Archäologie an der Donau: Wie Niedrigwasser die Überreste einer antiken Römerbrücke freilegt

Die Dürre der letzten Monate war in ganz Europa zu spüren. Auch in Bulgarien, Rumänien und der Slowakei sank der Pegel der Donau immer weiter. Eine, der wichtigsten Römerbrücke kam so ans Licht.

Alte Römerbrücken gibt es an vielen Städten und Flüssen in Europa - wie auch hier in der römischen Stadt Trier
Alte Römerbrücken gibt es an vielen Städten und Flüssen in Europa - wie auch hier in der römischen Stadt Trier

Die alte Römerbrücke in Bulgarien konnte nicht mehr so erhalten werden. Sie verband damals zwei wichtige Römerstädte. Nun konnten die Überreste durch die anhaltende Dürre in den Sommermonaten in Ruhe bestaunt werden.

Die massive Brücke war ein römisches Wunderwerk

In Nordbulgarien konnten die Teile der Brücke im Dorf Gigen gesichtet werden. Die Brücke querte die untere Donau und verlief bis in der Nähe des heutigen Corabia in Rumänien.

In der Antike wurden so die Römerstädte Ulpia Oescus und Sucidavia durch die sogenannte Konstantinbrücke verbunden. Die Brücke wurde bereits im Jahr 328 nach Christus eingeweiht. So wurden damals sogar Überschwemmungsbereiche mitgedacht, die es möglich machten, dass die Brücke auch trotz Hochwasser instand und stabil blieb.

Auch das Hochwasser wurde damals schon mitgedacht

Laut den Forscherinnen und Forschern vor Ort besaß die Brücke insgesamt eine Länge von rund 2400 Metern, etwa 1100 Meter querten den Fluss direkt.

Heutzutage ist die Donau ebenso eine wichtige Handelsverbindung in Europa und fließt durch insgesamt acht europäische Länder
Heutzutage ist die Donau ebenso eine wichtige Handelsverbindung in Europa und fließt durch insgesamt acht europäische Länder

Weitere historische Dokumente belegen, dass die Brücke mit einer Fahrbahnbreite von 5,7 Metern und eine Höhe von circa 10 Metern über dem fließenden Fluss ein Meisterwerk der damaligen Ingenieurskunst gewesen sein muss.

Schwere Lasten konnte sicher transportiert werden

Die steinernen Brückenpfeiler und die Holzkonstruktionen konnten nicht nur der Strömungen standhalten, sondern auch die schweren Lasten stemmen. Die Verbindungsbrücke gilt somit als eine der größten Brückenkonstruktionen zu dieser Zeit.

Nicht zuletzt zeigten die Römer durch ihre Besiedelung klare technische Überlegenheit und militärische Kontrolle über die Grenzregion. Heutzutage ist die Brücke, so wie viele andere Werke am Donaulimes Teil des UNESCO Welterbes. Bereits im Jahr 367 nach Christus wurde die Brücke jedoch schon zerstört.

Forscherinnen und Forscher nutzen das Niedrigwasser für weitere Analysen

Bis heute ist ungeklärt, weshalb die Brücke so rasch nicht mehr genutzt werden konnte. Aktuell nutzt das Team des Regionalen Historischen Museums in Pleven den Niedrigwasserstand und dokumentiert die freigelegten Reste.

Mit Hilfe von Drohnen aus der Luft erhoffen sie sich neue Erkenntnisse. So können beispielweise unbekannte Brückenreste erfasst oder der damalige Verlauf genauer bestimmt werden. Darüber hinaus wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Zustand der Brücke genauer bestimmen.

Artikelreferenz

Forschung-und-Wissen.de. (2026). Niedrigwasser der Donau legt riesige Römerbrücke frei.