnachtsmarkt
Auch in der 2. Adventswoche bleibt es in Deutschland frühwinterlich mit zeitweiligen Schneefällen.

Es ist wie in jedem Winter ein gigantischer Kampf der Luftmassen. Weite Teile von Skandinavien und vom Baltikum sind bereits eingeschneit. Auch im Nordosten Deutschlands liegen mittlerweile 10 cm Schnee. In der neuen Woche macht sich Frostluft von Polen her auf den Weg und setzt sich in Norddeutschland fest.

Auch in diesem Dezember gibt es einen wahren Wetter-Krimi. Mild steht kalt gegenüber mit ungewissem Ausgang...

Demgegenüber steht ein tobender Atlantik, der mit Orkantiefs unentwegt Angriffe auf dieses Kältebollwerk fährt. In dieser Woche trifft eines dieser Tiefs auf Irland. Dort droht am Dienstag ein extremer Orkan. Doch welche der Luftmassen wird sich durchsetzen können? Die Weichenstellung für das Weihnachtswetter steht unmittelbar bevor...

Neue Schneefront im Westen in der Nacht zum Dienstag

Die Woche startet am Montag vielerorts trüb, unter leichtem Zwischenhocheinfluss lassen die Niederschläge nach. Nur vereinzelt kann es besonders in den Mittelgebirgen bei Temperaturen um 0 Grad noch etwas flöckeln. Ansonsten liegen die Höchstwerte bei nasskalten 2 Grad in Bayern und bis 5 Grad im Ruhrgebiet. Am Abend und in der Nacht kommt allerdings auf breiter Front Schneefall im Westen auf. Bis ins Flachland kann es Flockenwirbel und Glätte geben. Nennenswerter Neuschnee ist aber höchstens in der Eifel und im Schwarzwald mit 5 bis 10 cm zu erwarten.

Orkantief Barra
Am Dienstag droht in Irland eine gefährliche Wetterlage mit Orkanböen, meterhohen Wellen und Überschwemmungen.

Nachdem bereits der erste Wintersturm "Arwen" besonders für England verheerend war, folgt am Dienstag nun der Orkan "Barra". Besonders Irland dürfte von schweren Orkanböen betroffen sein. Außerdem könnten meterhohe Wellen besonders im Küstenbereich für Überschwemmungen sorgen. Das europäische Wettermodell berechnet zum Beispiel vor der Westküste Irlands auf offener See Wellenhöhen zwischen 10 und 12 Metern. Da der Sturm wahrscheinlich bis in die Nacht zum Mittwoch anhält, ist auch mit mehreren starken Sturmfluten zu rechnen.

Luftmassengrenze über Deutschland?

Zurück in Deutschland kommt von dem Orkan nur ein laues Lüftchen an. Höchstens an der See oder auf den Bergen gibt es mal Sturmböen. Währenddessen kommt aber im Südwesten in der Nacht zum Mittwoch wieder Schneefall auf, der sich am Mittwoch tagsüber und am Donnerstag noch verstärkt und auch auf die Mitte und den Osten ausweitet. Besonders auf der schwäbischen Alb und am Alpenrand können durchaus 20 cm zusammenkommen. Im Nordosten fließt hingegen trockenere Frostluft ein, die Tageswerte erreichen hier nur noch -4 bis -1 Grad. Ganz im Westen sind es hingegen 3 bis 6 Grad.

Somit trennt eine Luftmassengrenze polare Kaltluft und milde Atlantikluft direkt über Deutschland. Das ist im Winters nichts Ungewöhnliches. Doch wohin geht die Reise in Richtung Weihnachten? Das ist derzeit noch ziemlich unsicher. Die Modelle deuten zwar einstimmig zum nächsten Wochenende eine Milderung an, jedoch befinden wir uns hier schon am Ende des Vorhersagezeitraumes. Außerdem "unterschätzen" die Modelle die zähe Kaltluft auch gerne einmal und die Milderung wird immer weiter hinaus geschoben. Für das Weihnachtswetter ist also nach wie vor noch alles offen. Die Weichen könnten aber in dieser Woche gestellt werden...